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 Luckys (und Vadims) Haus am Waldrand

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Gespielt von :
Cos

Beruf :
Anbieter alternativer Dokumente

Größe :
1,83 m (= 6 Fuß)

Stimme :
Reibeisen mit Honig übergossen, in ungezwungenen Situationen derber und lauter

Ruf in der Stadt :
Bekannt unter mehreren Identitäten in gehobenen Kreisen & im Untergrund für wirkliche Leistung bei Urkundenfälschung.

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Out of my way,
i´m running blind.

BeitragThema - Luckys (und Vadims) Haus am Waldrand   Di 5 Jun 2018 - 22:12
 
Schwarze Stäbe erwachen unter den dichten Grün wild wuchernden Efeus zum Leben bis von den einst kalten Zaun nichts als feines Geäst und dicke Blätter zu sehen sind. Das kleine, aber stattliche Herrenhaus im frühen Jugendstil vermag von dem Bollwerk aus Natur noch nicht verhüllt zu werden, doch auch die weiße Fassade verschwindet langsam unter satten Strauchwerk und ungezähmten Rosengewächsen des haltlos blühenden Gartens.  Das Gebäude selbst hat längst seine Pracht verloren, Fensterscheiben sind zerbrochen, Terrassendielen modrig und auf jeder Fläche linst Tonklinker aus abgeplatzten Putz hervor. Doch es war das Waldkleid, das sich langsam angeschlichen und über das Haus gelegt hatte, weshalb Luckys Finger es nicht gelassen haben konnten eine erlogene Besitzurkunde aus seinen beruflichen Repertoire zu zaubern um als überraschender Erbe des längst verlassenen Grundstückes auf den Plan zutreten.

Doch Lucky hat sein Haus auch innen fast unberührt gelassen, die blass braunen, antiken Möbel stehen wartend, aber gänzlich unberührt noch teilweise unter ihren weißen Laken an ihren Platz, die altmodischen Stofftapeten schälen sich langsam von den Wänden und im Licht der unverhangenen Fenster tanzen dicke Staubflocken einen trägen Walzer auf dunklen Parkett.  Aus dem Eingangssalon führt eine Tür direkt zu den einzigen zwei benutzen Räumen des Erdgeschosses. Im Treppenhaus bietet sich ein eigentümliches Bild, denn zwischen der Brüstung des oberen Stockes und dem Treppengeländer hängt ein grob gewebter Stoffschlauch, der sich am ehesten mit einer doppellagigen Seemannshängematte vergleichen ließe, die in einen Anfall von Unsinn über ein Schlaufensystem zusammengezogen worden war. Über den Rest des Geländers sind weitere Taschen aus den gleichen undefinierten Stoff gehängt und genau wie die fremdartige Schlafstätte gehören sie ursprünglich in die Kronen eines Baumes. Ein dagegen einfach nur unaufgeräumtes und völlig unspektakuläres Badezimmer mit Kupferbestückung ist am Ende der Treppenflucht zu erreichen.

Durch eine Küche, die genauso wenig Beachtung erfährt wie die eigentlichen Wohnräume, führt in einen Wandschrank verborgen eine weitere Treppe in einen niedrigen Vorratskeller. Hier herrscht Chaos, aber es ist das schaffensfrohe Chaos eines Urkundenfälschers der seine Berufung weiter zur Perfektion treiben möchte. Utensilien völlig unbekannt und zweckentfremdeter Alltagsramsch finden sich auf allerhand Tischen neben Chemikalien, Farben, Papieren und Stoffen zahlreicher Art ohne ein System zu verraten. In der Luft hängt der Geruch von Silikon und Kleber und die nackte Glühbirne gibt ein beharrliches Sirren von sich, sollte sie eingeschaltes werden. Über einen der Arbeitstische steht ein großer Standstrahler. Die Werkstadt ist zu jeder Zeit mit einem schweren Vorhängeschlosse am Wandschrank abgeschlossen.

Wird hingegen der Weg in das zweite Stockwerk gewählt besteht das offensichtliche Verbrechen in den übermäßigen und übermotivierten Einrichtungsgeschmack des größten Schlafzimmers. Ein erheblicher Teil der Schutzlaken des Hauses sind bemüht künstlerisch an Wänden und Möbelstücken des Raumes drapiert und vermitteln eher den Eindruck die blütenweiße, kindliche Kissenburg eines kleinen Scheichs zu betreten. Der große Raum wirkt bereits leicht beengt durch altehrwürdiges, doch teilweise kitschiges Inventar, das nicht einmal den Versuch unternimmt zusammen zu passen. Jedes Stück möchte durch seine Pracht bestechen, mal durch goldenen Stuck, ein anderes Mal durch pompöse Schnitzereien und was sie letztlich bewirken ist ein Bild völliger Reizüberflutung.

Der Eigentümer des Sammelsuriums an Dekadenz verdient das Wort Eigentümer im Grunde genauso wenig wie Lucky das Wort Hausbesitzer, doch sei es Vadim gegönnt eine solche Freude über seinen eigentümlichen Hausstand zu besitzen. Genauso sollte darauf hingewiesen, dass Lucky keine Ahnung hat, dass er einen Mitbewohner besitzt, da er seine Wohnstätte nur als seltene Schlafgelegenheit und Werkstatt benutzt. Der Barde hingegen hat natürlich wiederkehrende Freude an dem Herrenhaus gefunden. Es ist ein angebrachtes Domizil, das sich Seiner gelegentlich als würdig erweisen darf.



Cosmin ǀ Jonne ǀ Tereza ǀ Lachlain
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