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 Abgelegene Ruinen

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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Mo 9 Okt 2017 - 0:12
 


Asher, Alicia, Máirín & Sofiel
20. Juni, Nachts | In den Tiefen der Ruinen

Sein Dolch trug das Blut des Engels. Eines Engels, der Ashers gesamten Hass, seinen Wahn und alles was seinen Verstand vernebelte einnahm und die Bestie in ihm dazu brachte, ihr jeden einzelnen Knochen in ihrem verfluchten Körper brechen zu wollen - unzählige Male. Seine Sucht und das Adrenalin, dass seine Sinne schärfte, hatte jedoch in seinem Blutrausch jegliches klares Denken ausgeschaltet. Seine Gedanken waren nur noch von Blut erfüllt. Und kaum war er auf dem Steinboden hinter der Blondine wieder aufgekommen und hatte sich abgestützt, um keinen Moment später wieder vor ihr aufzuragen, bleckte er erneut die Zähne. Alicia war nun kaum noch eine nennenswerte Distanz von ihm entfernt. Und ihr nahender Tod so zum Greifen nah... Das letzte bisschen Blut, das er an ihr riechen konnte, machte ihn wahnsinnig. Sie war sein. Schon lange hatte er damit aufgehört sich einzureden, dass sie am Leben bleiben musste, um seiner Blutsucht willen. Nein, ihr Todesurteil war schon längst gefallen. Nur musste dieser bescheuerte Engel ihre Nase in seine Angelegenheiten stecken und zückte eine gezinkte Karte nach der anderen.
Sie hatte sich zu ihm umgedreht und fixierte ihn, woraufhin er erneut den Mund öffnete und ihr einen neuen Blick auf seine Reißzähne zukommen ließ, die er versucht war ihr einfach in ihren bleichen hals zu rammen. Ihr blendendes Licht war das einzige, was ihn davon abhielt, diesen aberwitzigen Gedanken sofort und ohne zu Zögern umzusetzen. Der Dämon würde noch viel Zeit damit verbringen können darüber zu sinnieren, wie sehr seine Instinkte jede einzelne seiner Handlungen in dieser Nacht gesteuert hatten, doch er war blind. Er war taub. Er war besessen. Und die vermaledeite blonde Gotteslästerung vor ihm hatte in seinen Verließen verfluchte Scheiße nochmal nichts verloren. Noch viel weniger in der Nähe seiner Beute.
Der Dämon war nur eine einzige Bewegung, ein schnelles Aufkommen seiner Füße davon entfernt, Alicia erneut an sich zu reißen und diese Nacht mit seinem nächsten gierigen Biss entgültig zu besiegeln. Sein Ziel war zum Greifen nahe. Das Blut, welches ihm bereits in den Adern zirkulierte seit er Alicia vor diesen langen zwei Monaten am See eingesammelt und zu sich ins Verließ gebracht hatte, hatte die Führung in der Hand und es forderte ein Opfer. Und dann fuhr mit einem Mal ein Blitz durch Ashers brennende, Adrenalin geladene Adern.
Sein Dolch entwickelte ein Eigenleben, als er hinab flog - dem Steinboden entgegen -, bis er sich in den Fugen versiegelte. Gleißende Energie umhüllte den Teufel und er krümmte den Rücken, als er knurrend den Kopf vorwarf und sich ein weiteres Mal die Muskeln seines Körpers sträubten und anspannten, dieses Mal jedoch nicht, um zum Angriff anzusetzen. Als er spürte, wie die unbekannte Energie sich in Form von Linien über den kalten Boden zog, die eine Magie ausstrahlten die der Dämon überall wiedererkannt hätte, riss er die gelben Augen auf. Die Erkenntnis traf ihn auf einen einzigen, dämonischen Schlag. Und keine Sekunde später bäumte er sich mit seinem gesamten Körper auf.
Jeder einzelne Muskel in ihm spannte sich an, stemmte sich gegen den versiegelten Dolch, an dem das Blut des Engels haftete, welcher ihn in dieses Siegel gesperrt hatte. Er registrierte nicht mehr, dass der Engel die von ihm zerschnittene Schulter und den damit verbundenen Arm nicht länger bewegen konnte. Er hatte auch den Sturz nicht registriert, der die blonde zu Boden befördert hatte, knapp hinter ihm, während er noch damit beschäftigt gewesen war sie anzuknurren, wie eine wild gewordene Bestie ohne Verstand. Alles was er in diesem Augenblick verstand war, dass er Alicias Leben verloren hatte, wichtiger noch, ihr Blut. Und dass er das Gesicht des Engels, welcher ihn gebannt hatte, niemals vergessen würde. Das Grün ihrer Augen brannte sich in sein blutzersetztes Gedächtnis und hinderte ihn daran, es jemals aus seinen Erinnerungen verbannen zu können.
Sie würde bezahlen. Niemand kam einfach so damit davon, ihm eines seiner Jagdopfer zu entreißen. Niemand. Nicht einmal ein Engel.
Und als in dem kurzen Augenblick, in dem sich alles in ihm angespannt hatte und er aufgebäumt, doch gebannt an seinen Dolch und das Siegel zu seinen Füßen inne hielt, war alles was zu hören war das Geraschel von Flügeln und das Tropfen von Blut, welches nicht nur von Ashers Händen, sondern auch von dem Körper der so gut wie toten Alicia tropfte. Solange bis der Engel gemeinsam mit ihr den Weg aus den Verließen und dem Kerker hinaus aus den Ruinen antrat - und Ashers bestialischer Aufschrei ihr auf ewig als Erinnerung daran dienen würde, welches Monster sie mit ihrer Tat auf sich gehetzt hatte.
Ashers Kopf lag im Nacken. Sein Reißzahngebiss war weit geöffnet und machte seiner Wut und seinem endlosen, blutrünstigen Zorn Luft, während seine Muskeln so hart daran arbeiteten, dass der Dolch sich auf dem Stein löste, dass sein Körper unter seiner Kraft ächzte. Sein bestialisches Brüllen durchschnitt die Nacht für eine Zeit, die sich anfühlte wie eine Ewigkeit, in der der Rachen des Teufels nach dem Blut lechzte und ihm nachtrauerte, während es von ihm wegbefördert wurde.
Das Siegel würde ihn hier jedoch nicht ewig festhalten können. Und nur durch Alicias Entkommen war seine Blutsucht um Welten nicht einfach plötzlich gestillt, wenn sie nicht dadurch sogar noch ganz neue Ausmaße angenommen hatte. Cadysa würde mit Blut getränkt werden. Und Asher vergaß nicht. Er wusste es. Er wusste es in dem Moment, in der ihre Präsenz aus seiner Ruine verschwand. Eine Serafim hatte ihm seine Jagdbeute entrissen.
Und eine Serafim würde dafür noch einen bitteren Preis bezahlen müssen.




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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Sa 14 Okt 2017 - 20:40
 
Abgelegene Ruine

21. Juni | 01:49 Uhr | Dunkle, Verregnete Nacht

Einen tiefen, befreienden Atemzug nehmend stand die blauhaarige Eishexe in dem dunklen, verregneten Wald. Ihre Augen waren geschlossen und ihr Gesicht war dem Himmel zugeneigt, während sie in ihren eigenen Gedanken und Gefühlen versank. Gefühle. Sie waren wie eine Pest. Verseuchten ihren Verstand und ließen sie auf Basis von unlogischen Schlüssen handeln. Etwas, dass ihr vor der Begegnung mit Sharif niemals passiert war. Ihr strategischer Kern hatte ihr Handeln bestimmt und nun.. nun wusste sie nicht mal mehr, was sie in Nächten wie diesen tun sollte. Normalerweise würde man sie in einer der dunklen Schenken oder aber in einer zwielichten Seitengasse vorfinden, doch seit Sharif erneut in ihr Leben getreten war, schien sich etwas in ihr verändert zu haben. Und sie hasste es, dass sie es nicht genau benennen konnte. Das war auch der Grund, weshalb sie in dieser dunklen Nacht tief hinein in den Wald gelaufen war. Denn hierher würde sich sicherlich niemand verirren.
Erneut nahm die blauhaarige Eishexe einen tiefen Atemzug, bei dem sich dieses Mal jedoch ihre Augen öffneten. Unter die Gerüche des Waldes und des Regens, hatte sich eine Duftnote gemischt, die Zephyr unter Tausenden wiedererkennen würde. Blut. Aufmerksam ließ sie ihren Blick durch den dunklen Wald streifen, doch zumindest in ihrer Umgebung gab es keinerlei Anzeichen für einen Kampf. Woher also kam der Geruch?
Angespannt legten sich ihre Finger um das kalte Metall ihres Schwertes, ehe sie der undeutlichen und schwachen Duftnote folgte. Konnte es sich bei dem Wesen vielleicht um ein verunglücktes Tier handeln? Die Düfte schienen sich zu ähneln, aber dieser hier war viel stärker – und zudem mischten sich noch andere Blutnoten in den Geruch, welcher der Hexe in die Nase stieg. Nein, hierbei handelte es sich um kein Tier.
Äste, die der Hexe im Weg waren, zersplitterten innerhalb von wenigen Augenblicken in kleinste Eiskristalle und als Zephyr der Quelle des Geruchs näher kam, hörte sie eine Stimme, die ihr ebenso bekannt vorkam, wie der Geruch des Blutes selber. Selbst in dieser verzerrten Form, konnte sie die vor Wut triefende Stimme dem rothaarigen Dämon zuordnen, denn sie ihren Partner nannte. Einen Partner, denn sie innerhalb der letzten zwei Monate entschwindend gering gesehen hatte, wie ihr nun auffiel. Vorsichtig stieg sie die steinernen Stufen der Ruine hinab und folgte dem Geräusch – und kaum war sie bei der Quelle dessen angekommen, bot sich ihren blauen Augen ein äußerst interessantes Schaubild.
In einem Siegel gefangen kämpfte der rothaarige Dämon fast wie ein Tier gegen die Fesseln. Blut klebte an seiner Haut und an den Steinen der Ruinen. „Ich scheine ja einiges verpasst zu haben,“ murmelte sie leise, während sie die Arme verschränkte und ihren Blick durch den Raum schweifen ließ. Vor ihr, auf dem Boden der Zellen, fanden sich frischere Blutspuren und einige Federn. Engel. Scheinbar war es ein Himmelsritter gewesen, der den Dämon in Ketten gelegt hatte. Doch weshalb war er oder sie hier gewesen? Während ihr Blick weiter über die Steine wanderte, trat sie in die Zelle hinein und hob verblüfft die Augenbrauen, als sie die rostigen Ketten sah. Hatte sich Asher etwa ein kleines Spielzeug hier unten gehalten? Es würde erklären warum ausgerechnet ein Engel herkam um das arme Ding zu retten. Wenn es denn überhaupt noch zum retten gewesen war. Wenn sich die Zeitspanne, in der sie Asher nur entschwindend gering gesehen hatte, auf die Zeit des Spielzeuges in dieser Zelle zurück schließen ließ, dann hatte das Ding zwei Monate hier unten verbracht. Und bei dem Anblick des Dämons konnte Zephyr sich nicht vorstellen, dass er zimperlich mit ihr oder ihm umgesprungen war.
Erneut fand ihr Blick zurück zu dem rothaarigen vorbei sie dieses Mal genau drauf achtete ihm nicht in die Auge zu sehen. Er schien im Moment nicht Herr seiner Sinne zu sein und sowohl seine Haltung als auch die animalischen Geräusche, die seine Lippen verließen, ließen Zephyr nur auf eins schließen. „Sind wir wieder der Blutsucht verfallen?“ Ihre Stimme erklang gegenüber der Stimme des Dämons kühl innerhalb der Steinmauern, während sie im Augenblick sogar äußerst froh darum war, dass ihn das Siegel zurück hielt. Ein Kampf mit ihm würde sicherlich Spaß machen, doch wenn er seinen Kopf nicht zum Denken benutzte, würden die Kräfteverhältnisse einfach unausgeglichen sein. Vielleicht sollte sie ihn einfach einfrieren bis er wieder von seinem High runter war?


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Sa 14 Okt 2017 - 22:33
 



Asher & Zephyr
21. Juni | In Ashers Kerker | 01:50 Uhr

Der blutige Dolch ragte aus den Fugen des steinernen Ruinenbodens empor. Blut tropfte von dem silberschwarzen Griff, Blut eines Engels. Blut einer Seraphim. Von diesem Blut würde noch sehr viel mehr fließen. Der Dämon würde dafür sorgen.
Die gesamte Ruine war erfüllt von dem metallenen Geruch von Blut, abgestandener Verwesung, der alleseinnehmenden Aura des Teufels und den verpesteten Überbleibseln der Engelsduftnote. Von den steinernen Wänden hallte das Brüllen des Rotschopfs wider, welcher vor kaum einer nennenswerten Zeit seine kostbare Blutreserve an das gottverdammte blonde Miststück verloren hatte. Ächzende, bis zum Zerreißen gespannte Muskeln wölbten sich unter dem zerrissenen Schwarz seiner blutverklebten Kleidung, als sich der Rothaarige mit all seiner dämonischen Kraft gegen den Dolch in der Mitte seines Siegels stemmte.
Ein weiteres Mal gaben seine Muskeln nach, bevor der Dolch sich löste und tief in seinem Rachen vibrierende Klänge verließen ihn, die nicht von der Erde stammten. Er warf sich erzürnt und in rachsüchtiger Aufruhr keine zwei Sekunden später erneut gegen die unsichtbaren Ketten, die ihn nahe des Dolchs fesselten. Er riss und zerrte an ihnen, er gab sich selbst keine einzige Atempause. Sein gesamter Körper strotzte nur so vor dämonischer, katalysierter Energie, gebannt in dem kleinen Kreis, den das Siegel bildete und das versuchte, die Macht des blutrünstigen Dämons in den Schranken festzuhalten. Die Siegel auf dem blutverschmierten Kerkerboden leuchteten immer wieder flackernd auf, so als hätte selbst die magische Engelsmagie daran zu arbeiten, sich der Kraft des Dämons nicht zu beugen.
Er hörte Geräusche. Doch er registrierte sie nicht. Er warf den Kopf nach vorn, rotes Haar verdeckte seine Sicht, als er sein Kreuz mit dem Kopf voran nach vorn warf und sich an seinem geliebten Dolch vorbei schmiss, nur um sich daraufhin über den Griff hinweg zu überschlagen und aufknurrend mit den Knien voran auf der anderen Seite zu landen. Er riss die blutbedeckten Hände von dem Dolch los, um beide Fäuste auf den Boden zimmern zu lassen, wodurch mehr und mehr Putz und Steine von der ohnehin eingesunkenen Decke der Ruinen bröckelten. Sein gesamtes Verließ litt unter der Wut des Dämons.
Schließlich drang eine Stimme durch die Hallen seiner Ruinen wider, die er überall widererkannt hätte. Selbst in seinem blutversessenen, rachelüsternem Wahn wusste er bei dem ersten Wort, wer soeben sein unterirdisches, abgeschottetes Labyrinth des Todes betreten hatte. Im gesamten Gang verteilt befanden sich die abgestandenen Gerüche und letzten Indizien dafür, was diese Nacht hier geschehen war. Blut und Federn eines Engels, Blut und Hautfetzen einer Meerjungfrau, Schleifspuren des Kampfes oder mehr der Verteidigung seiner Beute, welche auf dem Boden in Form von einigen, zerschlissenen Spuren auf dem Stein wiederzufinden war. Nichts davon reichte an das nahezu künstlerische Muster an Geschlagenem, zersprengtem Stein heran, an dem Asher in der ihm möglichen Reichweite schon so lange arbeitete. Und er hörte auch nicht auf, seiner Wut freien Lauf zu lassen, als er die Präsenz der Hexe ganz nah spüren konnte.
Die Bestie, welcher es nach Blut lechzte, verlangte nach mehr als nur einem Opfer. Er wollte, gebunden an das verfluchte Siegel, die gesamte Welt in Blut getränkt sehen. Rationalität existierte in seinen Gedanken schon lange nicht mehr und als er schließlich die kühlen Worte Zephyrs hörte, mit denen sie ihn nun direkt adressierte, schaltete er schnell und instinktgesteuert.
Schneller als das menschliche Auge es verfolgen konnte befand sich der Dämon auf den Beinen und am äußersten Ring seines Siegels. Blutstropfen schmückten seine finstere Visage, aus der leuchtend gelb pulsierende Augen in die blauen Zephyrs starrten, welche kaum eine nennenswerte Distanz von ihm entfernt waren - und ihn nicht anblickten. Cleveres Mädchen.
Er stand direkt vor ihr, sie konnte seinen blutzersetzten Atem riechen. Wenige Zentimeter trennten sein geblecktes Reißzahngebiss von ihrem Gesicht, während sein ganzer Körper vor angespannten Muskeln glühte und der Dämon selbst in Flammen zu stehen schien. Der Abstand war einzig und allein seinen unsichtbaren Ketten zu verdanken. "Wenn du", knurrte er und die Anstrengung des Widerstands gegen das Siegel ließ seinen Atem rasseln, "mir keinen blonden Engelskopf als Gastgeschenk mitgebracht hast", seine Hände formten erneute Fäuste und das Brodeln seines Rachens nahm für ein paar Sekunden ein weiteres Mal bestialische Ausmaße an, "würde ich dir herzlichst raten, das nachzuholen." Er konnte spüren, wie all das Blut der Meerjungfrau durch seine Adern blitzte. Wie es ihn sprunghaft werden ließ, wie es seine Gedanken zersetzte, in kleine Teile, die alle nach Blut schrien. Ein Grollen entstand zwischen den Zähnen des Dämons, als er das Gesicht verzerrte und den Kopf in den Nacken legte. Die Sucht, die den Dämon die gesamten letzten zwei Monate beansprucht hatte, hatte einen ihrer Höhepunkte und die Eishexe hatte ihm gerade noch gefehlt.




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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Sa 14 Okt 2017 - 23:10
 
Spuren zu lesen und sie zu deuten, war etwas, dass der Eishexe ins Blut übergegangen war. Die Federn auf dem Boden, die Schleif- btw. Blutspuren und die verrosteten Ketten sprachen Bände über das, was hier unten vorgefallen war. Ebenso tat es der Geruch und die Atmosphäre die innerhalb der kalten Steinwände herrschte, als ihre hallenden Schritte durch die Zellen erklang. Ohne dabei gewesen zu sein, konnte sich Zephyr ein ziemlich genaues Bild darüber verschaffen, was hier unten geschehen war. Dennoch blieb offen wie jemand es schaffen konnte den rothaarigen Dämon innerhalb eines Siegels zu fesseln. Immerhin war Asher nicht auf den Kopf gefallen – zumindest nicht, wenn er grade mit der Eishexe zusammen arbeitete. Und ihrer Kenntnis nach wurden Engel noch nicht in Kampffertigkeiten unterrichtet.
Trotzt des Siegels blieb die Hexe auf Abstand, lauschte jedem Geräusch und dem Atem des Dämons, während sie ihre Augen geschlossen hielt. Erinnerungen an den letzten Kampf gegen den Dämon durchströmten ihren Kopf, in dem er sie schon einmal in mehrere seiner kleinen, amüsanten Halluzinationen gesteckt hatte. Doch auch wenn es sie es damals geschafft hatte, einen Anker in die Realität zu finden, so wollte sie dieses Risiko im Moment nicht eingehen. Asher stand deutlich neben sich, hörte nicht mehr auf seinen Verstand und ließ sich von seinen Instinkten leiten. Und wenn das Siegel nicht wäre, wäre er wahrscheinlich schon lange auf die blauhaarige Hexe los gegangen. Denn inzwischen konnte sie seine Präsenz dicht vor sich spüren.
Wenige Atemzüge waren es, die die beiden Monster nun nur noch voneinander trennten. Monster, die sich verbündet hatte, um das größtmögliche Chaos anzurichten – und doch trafen sie immer wieder aufeinander. So verschieden wie ihre Elemente selbst, waren auch die beiden unheimlichen Gestalten, die sich in einer ebenso unheimlichen Atmosphäre zu unterhalten wussten. Doch Zephyr wusste, dass es nur dem Siegel zu verdanken war, dass Asher nichts anderes tun konnte, als ihrer kalten Stimme zu lauschen. Sie spürte, wo die Engelsmagie vor ihr pulsierte und malte sich vor dem inneren Auge aus, welche Reichweite der Kreis und die Ketten des Siegels haben würden. War es möglich, dass auch sie Gefangene des Siegels wurde, wenn sie diesem zu nahe trat? Wahrscheinlich hätte sie sich in ihrer Vergangenheit doch mit anderen Magiearten auseinandersetzen sollen, doch im Moment hatte sie keine Zeit weiter darüber nachzudenken. Denn ihre Sinne lagen auf Asher – zumindest diese, die nicht ihre Augen beanspruchten. Den den rothaarigen Dämon in dieser Situation anzusehen, würde einem sicheren Todesurteil gleich kommen.
Als sie einen tiefen, beinahe entspannten Atemzug nahm, konnte sie den Blutzersetzen Atem des Dämons riechen. Es brauchte nicht mehr Hinweise als diese, dass Asher erneut hinab in die Blutsucht gefallen war. Dieses Mal noch tiefer, als bei ihrem Kampf am See. Und als seine Aura ihr schon beinahe prickelnd auf der Haut zu brennen begann, zögerte sie nicht, mit ihrer eigenen gegen diese anzukämpfen. Nur die Atmosphäre, die um die beiden herrschte, würde wahrscheinlich jedem normalen Menschen das Bewusstsein rauben. Doch, als sie die Worte des Dämons vor sich hörte, bildete sich auf ihren Lippen ein beinahe amüsiertes Lächeln: Sie hatte Recht gehabt. Es war ein ach so heiliger Himmelritter gewesen, der Asher in dieser Zelle heute Nacht seine Beute geraubt hatte. „Einen blonden Engelskopf habe ich leider nicht dabei,“ erklärte sie, während sie ihren Blick von dem Dämon abwandte, ihre Augen öffnete und auf die Ketten zuging. Beinahe sanft strich sie mit ihrem Finger über das verrostete Metall. Wer immer hier unten sein Ende gefunden hatte, hatte lange Zeit leiden müssen. Und das nicht nur durch die Folter des Dämons – sondern auch durch die Infektionen, ausgelöst durch diese alten Ketten. „Aber ich könnte dir ein Pfefferminz Bonbon anbieten. Sollte dabei helfen die Spuren zu verwischen, die du noch eine Weile an dir tragen wirst.“ Ruhte sie sich grade darauf aus, dass der rothaarige innerhalb eines Siegels gefangen war? Ja. Würde sie dieses Spielchen noch weiter treiben? Sehr wahrscheinlich. Immerhin hatte Asher auch auf kein einziges ihrer Worte gehört, als er sie bei ihrem ersten Treffen damals 'gerettet' hatte.
„Ich wunder mich allerdings schon etwas darüber, dass du dir deine Beute einfach hast wegnehmen lassen. Oder, falls es anders gelaufen ist, korrigiere mich. Ich sehe nur die Spuren dessen, was hier scheinbar vorgefallen ist,“ fügte sie ihren vorigen Worten noch hinzu, ehe sie sich wieder dem rothaarigen zuwandte und ihre Augen in genau dem Augenblick wieder schloss. Sie wusste, dass sie in diesem Augenblick wortwörtlich mit dem Feuer spielte, aber andererseits wäre ein Kampf sicherlich nicht uninteressant. Selbst wenn der Dämon von seinen Instinkten gesteuert wurde, schien etwas Verstand noch in ihm vorhanden zu sein. Zephyr wollte sehen zu was er in dieser Form in der Lage war. Dass sie aus dieser ganzen Situation nicht unverletzt rauskommen würde, war ihr allerdings ebenso klar. Und wenn es hart auf hart kommen würde, müsste sie den Dämon halt etwas auf Eis setzen. Nur damit er sein Temperament etwas runter kühlen konnte.


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   So 15 Okt 2017 - 0:13
 


Asher & Zephyr
21. Juni, Nachts | In Ashers Kerker

Es gab vieles, über das sich der Rotschopf Gedanken machen würde, wenn er bei klarem Verstand gewesen wäre. Vieles, was ihn beschäftigt hätte, was seine Handlungen sehr wahrscheinlich auf ganz andere Weise beeinflusst hätte. Doch in seinen Gedanken gab es neben dem Lechzen nach Blut und Rache nicht viel mehr, was hinter dem Vorhang an blutverklebten, roten Haarsträhnen vonstattenging. Die Blauhaarige hier in seinen Ruinen zu sehen rief demnach nicht einmal wirklich eine Warnung oder gar überhaupt eine Randnotiz bei ihm auf: Denn die Hexe hatte im Grunde weder Ahnung noch Grund zur Annahme gehabt, dass der Dämon diesen Ruinen regelmäßige Besuche abstattete und hier unten gern mal Haustiere hielt. Unter anderem kleine, oh so naive Fischmädchen, die ihn monatelang mit sinnesberaubendem Blut versorgt und seinen verdammten Verstand eingenommen hatten. Gedanken wie diese sowie all seine niederen Gelüste nach Blut, seine gesamte Gier nach dem Lebenselixier so vieler Wesen der Erde, hätten keinerlei Auswirkung auf seine Wahrnehmung. Doch Ashers gesamtes Denken war blutgesteuert. Durch ein But, welches noch immer durch seine Venen schoss und jede seiner Handlungen dirigierte. Und nach zwei langen Monaten konstanter Blutzufuhr, war an dem Dämon rein gar nichts mehr zurechnungsfähig. Die Eishexe hatte dies frühzeitig genug erkannt, als sie zu ihm hinab in die Ruinen getreten war. Und Zephyrs geschlossene Augen und das deutliche Meiden seines Blicks zeugten davon, dass sie sich dessen auch sehr bewusst war.
Ihre Worte wählte sie jedoch alles andere als bedacht. Der Dämon, welcher seinen Kopf in den Nacken gelegt hatte, wölbte die Schultern in einem mörderischen Knurren, als er sich aus seiner Standstarre löste und schließlich den Kopf herum riss. Die Hexe hatte sich den Ketten gewidmet, die für eine undenkbar lange Zeit Alicias Zuhause gewesen waren. Und nicht nur hatte sie sein gewünschtes Gastgeschenk nicht dabei - welches wirklich sehr willkommen gewesen wäre -, nein. Sie besaß auch noch die Dreistigkeit, den Verlust seiner Beute direkt anzusprechen. So kannte er Zephyr und so schätzte er sie als Verbündete. Doch in diesem Moment stellte er sich unzählige Methoden vor, wie er ihr das Leben nehmen konnte und das möglichst schmerzhaft.
Es interessierte Asher einen Scheiß, ob sie seine Verbündete war - ob da jemals ein Pakt gewesen war. In diesem Augenblick zählte nichts weiter als ihren blauhaarigen Kopf von ihrem Körper zu trennen. Die Gier nach Blut, die Stimme in seinen Hintergedanken die ihm flüsterte, dass es sicherlich auch nicht schaden konnte erneut von ihr zu kosten - wo er doch wusste, dass auch Zephyrs Blut eine besondere Geschmacksnote vorzuweisen hatte, da er es bereits gekostet hatte -, kam auch noch durch sein Bewusstsein geschlichen, doch diese Option hatte nicht Priorität. Man hatte ihm. Alicia. Beraubt. Und nach der Zeit, die inzwischen vergangen war und die er lediglich dazu hatte nutzen können, den steinernen Boden der Ruinen im Umkreis seines Dolchs zu verzieren, war das Fischlein mit dem gottverdammten Flügelviech möglicherweise schon lange in sicherer Entfernung.
Es interessierte ihn jedoch nicht. Nichts davon spielte mehr eine Rolle für ihn. Denn Sofiel würde bezahlen.
Der Klang seines nächsten Knurrens war sehr viel leiser als alles, was zuvor seinen Rachen verlassen hatte. Für einen Augenblick stand er besorgniserregend ruhig in der Mitte seines kleinen Spielbereichs, seines Privatsandkastens. Die Schultern des Dämons zitterten - die Muskeln in seinen Armen damit überfordert, sich durch seine Fäuste hindurch nicht die eigene Haut seiner Hände aufzuschneiden. Sein Blick lag auf Zephyr, welche beseelt die Ketten betrachtete, aus denen man Asher seine kleine, zarte, zerfetzte und beinahe blutleere Meerjungfrau entrissen hatte. Sie würde ihn nicht ansehen, doch Zephyr war nicht dumm. Sie behielt ihm im Auge. Und mochte es nur aus dem Augenwinkel sein. Also ging Asher in die Knie.
Ganz langsam, fast als wäre er es, der sich einem gefährlichen Raubtier annähern wollte und nicht andersherum, kniete er vor seinem Dolch nieder, im Zentrum des Siegels. Seine stechenden Augen verließen nicht eine Sekunde die Silhouette der Blauhaarigen. Er hatte seit kurz vor der Ankunft Zephyrs eine Veränderung in der Energie des Siegels bemerkt, es jedoch nicht realisiert, was sich in diesen wenigen Augenblicken änderte. Und dann erklang mit einem Mal das Geräusch von gleißendem Metall durch die Ruine, als würde es von jeder einzelnen Wand widerhallen. Der Dolch glitt mit einem einzigen, ruckartigen, wutentbrannt katalysierten Handgriff Ashers aus der Fuge - und das Siegel brach.
Binnen Sekunden hatte der Teufel seinen kleinen Spielbereich verlassen und war hinter der Hexe aufgetaucht, die noch immer ihre Augen geschlossen hielt. Für einen Augenblick parkte er den Griff seines Dolchs zwischen seinen Fangzähnen, als er seine Hände befreite. Und ohne jegliche Warnung knallten Ashers hohlraumgeformte Hände links und rechts gegen ihre Ohren. Der gewaltige Luftdruck, den er ihr somit in die Ohren fegte, würde sowohl ihren Gleichgewichtssinn als auch ihr Gehör lahm legen, für wie lange blieb abzuwarten.
Doch Asher würde seine zurückgewonnene Freiheit sicherlich nicht mit Warten verschwenden. Mit dem engelsblutgetränkten Dolch nun in seiner erhobenen Hand, packte er ihre Schulter von hinten und ließ die schneidige Klinge geschmeidig schnell in ihre Halsbeuge gleiten. "Da du mir kein Geschenk mitgebracht hast, muss ich mich wohl mit deinem eigenen Kopf begnügen, Schätzch-.."
Der Geruch von frischem Blut war überwältigend. Asher musste blinzeln, als er es roch. All seine Sinne schrien auf und ließen alles unwichtig erscheinen, was zuvor noch in ihm vorgegangen war, denn er roch Blut. Frisches, klares Blut welches der Eishexe aus dem Hals auf den Dolch und über seine Hand lief. Ein geknurrtes Stöhnen verließ ihn, als er der Bestie in sich nicht widerstehen konnte, sich vorbeugte und seine Nase direkt an Zephyrs Hals legte, um einen tiefen Atemzug zu nehmen. Ob sie davon bereits nach der Desorientierung etwas mitbekam wusste er nicht, doch es konnte ihn in diesem Augenblick nicht weniger interessieren.



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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   So 15 Okt 2017 - 0:53
 
Trotzt ihrer provozierenden Worte verging kein Augenblick, in dem Zephyr nicht wachsam blieb. Selbst, als sie dem rothaarigen ihren Rücken zudrehte und ihre Augen erneut öffnete, behielt sie seine Bewegungen aus dem Augenwinkel stets in Bedacht. Seine Geräusche, seine Energie. Nichts entging ihr, während ihre Finger über die rostigen Ketten strichen. Lebendig konnte sie sich vorstellen, was die Beute des Dämons hatte durchmachen müssen – immerhin war es auch einst ihr persönliches Vergnügen gewesen, Gefangene zu foltern. Auf diese Weiße lernte man unheimlich effektiv, was der menschliche Körper aushalten konnte – und was nicht.
Zephyr wusste genau welche Stellen die mit ihrem Eis durchbohren konnte, ohne ihren Feind zu töten. Und sie wusste, welche sie durchbohren musste, um ihm sein Leben zu rauben. Doch der eigentliche Spaß an diesen Tätigkeiten, war die ungebändigte Kreativität, die man nutzen konnte, um seinen Feinden das Leben zur Hölle zu machen. Es gab so viel schlimmeres als den Tod. Dinge, die sich viele der Leute, die hinter Gittern saßen, kaum vorzustellen vermochten. Doch die Eishexe hatte diese Dinge getan. Und sie wusste genau, dass auch Asher diese Kreativität innewohnte. Eine Charaktereigenschaft, die sie beinahe so sehr an ihm schätze, wie seinen schwarzen Humor. Einen Humor, denn sie selber grade an den Tag legte obwohl sie – nach Meinungen von anderen – wahrscheinlich grade dem Tod in die Augen sah.
Über ihre Gedanken hinweg, merkte sie jedoch erst zu spät dass sich die Atmosphäre und die Energie innerhalb der dunklen, kalten Zellen verändert hatte. Eine Veränderung, die Zephyr einen großen Nachteil verschaffen sollte. Denn kaum hatte sie sich dem rothaarigen Teufel wieder zugewandt, ihre Augen geschlossen und auf seine Reaktion gewartet, hörte sie etwas, dass sie nicht erwartet hatte: Asher hatte das Siegel gebrochen. Anspannung durchfloss ihren Körper und zeitgleich wanderte ihr Hand zu ihrem Schwert. Sie wusste zu was der Dämon in der Lage war und ebenso gut wusste sie, dass er sich innerhalb dieser Augenblicke wahrscheinlich von seinem Instinkt leiten ließ. Und alles in ihm schrie nach Blut und Tod. Beides Dinge, die Zephyr keinesfalls gewillt war ihm zu geben. Zumindest nicht, wenn es dabei um ihr eigenes Blut und ihren eigenen Tod ging.
Scheinbar hatte sie sich jedoch getäuscht, denn als ein unsagbarer Schmerz ihre Sinne im nächsten Augenblick erfüllte, wusste sie, dass irgendwo noch Verstand in dem Dämon vorherrschen musste. Schlagartig verlor sie das Gefühl für ihr Umgebung. Und die Fähigkeit dazu, ihren Gegner zu hören. Damit hatte sich die Situation zwischen den beiden angsteinflößenden Monstern gewaltig geändert, denn Zephyr konnte weder ihre Augen öffnen, noch auf die Geräusche des Dämons achten. Sie spürte, wie ihr eine warme Flüssigkeit an den Ohren hinab lief. Blut.
Hätte der rothaarige sie nicht so längst an der Schulter gepackt, hätte die Hexe wahrscheinlich das Gleichgewicht verloren. Ohne etwas zu sehen und ohne etwas zu hören, stellte sich dieser Kampf als eine einzige, köstliche Herausforderung da. Und als sie schließlich spürte, wie sich die Klinge seines Dolches tief in ihre Halsbeuge bohrte, entwich ihren Lippen ein leises Zischen. Es war immerhin nicht das erste Mal, dass er ihr diesen Dolch den ihren Körper jagte. Man sollte meinen, dass man sich an diese Art irgendwann gewöhnen könnte. Allerdings tat Asher schließlich etwas, dass die Nachteile der Hexe für einen Moment wieder ins Gleichgewicht brachten.
Denn scheinbar lauschte der rothaarige Dämon noch immer mehr auf seine Instinkte, als auf die strategisch klügere Stimme in seinem Inneren. Und er machte einen gravierenden Fehler. Auch wenn Zephyr in nicht sehen oder hören konnte, so konnte sie ihn spüren. Trotz der Schmerzen, die von ihrer Halsbeuge aus durch ihren gesamten Körper pulsierte, konnte sie den heißen Atem ihres Feindes an ihrer Haut spüren. Und als ihr dies bewusst wurde, breitete sich auf ihren schmerzverzerrten Zügen und kaltes Lächeln aus. Diese Situation erinnerte sie sehr an den Kampf am See – nur das Asher dieses Mal nicht dazu kommen würde, eine Kostprobe von ihr zu nehmen.
Innerhalb eines kurzen Augenblickes, hatte sich die Temperatur innerhalb der dunklen Steinruinen extrem heruntergekühlt und in einer der beiden Hände der Hexe formte sich ein eiserner Dolch. Jener Dolch, der Sekunden danach mit voller Wucht nach hinten in den Körper des Dämons verfrachtet wurde. Sie wusste nicht genau welche Stelle sie getroffen hatte – ausgehend von ihrer Körpergröße und der ungefähren Flugbahn würde sie allerdings auf den mittleren Teil seines Bauches tippen. Nichts gefährliches, zumindest wenn sie keine Organe getroffen hatte.
Allerdings konnte sich Zephyr auf dieser kleinen Genugtuung nicht ausruhen. Solange ihr Gehör nicht wieder zu ihr zurückkehrte, war sie im Nachteil. Nur durch die Energie in der Luft und durch ihre eigenen Kraft, konnte sie die Bewegungen des Dämons nun noch erspüren, während sie sich selber kaum bewegen konnte. Wie kam ein instinktgesteuerte Teufel auch dazu ihre Sinne lahm zu legen? Das dies seine Spezialität war, wusste Zephyr zwar, aber eigentlich hatte sie gedacht dass sich dies nur auf den Sehsinn konzentrieren würde!
Ein leises Knurren entwich ihrer Kehle während sie die Eiskristalle in der Luft nutzte um zu erspüren, was um sie herum passierte. „Das Pfefferminz Bonbon kannst du vergessen, Freundchen.“


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   So 29 Okt 2017 - 16:50
 


Asher & Zephyr
21. Juni, Nachts | In Ashers Kerker

Der Teufel konnte kaum richtig klar sehen, sein Blutdurst nahm ihn vollkommen ein und ließ seine Sicht verschwimmen. Der Verlust Alicias hallte in jeder seiner brennenden Adern nach, in denen ihr köstliches Blut zirkulierte und das Adrenalin in Asher auf Hochtouren laufen ließ. Er wusste nicht, ob sie es geschafft hatte mit den letzten, erbärmlich geringen Tropfen ihres Blutes zu überleben, doch dafür fand sich kein Platz in seinen Gedanken, nicht jetzt. Die Pein ihres gestohlenen Todesaugenblicks war darin viel präsenter und blendete alles andere aus. Seine Wut entflammte jede einzelne seiner Adern und brachte all seine Sinne zum Singen. Er konnte die zähe, gestohlene, die für so viele Lebewesen so lebensnotwendige Flüssigkeit durch seinen ganzen Körper pulsieren fühlen, spürte den Herzschlag, um den er sein Opfer nahezu vollständig beraubt hatte. Das seit zwei Monaten stetige Gefühl von fließendem Blut in seinen Adern hatte den Dämon während seines rücksichtslosen Quermordens beinahe vergessen lassen, dass dies nicht sein Normalzustand war. Dass dies nicht gut war, nein, alles andere als das. Die Gier nach dem Blut sperrte jedoch noch immer jeglichen rationalen Gedanken aus. Zu frisch war die letzte Zufuhr, zu groß der Zorn des Verlusts seines süßen, kleinen Opfers. Und nicht einmal das unmissverständliche Herausfordern der blauhaarigen Hexe konnte seine Stimmung umschlagen lassen - ganz im Gegenteil. Einen schlechteren Zeitpunkt für einen Besuch hätte sie nicht treffen können.
Er ließ seiner Wut freien Lauf, kaum dass er das verfluchte Siegel endlich gebrochen hatte. Und Zephyr hielt keine Sekunde stand. Ohne Rücksicht auf Verluste, blind dafür, es in diesem Moment auf seine Verbündete abgesehen zu haben - nicht, dass ihn das im nüchternen Zustand überhaupt groß gekümmert hätte -, flogen seine Handflächen gegen ihre Ohren und sein Dolch tief in ihren Hals. Er schnitt direkt in das empfindliche Fleisch zwischen der Schulter und den fragilen Halsfasern unter ihrem blauen Haar, ein Ort an dem er sich nur viel zu gern an dem dort fließenden Blut bedienen würde. Doch eben dies war es, welches ihm zum Verhängnis werden sollte und welches seine Sinne vollkommen zum Übersteuern brachte. Blut. Kaum eine nennenswerte Zeit war es her, dass er Alicia im Blutrausch beinahe das Leben genommen hatte und schon fand er sich wenige Zentimeter vor der nächsten verlockenden Blutquelle wider. Doch nicht für lange.
Die eiskalte, scharfe Spitze einer überraschenden Waffe stach ihm mit ähnlich brutaler Gewalt in die Seite, die er selbst für das Einrammen seines Dolches verwendet hatte. Ein geächztes Knurren kam über seine Lippen und er schnappte mit aufgerissenem Mund direkt über ihrer Halswunde nach Luft, wodurch eine neue Welle des Blutduftes in seine empfindliche Nase geriet. "Miststück", zischte er durch zusammengebissene Reißzähne und verzog das Gesicht, als er sich leicht vorbeugte und sowohl zum Halt durch den Schmerz in seinem Torso, als auch aus Gier heraus, sein Kinn direkt an ihrer Schulterwunde ablegte. Seine Augen fixierten die roten Blutstropfen als stünde er unter ihrem Bann, während er Zephyrs Worte währenddessen vollkommen ignorierte. Er mochte nicht wie sie für den Moment taub sein, doch Zuhören tat er genauso wenig.
Den Rotschopf interessierte neben dem unsagbar verlockenden Blutgeruchs nichts anderes mehr, er war vollkommen blutgesteuert - und in einem Moment, in dem er seinen Kampfesverstand sehr gut hätte gebrauchen können, waren von diesem nur noch die Basisfunktionen übrig geblieben, die notwendig waren um an sein heißgeliebtes Blut zu kommen. Dass man diese Basisfunktionen des Dämons nicht unterschätzen durfte, hatte das blonde Engelsbiest am eigenen Leib erfahren und auch Zephyrs verlorenes Gehör zeugte davon. Doch es nahm dem Rotschopf einiges an Rationalität und alles an Taktik, was er besaß, was aus ihm ein Tier machte. Blutrünstig, gefährlich und wahnsinnig. Aber mit der nötigen Kampferfahrung bezwingbar. Und das war es, wofür Zephyr hier war.
Ashers freie Hand umschloss das kalte Eis des zum Dolch gewordenen Eiszapfens, welcher aus seinem Unterleib herausragte und das Schwarz seines blutdurchtränkten Hemdes noch weiter zerrissen hatte. Seine andere Hand zog mit einem vor Wut grollenden Knurren seinen wertvollen Dolch aus der Schulter der Hexe, nur um ihn wutentbrannt gleich noch einmal in dieselbe Stelle zu rammen. Blut flog ihm entgegen und befleckte sein Gesicht, und als seine Zunge einmal hervor schnellte um einen Blutstropfen einzusammeln, der auf seiner Wange gelandet war, leuchtete das Gelb seiner Augen bestialisch auf.
Ohne lange darüber nachzudenken, ließ er seinen Dolch dieses Mal in ihr stecken um die Hände frei zu haben, und schloss diese kurzerhand beide mit einem eisernen Griff um den Oberkörper der Hexe. Ihm wohnte keinerlei Rücksicht inne, weder für die Hexe noch für sich selbst, als er sie gepackt von vorn an sich presste und sich gemeinsam mit ihr überschlug, um die Blauhaarige imselben Zug nach ihrer Landung gegen die Steinwand seines Kerkers zu werfen.
Mit gebleckten Zähnen entließ er sie aus seinem Griff, wodurch sie durch die Wucht des Überschlags wie geplant an der kalten Steinwand mit Wucht mit ihrem Rücken abprallte - doch auch Asher tat dies, wenn auch auf der anderen Seite der Zelle. Rote Strähnen hingen ihm im verzerrten Gesicht, als er die Schultern rollte und sich von der Wand erhob, mit zu Klauen geformten Händen und geduckter Haltung, bereit zum Sprung. Er brauchte seinen verfluchten Dolch nicht, er brauchte Blut - irgendwelches. Und Zephyrs war das am besten zu erreichende.



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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Mo 30 Okt 2017 - 15:22
 
Ein leises Knurren entwich den Lippen der Eishexe, als sie spürte wie der rothaarige Teufel sein Kinn direkt an ihrer Schulterwunde ablegte. Seine Reisszähne befanden sich für ihren Geschmack viel zu dicht an ihrer Kehle, weshalb sie beinahe dazu geneigt war, ihm einen zweiten Eisdolch durch den Körper zu jagen. Doch im Augenblick würde sie damit nur Körperbereiche erreichen, an denen Wunden zum Tode führen könnten. Und Asher war zwar im Moment ihr Gegner, aber theoretisch war er auch noch immer ihr Verbündeter. Weshalb sie sich damit zurückhielt, ihm einen Dolch direkt durch die Brust zu rammen. Ein Vorhaben, welches sie schon Augenblicke später bereute.
Zischend spürte sie, wie der rothaarige Teufel seinen Dolch unsanft aus der Wunde an ihrer Schulter riss – nur um diesen kurz darauf noch einmal tief in ihr Fleisch zu pressen. Keuchend musste die Eishexe einen Ausfallschritt nach vorne machen, um nicht noch einmal das Gleichgewicht zu verlieren. Die Schmerzen überraschten sie, hielten sie aber keineswegs davon ab, weiter über eine passende Strategie für diesen Kampf nachzudenken. Etwas, dass sich änderte, als sie von dem Dämon kurzerhand gepackt und durch die Luft geschleudert wurde.
Ein schmerzerfülltes Keuchen entwich den Lippen der blauhaarigen Hexe, als sie mit ihrem Rücken gegen die kalte Steinmauer knallte und schließlich auf dem Boden aufkam. Die hexe zwang sich dazu, schnellstmöglich wieder auf die Beine zu kommen, denn in einem Kampf wie diesem, konnte sie sich keine Pause gönnen. Ein falscher Schritt, ein falscher Atemzug und sie würde nicht nur diesen Kampf, sondern höchstwahrscheinlich auch ihr Leben verlieren. Und allein der Gedanke daran, zauberte der Eishexe ein kaltes Lächeln auf die Lippen. Denn nur aus diesem Grund hatte sie ihre Welt damals verlassen. Das war der Grund, weshalb sie nun Cadysa ihre Heimat nannte – eine Heimat, die sie mit Hilfe des Dämons innerhalb weniger Momente in Flammen setzen konnte. Oder aber unter einer festen Eisschicht begraben würde. Niemand hatte ihr die Stirn bieten können, niemand hatte sich das getraut. Das war etwas, dass sich nur der rothaarige Dämon traute, mit dem sie immer wieder aufeinander prallte – und das, obwohl sie eigentlich Verbündete waren.
Wobei, wahrscheinlich war auch grade das der Grund, weshalb die beiden sich immer wieder in Kämpfen wiederfanden. Denn würden sie sich nicht gegenseitig aufhalten, würde diese Stadt wahrscheinlich schon lange nicht mehr existieren. Genauso wenig wie es der Wald tat, der einst in lebendiger Schönheit den See umkranzt hatte. Doch nun musste sich Zephyr auf weitaus wichtigeres konzentrieren: Nämlich auf ihren Gegner.
Es war ein leichtes für die Hexe, den Schmerz der ihren Körper erfüllte zu ignorieren. Blaue Haarsträhnen hingen ihr in das blasse Gesicht, während sie ihre Finger an die Steinmauer in ihrem Rücken legte. Fast so, als würde sie Halt suchen – allerdings war der wahre Grund ein völlig anderer.
Eis breitete sich wie eine unsichtbare Schicht auf den Steinen aus, die den Kerker unter der Erde formten – eine Vorkehrung dafür, dass Zephyr ihre Kräfte schneller einsetzen könnte. Denn Schnelligkeit war etwas, auf das es in diesem Moment ankam. Asher hatte durch die Blutsucht ebenfalls Nachteile, doch seine Reaktionen und seine Angriffe waren geprägt von Schnelligkeit und Stärke. Zephyr musste also nur einen Weg finden, dem Dämon eine geeignete Falle zu stellen.
Auf einem engen Raum wie diesem zu kämpfen konnte sowohl Vorteile, als auch Nachteile mit sich bringen. Asher war schnell, sodass Zephyr keine Chance hatte großartig auszuweichen, doch dafür hatte sie den Vorteil, dass sie noch immer ihren Verstand nutzen konnte. Denn die Blutsucht, die die Hexe schon damals am See hatte kennen lernen dürfen, schien den Verstand des Dämons nun endgültig verseucht zu haben. Jegliches rationales oder taktisches Denken schien verschwunden zu sein – etwas, dass sich Zephyr zum Vorteil machen konnte. Und auch musste. Denn im Gegenzug dafür, fehlten ihr zwei ihrer Sinne.
Dem Dolch, der noch immer tief in ihrem Körper steckte, schenkte Zephyr in erster Linie keine Beachtung mehr. Der Schmerz, der von der Wunde aus durch ihre Sinne pulsierte war etwas, dass sie leicht ignorieren konnte – und zudem diente die Klinge nun noch dazu, die Blutung zumindest weitestgehend zu stoppen. Doch in einer Situation wie dieser, durfte die Eishexe nun keine weitere Zeit mehr verlieren. Die Atmosphäre innerhalb der dunklen und kalten Steinmauern wurde immer erdrückender, immer angespannter. Und die blauhaarige Hexe war sich sicher, dass normale Wesen unter einem solchen Druck schon lange zusammen gebrochen werden. Doch leider waren weder der Dämon, noch sie normal. Sie waren Monster.
Ein trockenes Lächeln umspielte die Lippen der Eishexe, während die Temperatur innerhalb des Kerkers immer weiter herunter kühlte. Soweit, dass sich schon bald ein dichter Nebel auf dem kalten Steinboden befand. Eine Technik, die sie schon damals im Wald gegen den Dämon eingesetzt hatte – und mit welcher sie sich nun zurecht finden musste. Der Nebel, der ihre Magie wie ein Katalysator weiterleitete, war ihre einzige Möglichkeit den Dämon zu orten. Nur so konnte sie mit hoher Genauigkeit wissen, wo er sich befand. Und kaum spürte sie die dunkle Energie vor sich, richtete sich ihre geschlossenen Augen auf ihren Gegner.
In einem Kampf wie diesen musste sie sich blind auf ihre Kräfte und ihr taktisches Geschick verlassen können, denn inzwischen hatte es Asher geschafft schon zwei ihrer Sinne außer Gefecht zu setzen. Durch den ersten Angriff des Dämons hatte sie ihr Gehör verloren und bis jetzt konnte sie nicht einschätzen ob es von alleine wiederkehren würde, oder nicht. Und sollte sie den Fehler begehen und aus Reflex die Augen öffnen, würde sie sich wahrscheinlich nur Sekunden später in einer blutverseuchten Halluzination des Dämons wiederfinden. Und damit würde ihr Schicksal besiegelt. Denn dieses Mal würde der rothaarige Teufel sicherlich keine Zeit damit verlieren und sie augenblicklich außer Gefecht setzen.
Ihr Verstand überschlug sich, während sie innerhalb von wenigen Augenblicken die verschiedensten Möglichkeiten durchging, um Asher kampfunfähig zu machen. Sie konnte die Energie des Dämons vor sich spüren – sie standen sich gegenüber. Er bereit dazu sie anzugreifen. Und sie bereit dafür, dass Raubtier in seinen Käfig zu sperren. Mit einem leisen Atemzug entließ sie die Luft, die sie für kurze Zeit innerhalb ihrer Lunge gefangen gehalten hatte. Noch immer schmückte ein kühles Lächeln ihre Lippen, während ihre Finger die Steinmauern in ihrem Rücken berührten. „Du hättest das Pfefferminz Bonbon wählen sollen, mein Lieber. Denn dieses Mal lass ich dich nicht so einfach davon kommen,“ flüstert sie, ehe sie eine Welle Magie durch die Eisschicht auf den Steine schickte. Und kaum einen Augenblick später konnte sie in ihren Fingerspitzen spüren, wie der Eisdolch die Seite des Dämons durchbohrte. Es schien dieselbe Stelle zu sein, die sie schon zuvor getroffen hatte. Nun waren die beiden Monster zumindest wieder quitt, immerhin hatte er seinen Dolch ebenfalls noch einmal in die tiefe Wunde geschlagen. Doch so würde die den Teufel nicht halten können, weshalb die Eishexe auch schon kurz darauf zu einem zweiten Angriff überging. Der Nebel wanderte beinahe unauffällig langsam die Beine des Dämons herauf, kühlte seine eigene Temperatur herunter und wenn er sich nicht schnell von dort wegbewegen würde, würde er schon bald auf der Stelle fest gefroren sein. Ob er sich wohl gut als eine Eisfigur machen würde?


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Do 16 Nov 2017 - 11:24
 


Asher & Zephyr
21. Juni, Nachts | In Ashers Kerker

Ashers Dolch ragte aus der Schulter der Blauhaarigen wie eine blutige Trophäe, als die Hexe sich keuchend von ihrem Sturz aufrichtete. Der Dämon befand sich bereits wieder auf den Beinen, knurrend und hemmungslos warnend die Reißzähne bleckend. Sein gesamtes Äußeres erinnerte kaum noch an etwas Menschliches, denn dank des rasenden, pulsierenden Blutes, welches ihm durch die Adern floss wie die vergiftende Droge, die es für ihn war, waren jegliche Gedanken die nichts mit der Rache für seine gestohlene Meerjungfrau zu tun hatten, lange schon aus seinem Kopf verschwunden. Durch die langen, blutverklebten roten Haarsträhnen hindurch, die ihm in das finstere Gesicht hingen, behielt er die Eishexe im Auge wie ein aufgescheuchtes Raubtier.
Er spürte keine Wunden an sich und auch keinerlei Schmerzen, obwohl er nicht unverletzt war - der blonde, geflügelte Abschaum, der sich vor kurzem entschlossen hatte ihm einen ach zu heiligen Besuch abzustatten, hatte mit ihrer Lichtmagie seine Haut teilweise versengt und aus seinem Torso floss ein stetiger, kleiner Strom des kostbaren Blutes, welches er Alicia ursprünglich genommen hatte und welches nun schmerzlos an die übrig gebliebene Wunde des Eisdolchs erinnerte, die Zephyr an seinem Bauch hinterlassen hatte. Er spürte keine Schmerzen, nur Wut. Da war nur noch Wut.
Beinahe war er schon nicht mehr dazu in der Lage, Zephyr überhaupt als Zephyr zu erkennen. Seinen Rachegelüsten war es egal, wer ihn dort gerade attackierte. Es war Jemand, der sich unbefugt in seinen Ruinen befand, hinunter in seinen Kerker gestiegen war und nun den Preis dafür zahlen würde - und nicht nur dafür. Er. Brauchte. Blut. Für ihn war es gar keine Option mehr, auch nur daran zu denken die Zufuhr einzustellen, erst recht nicht, nur weil Alicia ihm gestohlen worden war. Im Gegenteil. Vielmehr war es ein Anreiz, eine noch viel größere Jagd, deren Ausmaße sich erst noch zeigen mussten. Und am Ende würde er sich sehr viel mehr holen, als nur Alicia - denn der schmierige Engel stand nun auch auf seiner Liste. Und das noch auf einem sehr viel höheren Platz als die kleine Fisch-Missy.
Ein bestialisches Grinsen breitete sich auf seinen blutverschmierten Lippen aus, als er beinahe zu geschmeidig für seine Wunden eine Ausweichrolle zur Seite vollführte, bevor Zephyr dem Dämon zuvorkommen konnte.
Der Rotschopf war in seinem zornesblendenden Adrenalinkick nur nicht dazu in der Lage, seine bestialische Wut zu seinem Vorteil zu nutzen. Er war blind für das, was den Kampf zu seinen Gunsten verhelfen konnte, er war blind für die kalte Taktik in jeder von Zephyrs Bewegungen und Taten. Allem voran war er blind darin, Zephyr nicht einmal im Ansatz unter Kontrolle zu haben, geschweige denn ihren Blick einfangen zu können, doch daran hatte er in dieser verfluchten Zeit auch noch keinen einzigen Gedanken verschwendet. Es war ihm so egal wie es ihm die Frage war, ob sie ihren Besuch in seinen Kerkern überhaupt überleben würde. Denn trotz Ashers Taktikblindheit sah es momentan nicht sehr gut für sie aus. Doch die Eishexe wäre keine strategische Künstlerin, wenn sie es nicht zu ihrem Vorteil nutzen würde, wie blind die kalte, rachsüchtige Wut das zorneszerfressene Monster vor ihr machte. Und genau dies tat sie auch und verschaffte sich so den entscheidenden Vorteil.
An den Gefallen, den die Blauhaarige ihm damit tat, war Asher nicht in der Lage zu denken. Auch nicht an die Gefahr, die er in geistesabwesendem, blutverseuchten Zustand nicht nur für alle anderen, sondern auch für sich selbst und jeglichem klaren Gedanken in sich darstellte. Zephyrs lästerliche Worte erreichten ihn kaum noch, als das Gefühl ihn überrumpelte, eine neue Adrenalinwelle durch seinen Körper hindurch fließen zu spüren. Hätten die Worte ihn erreicht, hätte er wohl gelacht. Schließlich hatte sie ihn nie wie sie es sagte, entkommen lassen, vielmehr schafften sie es immer wieder, sich gegenseitig Schachmatt zu setzen. Jeder Muskel seines Körpers war zum Zerreißen gespannt, sein Atem unruhig, das Blut, das ihm von der Unterlippe und von den Händen auf den kalten Kerkerboden tropfte, dickflüssig und stetig. Und keinen Augenblick später spürte er das kalte Ziehen einer bekannten Eiswaffe Zephyrs, direkt wieder in seinem Torso, an einer Stelle wo er es zuvor bereits schonmal gespürt hatte.
Sein Aufkeuchen erinnerte an das Aufjaulen eines verwundeten Tiers, doch der Teufel verschwendete keine Zeit. Mit dem Wahn, in den das Blut in seinen Adern ihn versetzte, war Geduld keine seiner Tugenden mehr. Er wollte seinen Angreifer tot sehen und das sofort! "Du hättest mir den Engel tot bringen sollen, Zephyr! Tot!", brüllte er und seine Stimme fand ein tiefes, grausames Echo an jeder einzelnen Kerkerwand. Er ignorierte, dass sie weder seine Stimme noch eines der Echos hören konnte, als er sich, den Dolch in seinem Bauch ignorierend nach vorn warf, um seine Hände mit steinernem Griff um ihre Kehle zu schließen und sie mit reiner Körperkraft von den Füßen zu reißen.
Nur durch ihre Ablenkung durch das Herunterkühlen der Temperatur war ihm dies womöglich gelungen, doch er verschwendete keine Gedanken daran, wie er in die Position gelangt war. Für ihn zählte nur, sie unter sich liegend zu haben, mit seinen beiden Händen um ihre Kehle gelegt und zugeschnürt wie ein gut verpacktes Geschenk. Er wollte sehen, wie sie nach Luft rang, wie ihr Leben in seinen Händen langsam dahin siechte. Er wollte sehen, wie ihre Augen sich weiteten und sie dem Tod entgegen blickte. Wie sich eine ganz kleine Vorschau der Hölle in ihren Augen spiegelte. Erst als all diese Gedanken seinen Kopf verseuchten, während er Zephyr jegliche Luft abschnürte, wurde ihm bewusst, dass er Alicia in ihr sah. Alicias Tod war ihm genommen worden, ihr Mord war es, was ihm zur Vollendung seines zweimonatigen Rausches fehlte. Er sah nicht Zephyr vor sich, er sah sein kleines Opfer, das es gewagt hatte seinen Fängen zu entfliehen. Mit der Hilfe dieses Engels. Ashers Hände schlossen sich wenn möglich noch fester um ihre Kehle und das Keuchen, dass sie dadurch nicht verhindern konnte, nährte Ashers Wahnillusion von der kleinen blonden Meerjungfrau, die er endlich, endlich tot sehen wollte. Ihm sollte nicht mehr bewusst werden, dass genau diese Wahnillusion sein größter Fehler werden sollte. Denn das hier war nicht Alicia. Und Zephyr mochte zwar in lebensbedrohliche Atemnot geraten, doch der Dolch in Ashers Torso und die Eiszeit, die sich um ihn herum ausbreitete, sprachen ihre eigene Sprache.



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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Do 16 Nov 2017 - 12:20
 
Das Machtverhältnis zwischen den beiden Monstern war unausgeglichen. Asher konzentrierte sich weder auf eine genaue Taktik noch auf seine eigenen Wunden und ließ sich von seinen Instinkten und seiner Sucht anleiten, während Zephyr bedacht handelte. Sie musste jeden noch so kleinen Vorteil für sich nutzen, denn andernfalls würde sie diese Nacht nicht überleben. Eine Tatsache, der sie sich sehr wohl bewusst war. Doch den Schmerz ignorieren konzentrierte sich die blauhaarige darauf den Zustand des Dämons einzuschätzen. Er ignorierte seine Wunden und die Angriffe der Hexe, wurde blind für das, was sie plante. Und ein missbilligendes Knurren entwich ihren Lippen. Obwohl ihr Leben auf dem Spiel stand, wusste sie, dass der Teufel zu sehr viel mehr in der Lage war als das hier. Er kannte die Techniken der Eishexe, wusste um ihre Schwächen und sogar um ihre größte Angst. Doch anstatt irgendetwas davon gegen sie zu nutzen, ruhte er sich darauf aus, dass er ihr zwei ihrer Sinne genommen und sie verletzt hatte. Schnelligkeit und Kraft würden ihm in diesen Kampf nicht den Siegen verschaffen.
Ihre Kräfte warnten sie davor, dass sich der rothaarige Teufel in Bewegung gesetzt hatte, doch auch wenn sie es gewollt hätte, hätte sie seinem Angriff nicht ausweichen können. In diesem Augenblick war Asher sowohl der schnellere als auch der stärkere von ihnen beiden – was aber keinesfalls hieß, dass er aus dieser Situation als Gewinner hervor gehen würde. Sie spürte, wie sich seine Hände fest um ihre Kehle schlossen und ihr jegliche Möglichkeit nahmen, nach Luft zu schnappen. Keine Panik. Im Durchschnitt konnten Personen die Luft bis zu einer halben Minute anhalten – eine Zeitspanne, die zu klein war um dem Angriff des Dämons stand zu halten. Doch Zephyr gehört nicht dem Durchschnitt an. Und sie würde Asher zeigen, welchen fatalen Fehler er begangen hatte, als er sich ihr auf diese Art und Weiße genähert hatte.
Selbst wenn ihren Lippen ein atemloses Keuchen entwich, ließ sie ihre Augen geschlossen und schien – im Gegensatz zu anderen Opfern ruhig und entspannt. Sie konnte spüren, wie sich das Eis innerhalb des Körpers des Teufels ausbreitete. Und auch wenn sie willentlich die lebenswichtigen Organe umging, ließ sie es sich nicht nehmen, dem Dämon Schmerz zuzufügen. Denn das gleiche tat er mit ihr, und wer wäre sie, wenn sie ihm diesen Gefallen nicht zurückgeben würde.
„Das... w..ar... ein.... F..ehler...,“ flüsterte sie, während sie ihre Arme hob und um die Handgelenke des Dämons legte. Allein mit roher Gewalt, würde sie es nicht schaffen, dass Asher seinen Griff lockern und sie los lassen würde. Doch rohe Gewalt war in dieser Nacht auch nicht ihre Spezialität – sondern seine. Lieber griff die Eishexe nach ihren geliebten Strategien, und der rothaarige Teufel, der selbst in diesem Zustand ein ernst zunehmender Gegner war, spielte direkt in ihre Karten. Nur leider schien ihm dies keineswegs bewusst zu sein, andernfalls hätte er sich ihr nicht genähert.
Erinnerungen des Mädchens aus der Bar schossen ihr durch den Kopf und mit einem entzückten Hintergedanken, schossen spitze Eiszapfen aus der Kehle des Dämons. Schmerz alleine würden den Dämon nicht dazu bringen sie los zu lassen, aber sie ließ es sich nicht nehmen ihn zumindest noch etwas zu malträtieren. Als sie ihre Augen fester zusammendrücken musste, merkte sie allerdings auch, dass ihre Zeit langsam knapp wurde und sie keine Zeit hatte, noch etwas mit dem rothaarigen Teufel zu spielen.
Hätte sie gekonnt, wäre ihr wohl in diesen Moment noch ein Seufzen über die Lippen gekommen, doch dafür fehlte ihr schlicht und einfach die nötige Luft. Es ärgerte Zephyr, dass sie darauf achten musste, ihn nicht lebensbedrohlich zu verletzen, doch selbst wenn der Teufel es im Augenblick nicht wahrzunehmen schien, waren die beiden immer noch verbündete. Und wenn die Eishexe es nicht schaffte ihn außer Gefecht zu setzen, würde nicht nur sie heute Nacht ihr Leben verlieren. Wahrscheinlich würde noch vor dem Sonnenaufgang die ganze Stadt in Flammen stehen und so egal wie ihr die Wesen in diesem Ort waren, gab es dort jemanden, denn sie beschützen musste. Denn sie beschützen wollte.
Das Eis innerhalb des Körpers des Teufels breitete sich immer schneller aus. Es gab nur zwei Möglichkeiten den Dämon außer Gefecht zu setzen und ihr eigenes Leben zu retten: Entweder sie tötete ihn – was natürlich nicht im Sinne ihres Bündnisses stand – oder sie brachte ihn dazu, dass Bewusstsein zu verlieren. Mit einem leisen Knurren, beschleunigte sie die Ausbreitung des Eis, dass in dem Körper des Dämons zirkulierte und brachte es dazu, sich an sein größtes Organ zu setzen – seine Haut. Sie spürte, wie unbeweglich der Dämon wurde. Eine lebendige Eisstatur. Etwas, dass ganz nach ihrem Geschmack war und mit genügend Kraft konnte sie die Finger des rothaarigen nun von ihrem Hals lösen. Als ihre Füße auf dem Boden aufkamen holte sie einen tiefen Atemzug, ehe sie sich hinter ihren Gegner bewegte. Immerhin war dieser Kampf noch nicht vorbei. Nicht, ehe dem Dämon nicht alle Licht ausgegangen waren. Sie löste ihr Schwert samt der Hülle und spannte die Muskeln in ihrem Körper an, ehe sie die Augen öffnete und mit einem gekonnten, kräftigen Schlag in den Nacken des Dämons sein Bewusstsein raubte.
Doch Zeit sich zu entspannen blieb der Hexe nicht. Sie wusste nicht wie lange Asher wirklich bewusstlos bleiben würde, noch wusste sie, wie sein Zustand sein würde, wenn er wieder zu sich kam. „Begeistert wird er wohl nicht sein,“ murmelte sie, ehe sie den Dämon in den leeren Kerker zog und ihm die Arme mit der eisernen Kette verband. Für einen Moment war sie fast dazu geneigt seine Augenlider hochzuziehen, allerdings war die Gefahr noch immer viel zu groß, weshalb sich die Eishexe dagegen entschied und stattdessen lieber die Kerkertür hinter sich ins Schloss fallen ließ. Erschöpft ließ sie sich gegen die kalte Steinmauer sinken, während das Eis an den Wänden und der eisernen Tür dafür sorgte, dass Asher dieses Verlies so schnell nicht verlassen würde. Und Zephyr auch nicht – immerhin würde sie so lange hier unten ausharren müssen, bis der rothaarige wieder zu Verstand gekommen war.
Erst jetzt kümmerte sich die Eishexe um ihre eigenen Wunden, zog den Dolch aus ihrer Schulter, welchen sie neben sich auf den Boden fallen ließ und schloss die Verletzungen mit ihren Kräften. Gegen die Verletzungen an ihrem Gehör, konnte sie nichts tun, weshalb sie nur warten konnte – warten und hoffen, dass ihr Gehör bald zurückkehren würde. Genauso wie es darauf galt zu hoffen, dass auch der Verstand des Dämons wieder zurückkehren würde.


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Do 16 Nov 2017 - 13:27
 


Asher & Zephyr
21. Juni, Nachts | In Ashers Kerker

Ashers gesamter Körper stand unter Strom, in dem Gelb seiner Augen blitzte das Adrenalin und seine Hände schlossen sich so fest um Zephyrs Hals, dass sie zweifellos Druckspuren hinterlassen würden. Eine hübsche, rote Wunde, wo seine Hände gewesen waren. Doch Asher zielte nicht darauf ab, die Eishexe zu verzieren. Er wollte ihr das verfluchte Leben nehmen, er wollte sehen, wie es aus ihren leer werdenden Augen erlosch. Nur war es nicht Zephyr, bei der er dies sehen wollte. In seinem eigenen, blutsüchtigen Wahn sah er Alicia unter sich liegen. Das kleine Fischmädchen, dass ihm ganze zwei Monate Gesellschaft geleistet hatte. Ihr süßes Blut hatte einen bitteren Nachgeschmack auf seiner Zunge hinterlassen, als das blonde Engelsgeflügel sie ihm entrissen hatte und dem roten Teufel verlangte es nach nichts anderem mehr als Rache.
Ein Blutstropfen löste sich von einem seiner Reißzähne und tropfte auf Zephyrs Wange, während der Dämon immer stärkeren Druck ausübte, um in ihren verfluchten, geschlossenen Augen das sehen zu können, was sich seine Rache ersehnte. Nicht einmal, um sie hypnotisieren zu wollen. Er hatte Alicia in den zwei Monaten gebrochen, sie hatte es nicht länger nötig von ihm Illusionen auf den Hals gejagt zu bekommen. Ihr gesamter Körper hatte bereits zu Zittern begonnen, wenn er nur die Treppe seiner Ruinen hinunter geschritten war. Nein, er wollte seine feurige Heimat in ihren sterbenden Augen sehen, wollte sehen wie das Licht darin erlosch, mit dem sie sich an ihrem hauchzarten Lebensfaden festgehalten hatte.
Doch es war nicht Alicia. Und Zephyr blieb nicht untätig. Diesen fatalen Fehler beging sie niemals, wenn sie mit Asher aneinandergeriet und es hatte ihr mehr als einmal das Leben gerettet. Der auf Rache versessene Dämon hatte sie unter sich komplett bewegungsunfähig, aber nicht handlungsunfähig werden lassen. Ihre Hände legten sich an Ashers blutverschmierte Handgelenke, doch konnte sie seinen eisernen Griff aus purer Gewalt nicht von ihrem erstickenden Rachen lösen. Die Kälte des Kerkers, die sie zuvor jedoch ausgelöst hatte sowie der Eisdolch, der Asher noch immer aus der Seite ragte, spielten ihr nun entscheidend in die Karten.
Ihre gewürgten Worte erreichten kaum seine Ohren, geschweige denn ihre Bedeutung und er bleckte mit giftiger Miene die Zähne, als er sich noch näher über sie beugte. Sein gesamter Körper ragte bedrohlich über ihrem auf und seine Hände hatten sie sicher im Griff, raubten ihr jeglichen Atem und schnürten jede einzelne Faser ihres Halses ab. Er konnte sehen, wie ihre Gesichtsfarbe weiß wurde. Und doch war er nicht auf den Schmerz vorbereitet, welcher sich durch seinen Körper fraß. Doch er ließ nicht los.
Kälte zog sich durch seine Gliedmaßen, bis hinein in seine Füße und hin zu seinen langen, krallenden Fingern, die sich nicht einen einzigen Millimeter lockern ließen. Er war lange schon nicht mehr in der Situation präsent, er hatte sich in seinem Blutwahn verloren und war seiner Vision von der todesnahen Alicia verloren. Gefangen in einer von ihm selbst erschaffenen Illusion, dazu verflucht ihrem Verlust nachzujagen, bis jegliches Adrenalin und Tierblut seine Adern verlassen hatte. Das Eis wanderte tiefer, zerfraß seinen Körper langsam von innen heraus, und doch zeigten Ashers Muskeln kein Nachgeben. Zephyr konnte sich in Körperkraft nicht mit dem Dämon messen, doch darauf hatte sie es auch nicht abgesehen. Zephyr hatte keine Wahl, entweder sie unternahm etwas, oder sie konnte sich, ohne das es in der nüchternen Absicht des Teufels lag, von ihrem Leben verabschieden. Und dann handelte sie endgültig.
Ashers Hände, die noch immer Zephyrs erblasstes Gesicht einrahmten, verloren an Halt, als Ashers Körper aufhörte ihm zu gehorchen. Tausende, winzig kleine Eiskristalle wanderten über seine verbrannte Haut und ließen die Brandspuren funkeln, als würden sie zu Diamant verarbeitet werden. Der Eisdolch in seinem Torso war der Ausgangspunkt, von dem aus sich das Eis wie kleine Fenstereisblumen über seinen ganzen Körper erstreckte und ihm bis hinauf in den Rachen und zu seinem Kinn wanderte. Ashers zornesgeweitete Augen blitzten auf, doch fanden sie in Zephyrs eigenen Geschlossenen kein Ziel und seine Wut fand keinen Filter, als die Kälte ihm die Kraft nahm, sie weiter festzuhalten. Doch seine Bewegung war noch nicht vollends eingeschränkt. Und trotz der Kälte riss sich der Dämon von ihr los, um noch ein letztes Mal zu ihr herum zu wirbeln, kurz nachdem sie seinem luftabschnürenden Griff entkommen war.
Seine Faust raste auf ihre Knöchel zu, die das einzige waren was er in seiner Position an ihr erreichen konnte, Sekunden bevor eine gewaltige Druckwelle durch den Teufel hindurchraste, die von seinem Nacken ausging. Ein bestialisches Knurren war das letzte was seine Kehle verließ, zusammen mit seinem Schlag gegen ihre Fußgelenke, bevor sein Augenlicht erlosch und er jegliches Gefühl verlor. Seine Blutgier ließ seine gesamte Umgebung in dem letzten Augenblick seines Wahns blutrot erscheinen, bevor sein Körper schwer nach vorn viel, all seine Muskeln erschlafften und den Dämon das Bewusstsein verließ.
Kleine Eisspitzen ragten aus seiner Kehle heraus und seine verbrannte Haut war überzogen von einer hauchzarten, dünnen Eisschicht, die seinen Körper erscheinen ließ, als wäre er von Frosttau bedeckt. Blut verklebte seine Lippen, durch die noch immer seine Reißzähne hervor blitzten, sowie sein Haar und seine Hände, welche die Hexe nun in eine der Ketten gelegt hatte, an denen Alicia ihm beinahe dahin gestorben wäre. Sein Anblick ließ einen fast vermuten, er würde nur schlafen.
Nun waren zum ersten Mal die Wunden deutlich zu sehen, die den Teufel eigentlich hätten beeinflussen müssen, doch durch das Adrenalin unbedeutend geworden waren. Nicht nur die Verbrennung, sondern auch der aus seinem Bauch ragende Eisdolch und die dünne Eisschicht auf seinen Armen und Hals gaben einen guten Eindruck davon ab, was hier geschehen war. Doch Ashers Augen waren geschlossen. Und das Bewusstsein des Dämons war weit in die Ferne gerückt, genommen durch den zielsicheren Schlag der Hexe, die es in den letzten Sekunden gewagt hatte dafür die Augen zu öffnen. Ein stetiges, kleines Blutrinnsal rann dem Teufel aus der Wunde an seinem Bauch, der einzige Indikator dafür, dass Alicias Blut dabei war seinen Körper zu verlassen.



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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Sa 25 Nov 2017 - 16:55
 
„Verfluchter Teufel,“ knurrte die blauhaarige Eishexe sichtlich erzürnt, als sie den Schlag gegen ihre Fußgelenke spürte und zu dem Dämon hinab sah. Trotz der Eiskristalle, die seinen Körper in einer festen Position halten sollten, schaffte er es immer noch sie anzugreifen. Die Kraft des Schlages war im Vergleich zu seinen vorigen Angriffen keinesfalls vergleichbar gewesen, dennoch konnte Zephyr spüren, dass sie sich wahrscheinlich schon bald nicht mehr auf den Beinen halten können würde. Und genau das war wahrscheinlich das Ziel des rothaarigen Dämons gewesen – aber Zephyr würde sich so kurz vor ihrem Sieg sicherlich nicht mehr aufhalten lassen.
Erzürnt brachte die blauhaarige Hexe genügend Kraft auf um den Dämon mit einem gezielten Schlag in den Nackens fürs erste ins Land der Träume zu schicken. Und erst als sein Körper unter dem Bann der Bewusstlosigkeit in sich zusammen sackte, erlaubte sich Zephyr einen Moment durchzuatmen. Die letzten Wochen hatte sie sich zu sehr ablenken lassen, weshalb sie kaum mitbekommen hatte, wie groß der Einfluss seiner Sucht schon auf den Dämon gewirkt haben musste. Und wahrscheinlich war das auch Asher selbst nicht entfallen, weshalb sie die Zeit, die sie hier unten nun noch verbringen würde, dafür nutzen musste, sich eine plausible Antwort einfallen zu lassen. Es war von Vorteil, dass zwischen den beiden Monstern eine seltsame Art von Vertrauen herrschte, doch zu viel Unachtsamkeit würde auch den stärksten Verbündeten misstrauisch machen.
Mit einem unmerklichen Seufzen wandte sie ihren Blick dem Dämon zu ihren Füßen zu. Ein Anblick, den sie sich nach diesem Kampf verdient hatte. Doch anstatt herablassend auf den rothaarigen hinab zu sehen, ließ sie ihren Blicke analytisch über seinen Körper wandern. Aufmerksam nahm sie jede seiner Verletzungen zur Kenntnis, beobachtete wie das Blut aus ihnen hinaus floss und sich auf dem Steinboden ansammelte. Der Engel hatte keine schlechte Vorarbeit geleistet, denn die Haut des Dämons war an mehreren Stellen stark verbrannte –  was allerdings auch auf den sorglosen Kampfstil des rothaarigen zurückzuführen war. Asher war stark, doch ohne seinen Verstand zeigte sein Kampfstil viele Fehler und Lücken die ein Stratege sehr gut gegen ihn verwenden konnte. Ein Vorteil, den Zephyr in diesem Kampf gegenüber Asher gehabt hatte.
Ohne weiter Zeit zu verlieren, zog sie den schweren Körper des Bewusstlosen in die Zelle, in der sich vorher wohl auch sein Opfer aufgehalten hatte. Die schweren, eisernen Ketten kamen ihr in diesem Moment nur grade Recht, denn so sehr die Hexe auch in ihre Kräfte und ihre Macht vertraute, wusste sie auch welche Kraft der Dämon entwickeln konnte. Und da sie ihn nicht töten, sondern nur solange gefangen halten wollte bis er wieder zu Verstand kamen, musste sie zu allen möglichen Mitteln greifen. Immerhin waren die beiden eigentlich Verbündete. Auch wenn Zephyr grade nicht wenig Lust hätte, dem rothaarigen die Augen auszustechen. Wie er wohl ohne seine gefährlichste Fähigkeit zurecht kommen würde? Es wäre sicherlich ein interessantes Experiment – aber damit würde sie das Bündnis brechen und Zephyr war niemand, die sich ohne Grund gegen etwas so kostbares stellte.
Erneut fiel der kühle Blick der Hexe auf die Wunden des Dämons. Die Verbrennungen würden durch die dünne Eisschicht, die seine gesamte Haut bedeckte, gekühlt und behandelt werden. Den Eisdolch würde sie noch nicht aus seinem Körper entfernen, denn die blauhaarige hatte kein Interesse daran dem Dämon innerhalb der Zelle Gesellschaft zu leisten. Sie konnte sehen, wie das Blut aus seinen Wunden hinab auf den Boden tropfte. Das Blut, welches die Sucht und die Gier erst aufgelöst hatte, konnte nun seinen Körper verlassen und durch den Eisdolch, der noch immer mit dem Körper des Dämons verbunden war, konnte Zephyr ihre Kräfte katalysieren. Sie wusste, dass es sicherer sein würde, den rothaarigen Teufel in seinem eigenen Körper gefangen zu halten – denn immerhin konnte die blauhaarige Hexe noch nicht einschätzen wann Asher wieder zu Bewusstsein kommen würde. Und wie er dann auf sein Niederlage reagieren würde.
Dennoch war dies grade die einzige Möglichkeit, die Zephyr sah, um dem Dämon irgendwie zu helfen. Erst die Sucht nach Blut hatte das animalische Verhalten des Dämons ausgelöst und seinen Verstand in den Urlaub geschickt. Also war es sehr wahrscheinlich, dass auch der Entzug vom Blut seine animalischen Instinkte wieder unterdrücken würde. Jedoch wusste Zephyr nicht, wie groß der Anteil des Blutes sein musste, dass seinen Körper in diesem Augenblick verließ. Um das jedoch herauszufinden, müsste Asher wieder zu Bewusstsein kommen – und ob sich die Hexe dies wirklich wünschen sollte, darüber war sie sich noch nicht sicher.
„Zumindest hast du jetzt auch etwas abbekommen. Wobei es sicherlich Spaß gemacht hätte, dir ebenfalls den Arm zu verdrehen,“ knurrte sie leise, während sie die steinerne Zelle verließ und hinter sich zuschloss. Da es unsicher war, wann und in welchem Zustand Asher wieder zu sich kommen würden, ließ die Eishexe ihre Kräfte noch an den Wänden und der Zellentür hinauf wandern um diese mit Eis zu verstärken. Würde es zu einer erneuten Auseinandersetzung kommen, würde die blauhaarige wahrscheinlich den kürzeren ziehen, denn sowohl die Wunden als auch die Nutzung ihrer Magie setzen ihr zu.
Als ihre Sinne lagen auf dem Dämon, während sie sich mit dem Rücken an die kühle, steinerne Wand in ihrem Rücken lehnte. Langsam spürte sie auch, wie ihr Gehörsinn wieder zurückzukehren schien. Gut. Denn das hieß, dass sie nicht noch ins Krankenhaus gehen müsste. Denn eins war klar. Dass würde eine lange Nacht für die Hexe werden. Denn sollte der Verstand des Teufels nicht bald wieder zurückkehren, könnte Zephyr ihn nicht auf die Stadt los lassen. Und würde ihn irgendwie hier unten gefangen halten müssen.


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Do 15 Feb 2018 - 20:40
 


Asher & Zephyr
21. Juni, früher Morgen | In Ashers Kerker | 07:10 Uhr

Das erste was er registrierte, war der feine, süße Geschmack von Blut auf seiner Zunge. Er schmeckte jedoch noch mehr als die Note nach Meerjungfrau, von der er sich in den letzten verdammten zwei Monaten ausschließlich ernährt hatte. Er schmeckte sein eigenes Blut. Und es war kein Geschmack, der ihn besonders amüsierte. Sein Rachen war verdammt kalt. Doch das tiefe Knurren das diesen verließ war es auch, als das Gefühl in seine Füße und Fingerspitzen zurückkehrte.
Gottverdammt, hatte er einen pochenden Kopfschmerz. Er wusste, dass dieses Katergefühl nur einen einzigen Grund haben konnte, ein Grund der in direktem Zusammenhang mit der schmackhaften Note auf seiner Zunge stand. Er verzog die Nase, als er die Augen stark zusammenkniff und mit einem brodelnden zweiten Knurren den Kopf in den Nacken legte. Er spürte scharfen, kalten Schmerz an seinem gesamten Körper, was ihn endlich dazu brachte die Augen zu öffnen.
Das Gelb seiner Augen schien den gesamten Kerker zu erleuchten, als der Teufel richtig zu sich kam. Für den Bruchteil einer Sekunde stand ihm deutliche Verwirrung ins Gesicht geschrieben, bis sie sich ebenso schnell in reine, pure Wut verwandelte. Blitzartig flog sein Blick im Raum umher und fand binnen Sekunden die Eishexe, die im Eingang der Zelle stand wie ein Wärter. "Zephyr", brodelte es tief in seinem Rachen. Als er jedoch abrupt aufstehen wollte, wurde er überraschenderweise mit einem lauten Klirren von Ketten daran gehindert.
Da erst erreichte ihn der ziehende Schmerz, der seinen Körper räderte. Das rote, blutgetränkte Haar fiel ihm in die Augen, als er ruckartig den Kopf herumwarf und seinen Zustand erfasste. Sein schwarzes Hemd bedeckte nur noch in löchrigen, verbrannten Fetzen seinen dreckbesetzten Torso, an dem der Schmutz des Kerkerbodens klebte, vermischt mit Blut aller Art. Seine Haut war darunter fast nicht zu erkennen, doch das was seine Augen erfassen konnten war versengt und verbrannt. Seine Lippen entblößten mehr und mehr Zähne, je mehr er von sich sah, und seine Reißzähne kamen immer stärker zum Vorschein. Genervt bemerkte er, dass seine Handgelenke mit wenig Achtsamkeit auf korrektes Verschließen in Ketten gelegt worden waren – in die Ketten, in denen sein süßes, kleines Opfer für ihn so lange zur Schau gehangen hatte. Mit einem alles andere als gemütlich klingendem Keifen, riss er sich mit einem einzigen Ruck an beiden Armen los, wodurch die Ketten sich mit überlautem Scheppern über den Kerkerboden ergossen und ihm klirrend vor die Füße rollten. Ohne die verschwommene Wahrnehmung seiner Sucht wohnte ihm wieder die gewohnte, übermenschliche Stärke inne, die es für ihn ein Leichtes machte seine eigenen Ketten zu sprengen.
Seine rauen Hände fanden ihren Weg zu seinem Hals, an dem er winzig kleine Eissplitter ertastete, die sich durch die Haut gebohrt hatten und die Kälte in seinem Rachen erklärten. Jede Bewegung war etwas langsamer als er es von sich gewohnt war, was dem dünnen Eis zuzuschreiben war, das wie eine Schicht Morgenfrost seine Haut bedeckte. "Was zur Hölle", brodelte es in ihm und Zorn flackerte in dem stechenden Gelb seiner Augen auf, als er sich nun verdammt schnell auf den Beinen wiederfand, Zephyr zugewandt.
Mit wenigen Schritten war er bei ihr, packte schneller zu als das bloße Auge es sehen konnte und drohte Zephyr von ihren Füßen zu heben. Seine Hand lag an ihrem Hals, direkt an ihrer Kehle. Und sein Gesicht war dicht genug um zu gewährleisten, dass ihr Blick nirgendwo anders hin konnte als direkt in seine bedrohlichen Augen. "Was hast du angestellt, verfluchte Hexe!"
Ihm fehlte sein verfluchtes Zeitgefühl. Das. Kam. Nicht. Vor. Asher schlief nicht. Er schloss niemals auch nur für ein einziges, verdammtes Nickerchen die Augen. Er fühlte sich gerädert, verbrannt, zerstochen und allem voran wütend. Seine Wut war kein Vergleich zu dem bestialischen Adrenalin, das ihn heimsuchte wenn das Blut seiner Opfer ihm zu Kopf stieg, doch sie war dafür sehr viel präsenter. Und als er den widerlichen Geschmack des Mischbluts in seinem Mund auf den kalten Steinboden spuckte und die Blutspuren verfolgte, die sich über den Boden erstreckten, erblickte er einige magische Symbole auf dem Boden. Verblasste Erinnerungen an ein Siegel, das gesprochen worden war - und Ashers Gedächtnis wurde abrupt auf die Sprünge geholfen.
Sein Griff um Zephyrs Kehle lockerte sich, allerdings vielleicht etwas zu spät - so dachte er sich jedenfalls, als er spürte, wie ihr Körper in seinem Griff langsam erschlaffte. Irritiert fand sein Blick zu ihr zurück und starrte sie an, als die Kraft ihren Körper verließ. Um ihn herum verschwand das Eis, das die Zelle umschlossen hatte, Zapfen für Zapfen. Und es dauerte nicht lange, da spürte Asher eine Welle frischer Luft in seine Lungen strömen, nachdem das Eis aus seinem Hals ebenfalls verschwunden war. Auch sein Körper erholte sich von der Eisschicht, die ihm sogar geholfen hatte, die Verbrennungen in Schach zu halten. Das Brennen seiner Haut war nun präsenter denn je, doch es könnte den Dämon nicht weniger interessieren.
Endlich realisierte er was mit Zephyr vorging und seine Hand ließ von ihrer Kehle ab, gefolgt von einem leisen Knurren seinerseits. "Gottverdammt, Zephyr…", murmelte er, mehr zu sich selbst, nicht sicher ob sie ihn hören konnte. Sein Blick glitt über die Hexe, der die Erschöpfung am ganzen Körper abzulesen war. Er fand einige Wunden an ihr vor, von denen er stark davon ausgehen konnte, selbst dafür verantwortlich zu sein. Mit den Erinnerungen kehrte jedoch auch zurück, was geschehen war, nachdem ihm seine Beute genommen worden war. Und als er vor Zephyr stand, den Blick für einen Augenblick beinahe abwertend nach unten auf sie gerichtet, wandelte er sich kurz darauf in so etwas wie grimmige Anerkennung. Es war nicht zu leugnen: Zephyr hatte ihm hiermit einen Gefallen eingelöst. Er würde nie zugeben wie groß er war, doch leugnen konnte er es keinesfalls. "Du warst absolut lebensmüde", sagte er dann und ein dumpfes, tiefes Lachen verließ seine Kehle.
Er erinnerte sich, ihr das Gleichgewicht und das Gehör genommen zu haben. Er erinnerte sich auch noch an eine ganze Reihe anderer Geschehnisse. Vor allem jedoch kehrten Fetzen an Erinnerungen zurück, die alle einen roten Blutfilter trugen und womöglich von mehreren verschiedenen Zeitpunkten innerhalb der letzten Monate stammten. Und ein Gesicht. Der Klang einer flehenden, weinenden Stimme. Ein Geruch, so zart, dass er Ashers Sinne komplett außer Gefecht gesetzt hatte. Ein Blut.. so süß… dass es ihn abhängig gemacht hatte…
Die Sucht kehrte zurück in sein Bewusstsein wie ein Schlag ins Gesicht. Sein Körper lechzte nach Blut. Doch sein Verstand war klar, klarer als er es je in den letzten Monaten gewesen war. Er wusste, dass es die Sucht war die aus seinem Körper sprach, doch das machte das Bedürfnis nicht geringer. Seine Beute.. Wo zum Teufel war Alicia.
Er erinnerte sich an einen Engel. Asher bleckte die Zähne. Hierfür würde Jemand bezahlen. Und er hatte eine ziemlich gute Vorstellung davon, wer.




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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Do 15 Feb 2018 - 21:19
 
21. Juni | Abgelegene Ruinen | 07:11 Uhr | mit Asher


Ihre Kräfte immer wieder an neue Grenzen zu treiben und dabei neue Fähigkeiten zu entdecken war Zephyr gewohnt, doch nach unzähligen Stunden der Nutzung ihrer Magie, hatte auch sie sichtlich Probleme damit sich noch auf den Beinen zu halten. Stetig lag ihr wachsamer Blick auf dem rothaarigen Dämon der sich bis in die frühen Morgenstunden noch kein einziges Mal gerührt hatte. Sie wusste, dass sie ihn in seinem Blutsüchtigen Zustand niemals auf Cadysa los lassen dürfte.
Ein tiefes, kaltes Knurren drang an ihre Ohren und augenblicklich kehrte die Anspannung in die Eishexe zurück. Wachsam lag ihr Blick auf dem Dämon, obwohl sie sich immer noch an der Wand in ihrem Rücken abstützen musste. Zumindest war damit auch bestätigt, dass ihr Gehörsinn über die Nacht hinweg wieder zurückgekehrt war. Andernfalls hätte sie selber auch ins Krankenhaus gemusst – und ihre Verletzungen dort zu erklären, wäre kein heiteres Unterfangen gewesen.
Zephyr. Ein schwaches, beinahe amüsiertes Lächeln zeichnete sich auf den Lippen der Hexe ab, als sie ihren Namen hörte. Jeder normale Mensch wäre vor Angst wahrscheinlich ohnmächtig geworden, doch Zephyr wusste weshalb der Dämon so sauer war. Und sie wusste, dass wenn er sich jetzt dazu entschließen sollte, sie umzubringen – sie nichts dagegen unternehmen könnte. Ihr Körper zeigte deutliche Anzeichen der Schwäche und sie hatte kaum mehr Kraft überhaupt noch auf den Beinen zu stehen. „Sieh an wer endlich wieder unter den Lebenden weilt,“ entwich es ihren Lippen, während sie beobachtete wie Asher seinen eigenen Gesundheitszustand begutachtete.
Ein gutes Zeichen, ihrer Meinung nach. Denn würde sein Verstand noch immer von seinen Instinkten gesteuert werden, würde er sich niemals um seine Verletzungen kümmern. Dass hatte sie schon damals in ihrem Kampf am See mitbekommen – und in der letzten Nacht ebenfalls. Es kam immer noch einem Wunder gleich, dass Zephyr es geschafft hatte, den Dämon in seine eigenen Ketten zu legen – aber wenn sie ihn jetzt so ansah, bereute sie es fast, ihm nicht doch noch einen Arm ausgerenkt zu haben. Verdient hätte er es nach dieser Aktion alle mal.
Erst das scheppernde Geräusch der Ketten, die von Asher einfach aus ihrer Verankerung gerissen worden waren, riss die Hexe wieder aus ihren Gedanken. Es hallte von den kalten Steinmauern an ihre Ohren – und wenn sie ehrlich war, wünschte sich die blauhaarige Hexe in diesem Moment, dass sie ihr Gehör noch nicht wieder erlangt hätte. Die Schwäche, die durch ihren Körper floss, ließ sie unglaublich sensible auf die kleinsten Dinge reagieren. Unter anderem auch auf die Geräusche um sich, sodass sie nun ihren Arm hob und ihn sich an den schmerzenden Kopf hielt. „Geht das etwas leiser?,“ zischte sie beinahe wütend. Nicht mal Dankbarkeit konnte der verdammte Teufel zeigen. Nächstes Mal würde sie es sich dreimal überlegen, ob es die Stadt wert war, beschützt zu werden.
Die Schwächen, die durch den hohen Verbrauch an Magie in ihrem Körper ausgelöst worden war, zeigte sich jedoch noch deutlicher als Asher auf die Füße kam und nur mit wenigen Schritten bei ihr war. Denn Zephyr hatte keinerlei Zeit zu reagieren, um ihn davon abzuhalten, sie erneut an der Kehle zu packen und ihren Körper anzuheben. Sie spürte, wie ihr erneut an diesem Tag die Luft abgeschnürt wurde, doch die Worte des Dämons waren beinahe Musik in ihren Ohren. Dabei hatte sie nicht viel getan – außer ihn für einige Stunden außer Gefecht zu setzen. Antworten konnte sie jedoch nicht, viel zu sehr war sie darauf konzentriert die letzten Luftreserven die ihr zur Verfügung standen, einzuteilen.
Ihre Hand hatte sich um das Handgelenk des Dämons gekrallt – doch ihr Versuch frei zu kommen, stand in keinem Vergleich zu der Kraft, die sie gewöhnlich inne hielt. So konnte sie in diesem Augenblick nichts weiter tun, als zu hoffen das der rothaarige Dämon bald zur Vernunft kommen würde. Ein Schatten legte sich über ihre eisblauen Augen und ihre Lippen standen offen in dem Versuch etwas Luft zu bekommen – doch es hatte keinen Sinn. Je weiter die Zeit voran schritt, desto kraftloser fühlte sich die Hexe. Und schließlich begann auch ihre Magie in sich zusammen zu brechen.
Kurz bevor sich ihre Augen schlossen, konnte sie noch sehen wie Asher seinen Blick wieder auf sie richtete. Ihre Hand verlor den Halt an seinem Handgelenk und auch die Erschöpfung die an ihrem Körper zerrte, schien nun ihre Tribut zu fordern. Ihr Bewusstsein verließ sie und ohne mitzubekommen ob sie ihre Augen je wieder öffnen würde, ließ sie sich hinab in die wunderbare Dunkelheit fallen. Sie brauchte Schlaf um ihre Kräfte zu regenerieren – und danach würde sie sich um alles weitere kümmern.

Tbc.: wird nachgetragen


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BeitragThema - Re: Abgelegene Ruinen   Fr 11 Mai 2018 - 16:45
 



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21. Juni | Abseits im Wald | Später Vormittag

So verdammt laut. Alles um ihn herum war zu hell, zu laut, zu schnell. Farben und Formen regneten auf ihn nieder. Der abgestandene Geschmack von Alicias Blut auf seiner Zunge war das einzige, was den Teufel bei Verstand hielt.
Doch Verstand konnte es nicht genannt werden. Es war seine Sucht nach Blut die ihn beherrschte, seit zwei gottverdammt langen Monaten nun schon. Die ihn nun, wo er seine Blutquelle verloren hatte, von innen mit scharfen Krallen aufschlitzte und ihn dafür bestrafte, dass er es zugelassen hatte, dass seine wertvolle Beute entkommen konnte. Entkommen. Alicia. Ein weiteres, bestialisches Knurren verließ seinen Rachen, als er sich für einen Moment gehen ließ und einen der verbrannten Bäume mit den Fäusten bearbeitete, bis das Holz unter seiner schieren Kraft und Wut ächzte, knackend nachgab und sich mit einem finalen Schlag samt versengter, kahler Baumkrone niederreißen ließ.
Es brachte nichts, ihrer verfluchten Fährte zu folgen, auch wenn seine Nase nichts anderes riechen konnte. Als hätte sich ihr süß-bitterer Gestank in seinen Geruchsrezeptoren, nein, in seinem ganzen Bewusstsein verewigt. Vor dem brennenden Gelb seiner Augen konnte er nichts anderes vor sich sehen als das, was seine empfindliche Nase ihm aufzeigte: Den Weg, den seine Widersacherin eingeschlagen hatte, nachdem sie Reißaus genommen hatte. Das Gespött von einem Engel war mit seinem Fischfilet in Richtung des Krankenhauses verschwunden. Außerhalb von Ashers Reichweite. Für den Moment.
Sein ganzer Körper schrie nach der ersehnten, heißen roten Flüssigkeit. Er konnte das Brennen in seinen Adern spüren als wäre es das einzige Gefühl, das ihm gewährt war. Noch waren sie gefüllt mit dem süßen Blut des Tierwesens, welches er verloren hatte, doch dies würde allerhöchstens nur noch zwei weitere Tage ausreichen um seine Sucht nicht außer Kontrolle geraten zu lassen. Drei, wenn es hoch kam, da er bei seiner letzten Blutzufuhr so viel Blut getrunken hatte, dass er ihr fast ihr süßes, kleines Leben genommen hätte. Mit einem wahnsinnigen, aber bestürzten Grinsen lehnte er seinen blutverschmierten Kopf gegen einen weiteren, nahestehenden Baum und legte auch seine verbrannten, geschundenen Handflächen flach an das Holz. Die roten Strähnen fielen ihm in das vom Blut und Dreck beschmutzte Gesicht, das aufblitzende Weiß seiner Reißzähne das einzig erkennbare Anzeichen seines Grinsens. Diese Gotteslästerung eines Engels würde dafür bezahlen, ihm seine Alicia genommen zu haben.
Seine versengte Haut und sein ganzer Körper waren geschunden. Verbrennungen durch das Licht des Engels schmückten seine Schultern, überall dort wo der schwarze Stoff von dem, was mal seine Kleidung gewesen war, den Blick darauf freigab. Spuren von Blut befleckten ihn überall und sein sonst so leeres, kaltes Herz raste vor noch immer durch das Adrenalin wallende Tierwesen-Blut, das ihm durch die Adern floss. Doch langsam begann das Adrenalin, ihn zu verlassen. Es hatte keinen Zweck, dem Himmelsritter und seiner ersehnten Beute hinterherzujagen, das voller Augenzeugen befüllte Krankenhaus würde er in seinem aktuellen, körperlichen Zustand nicht betreten können. Auch wenn ihm danach zumute war, das gottverdammte Gebäude niederzubrennen, wäre er dazu nun nicht in der Lage. Er drückte seine Stirn noch fester gegen das schwarze Holz und schloss die Augen. Er nahm einen tiefen Atemzug. Seine Hände formten sich zu Fäusten, dann ließen sie wieder locker, bevor er es gleich nochmal wiederholte.
Der rote, pulsierende Rand, der sich durch seinen weiter bestehenden Blutwahn noch am äußeren Rande seines Sichtfeldes befand, würde sich so schnell nicht lösen. Doch das Adrenalin verschwand langsam endlich und machte unter anderem Platz für die Erkenntnis, dass es da noch etwas gab, was er vergessen hatte. Begleitet von einem tief geknurrten Ächzen löste er sich von dem Baum und zog die Oberlippe hoch, als er sich daran erinnerte, wer in seinem Verließ noch bewusstlos auf seine Rückkehr wartete.
Kurz darauf kehrte Asher schließlich wieder in seinen Kerker zurück. Spott und Zorn stachen aus dem Gelb seiner Augen hervor, als er die letzten Stufen der Steintreppe hinabstieg und seine Faust ein weiteres, frustriertes Mal gegen eine der Steinwände fliegen ließ. Staub rieselte von der Decke und dann stand er auch schon vor der verrosteten alten Eisentür und den nicht weniger alten Ketten, die quer verstreut über dem gepflasterten Boden lagen und in denen sich vor nicht besonders viel Zeit zum ersten Mal Ashers eigene Handgelenke befunden hatten.
"Zephyr", knurrte er und kam vor ihrem regungslosen Körper zum Stehen. Die Hexe hatte vollkommen den Verstand verloren, dem Teufel nach einem solchen Kampf hier unten in seinen eigenen steinernen Hallen einen Besuch abzustatten. Und sie hatte auch dafür bezahlt, was er nun im Nachhinein ein wenig bereute. Druckspuren eines erstickenden Handgriffs an der Kehle sahen an Niemandem besonders heroisch aus. Vielmehr war es aber ihr eingelöster Gefallen, der ihn einen Hauch von Reue dafür verspüren ließ, sie trotz ihrer Hilfe so zugerichtet zu haben. "Zephyr?", knurrte er, doch war dort keinerlei Drohung in seiner Stimme, nur unterdrückter, unterkühlter Zorn. Nachdem keine Reaktion von ihr erfolgte, legte er kurz seufzend den Kopf in den Nacken und rollte mit den pochenden Schultern. Dann wanderte sein Blick kurz zu den Eiskristallspuren auf seinen eigenen Armen, die noch ganz hauchdünn auf seiner Haut zu sehen waren und ihn davor bewahrt hatten, an den Verbrennungen keinen zu großen Schaden davon zu tragen. Zephyrs Verdienst.
Er wischte sich seine roten Strähnen aus dem Gesicht und ging vor ihrem regungslosen Körper in die Hocke. Sein Blick wanderte über ihre kraftlose Statur und er konnte nicht anders, als beeindruckt zu sein.
Er streckte seine blutverschmierte Hand aus, um ihr Kinn zu nehmen und ihr Gesicht zur Seite zu drehen, dann legte er ihr zwei Finger an den Hals. Sie war noch am Leben. Sicher nicht bei bester Gesundheit, ebenso wenig wie er, doch am Leben. Er knurrte leise und fluchte dem Steinboden entgegen, bevor er den Kerker durchquerte und sich an der Wand ihr gegenüber zu Boden sinken ließ. Seine Rachepläne mussten noch etwas auf sich warten lassen. Doch sein Verstand arbeitete auf Hochtouren, was dem noch immer in seinen Adern brennenden Blut des Tierwesens zu verdanken war, dass es ihm schwer machte die Ruhe zu bewahren. Seine gelben Augen ließen Zephyr dabei jedoch keine Sekunde aus den Augen.



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Abgelegene Ruinen
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