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 Hauptgebäude

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Cos

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BeitragThema - Re: Hauptgebäude   So 15 Apr 2018 - 12:43
 
Es war seltsam wie viel schöner ein Lächeln werden konnte, wenn es an Bedeutung gelang. Jonne mochte den unschuldigen Ausdruck auf Sofiels Gesicht nicht, weil er perfekt in das Bild der Kirchenhalle und ihrer Priesterin passte. Er mochte ihn, weil sie sich völlig bewusst sein musste, dass er gerade einzig den Zweck diente den Finnen zu necken, hatte er nicht gerade einen erheblichen Rückschlag einstecken müssen. Deshalb verzieh Jonne ihr sofort den kleinen Triumpf, doch die folgende unzufriedene Mine war kein tragbarer Zustand. Er wollte schon Etwas (vermutlich ungemein Albernes) sagen um ihn schnell wieder zu vertreiben, doch Sofiel löste von ganz alleine die enttäuschte Haltung um die Einladung auszusprechen, dass diese Diskussion noch kein Ende hatte. Das erste Mal in Cadysa klang es nicht völlig abwegig an einen Ort zurückzukehren und ein wenig rätselte Jonne ob er gerade versehentlich darum gefragt hatte. Aber es war ihn auf jede Weise Recht, denn es sprach doch wirklich Nichts dagegen dieses Angebot anzunehmen.
„Gut, denn mir fallen bestimmt noch ein paar Argumente ein“, witzelte Jonne weiter und schloss sich einen kleinen Moment dem Lachen seines Gegenübers an. Allerdings weil er erkannte wie kurios die baldige Aussicht war, dabei sehr erfolgreich zu sein. Immerhin gab es genügend potentielle Beweise, denn er musste immer noch herausfinden woher sein blaues Auge stammte, wo genau ihn ein Schuh abhandengekommen war und warum Jemand es für nötig gehalten hatte auf seinen Unterarm herum zu kritzeln. Ihm war bis noch nicht aufgefallen, dass diese Situation von außen betrachtet bestimmt amüsant aussehen müsste. Besonders weil der Beteiligte völlig ungeeignet für diese Rolle war, bekanntlich hatte Jonne nun wirklich nicht viel Übung in leichtsinnigen und unbedachten Entscheidungen.
Genauso wenig hatte er Übung darin sich um gesundheitliche Dinge zu Sorgen, da die einzig grobe Erfahrungsrichtung lebensmüden Brüdern galt, die selber schuld waren, wenn sie bei ihren Aktionen auch Mal auf dem Gesicht landeten. Und selbst dabei taten sie sich wie durch ein Wunder (und zugegebenermaßen Jonnes ungedankten Bemühungen) nie viel, von Jukkas verlorenen Fingern einmal abgesehen. Aber Sofiel machte es ihn leicht, indem sie sich widerspruchslos ein Augenblick Ruhe gönnte. Ihr wiedergefundener Blick tat allerdings Zweierlei. Denn auch wenn er Jonnes angespannte Alarmbereitschaft beendete, lag noch genügend Zerbrechliches darin um den Entschluss zu fassen Sofiel bestimmt nicht wieder zu verlassen, bevor nicht der letzte Rest davon verschwunden war.  Als hätte sie seine Entscheidung gehört schenkte sie Jonne ein weiteres erlösendes Lachen, leichter als die vorhergehenden und in der Lage den Schatten des Schreckmomentes fast zu vertreiben. Auch den Finnen war die Erleichterung deutlich anzusehen, doch genauso wusste er, dass es noch lang nicht hieß es wäre wieder alles in Ordnung. Sie sprach davon ihre eigenen Ratschläge vielleicht auch einmal zu beherzigen und Jonne war ungemein froh darüber, nicht zu Letzt, weil er mit seinem gescheiterten Fluchtversuch an diesen Tag bereits vorgemacht hatte wie es nicht funktioniert.
Auch seinen Vorschlag sich weiter zu erholen nahm Sofiel an und er gab sich augenblicklich redlich Mühe auch seinen Teil der Abmachung einzuhalten. Nach einem dankbaren und erleichterten Aufatmen versuchte Jonne das verräterische und übersorgte Mistding zum Schweigen zu bringen, das die Menschen mangels besserer Bezeichnung Herz getauft hatten. Es funktionierte nur mehr oder weniger, doch zumindest glaubte er das versprochene Minimum dabei einhalten zu können. Wie viel einfacher es gewesen wäre, hätte Jonne gewusst, dass die Priesterin genauso wenig einen Gedanken an das eigene Problem verschwendete und nur versuchte den Anderen zu beruhigen. Vielleicht hätte er dann die Neuverhandlung ihres Kompromisses mit weniger Bedenken betrachtet.
„Ich denke, damit kann ich leben“, gab Jonne nur zu, weil er sich längst der Erwiderung des eigenen schiefen Lächelns ergeben hatte, da Sofiels viel entwaffnender war als das Eigene. Damit löste er sich aus der Hocke neben den Altarstufen und mit einem letzten prüfenden Blick bot er Sofiel seine Hand an um ihr aufzuhelfen.  Wieder kam ihn in den Sinn wie viel Zeit Jonne ihr mit der ganzen Vorsichtsmaßnahme stehlen mochte, aber es kam ihn so unendlich falsch vor sie nun fahrlässig alleine zu lassen. Davon abgesehen, dass Jonne in Wahrheit auch noch nicht gehen wollte.


Cosmin ǀ Jonne ǀ Tereza ǀ Lachlain
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Angelic Priestess

BeitragThema - Re: Hauptgebäude   Di 8 Mai 2018 - 15:54
 
Für einen kurzen Augenblick, wurden die Gesichtszüge der blonden Priesterin noch etwas weicher. Es erfüllte sie mit einer angenehmen Ruhe zu sehen, dass Jonne ebenfalls lachte und dass er seine Sorgen und Ängste – wegen denen er eigentlich erst hergekommen war – fürs Erste zu vergessen schien. Dass Leben eines Menschen war einfach zu kurz, zu kostbar als, dass sie an ihren Sorgen festhalten sollten. Es würde sich immer eine Lösung finden lassen – manchmal brauchte man nur erst einmal etwas Abstand zu dem Problem, um es wirklich in seiner vollen Größe sehen zu können. Und meistens war dieses Problem im Endeffekt dann viel kleiner, als man es sich zuerst vorgestellt hatte.
Dass Jonne sich in ihrer Gegenwart jedoch entspannen konnte, war etwas, dass Sofiel nicht wunderte. Dass tat sie schon lange nicht mehr. Menschen hatten eine natürliche Neigung dazu, der blonden Serafim zu vertrauen. Sofiel wusste, dass dies ihrer Fähigkeit und ihrer Ausstrahlung zu verdanken war – doch sie nutzte dieses Vertrauen niemals aus. Alles was sie sich wünschte war, die Herzen der Menschen die ihre Hilfe ersuchten, etwas zu erleichtern. Vielleicht waren ihre Mittel begrenzt, schließlich konnte sie nur zuhören und vielleicht Ratschläge geben, doch meisten war es genau das, was sich die Menschen von ihr wünschten.
Das Lachen, welches ihre Gesichtszüge noch kurz zuvor erhellt hatte, wurde zarter, bis es nur noch als warmes Lächeln ihre Lippen zierte. „Ich bin schon gespannt darauf, zu hören mit welchen Argumenten sie noch vorhaben diese kleine Diskussion zu gewinnen“, erwiderte sie schmunzelnd. Sie machte keineswegs ein Geheimnis daraus, dass sie sich darüber freute, dass Jonne ihr Angebot und ihre Einladung so bereitwillig angenommen hatte. Denn, auch wenn Jonne die Kirche aufgesucht hatte, um für einen Moment von seinen Sorgen befreit zu werden, so konnte Sofiel nicht leugnen, dass auch sie sich im Moment ruhig und entspannt fühlte. Dieses Gespräch amüsierte sie – und so taten es die Argumente, mit denen Jonne ihre kleine Diskussion zu gewinnen versuchte.
Doch die Freude und die Ruhe in ihr hielten nicht ewig an. Kaum hatte sie sich dem Altar zugewandt, spürte sie, wie ihr die Kraft aus den Beinen wich und sie in sich zusammensackte. Als Serafim auf der Erde verweilen zu dürfen, einen eigenen menschlichen Körper zu besitzen – all das hatte seinen Preis. In ihrem Fall waren es die Schwächeanfälle, die sie mehr oder weniger regelmäßig heimsuchten. Etwas, gegen dass kein Arzt dieser Welt etwas tun konnte, denn immerhin lag es an ihrer eigenen Magie, dass sie diese Anfälle zu ertragen hatte.
Ihre Lichtmagie war zu stark für diesen Körper, als das er ihr ewig stand halten könnte. Kontinuierlich wirkte ihre göttliche Aura und beruhigte die Menschen sowie ihre emphatische Fähigkeit die Emotionen jener wahrzunehmen, die sich in ihrer Nähe aufhielten.
So verhielt es sich auch in diesem Moment, denn die konnte die Sorge des blonden Mannes vor sich deutlich spüren. Dennoch umspielte ein warmes Lächeln ihre Lippen, als sie beobachtete, wie Jonne sich erhob und ihr schließlich helfend die Hand hinhielt. Sie wusste woher dieser Anfall gekommen war. Und sie wusste, dass sie nur etwas Zeit brauchte um sich wieder zu erholen – doch wenn es Jonne dabei half, seine Sorge zu vergessen, dann würde sie auf all die kleinen Bitten seinerseits eingehen. Auch wenn ein einzelnes Glas Wasser wahrscheinlich nicht viel an ihrem Zustand ändern würde.
Allerdings hatte Sofiel auch sichtlich nicht damit gerechnet, dass die Schwäche, die sie kurz zuvor noch verspürt hatte, tatsächlich anhalten würde. Denn als sie ihre Hand in die von Jonne legte und sich vorsichtig aus ihrer sitzenden Position erhob, spürte sie, wie sie von einer neuen Welle des Schwindels ergriffen wurde. Es schien beinahe so, als würde ihr für einen weiteren, kurzen Moment schwarz vor Augen werden. Einen Moment, in dem sie nicht in sich zusammensackte, sondern direkt in die Arme ihres Besuchers fiel.
Sie spürte, wie schnell ihr eigenes Herz auf einmal zu schlagen begann, als sie sich hastig und mit einem verlegenem Blick von dem blonden Mann löste. „Entschuldigung. Ich dachte wirklich, dass es mir inzwischen wieder besser gehen würde“, erklärte sie leise, während sie ihren Blick gesenkt behielt. Sie spürte eine unangenehme Wärme auf ihren Wangen, während sie zusätzlich dazu nicht wirklich wusste, wie sie sich nun verhalten sollte. Während ihrer gesamten Zeit auf der Erde war es nicht ein einziges Mal vorgekommen, dass sie sich in solch einer Situation wiedergefunden hatte – oder, dass sie sich so unsicher in ihrem Verhalten gefühlt hatte. Sollte sie vielleicht einfach versuchen, dass ganze zu ignorieren und zu ihrem eigentlichem Thema zurückkehren? War das etwas, dass man tun konnte?
„Das Nebengebäude befindet sich nicht weit entfernt von der Kirche“, erklärte sie, während sie sich noch immer mit gesenktem Blick durch eine einzelne, blonde Haarsträhne strich. „Wir müssen nur durch den Garten.“ Und während ihre Schritte sie zu der schweren Holztür führten, welche hinaus in den Garten und schließlich zum Hauptgebäude führte, spürte sie wie sich ihr Herz und ihr Gemüt langsam wieder beruhigten. Bevor sie also die Tür hinaus öffnete, drehte sie sich einmal zu Jonne herum, hob ihr Blick und sah ihn lächelnd an. „Sollen wir?“


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BeitragThema - Re: Hauptgebäude   Di 5 Jun 2018 - 17:55
 
Von allen Argumenten, die geholfen hätten eine völlig lächerliche Diskussion zu gewinnen, fiel Jonne ausgerechnet das Offensichtlichste nicht auf. Denn es ist wahr, dass ein Herz einen leicht zum Idiotien machen kann. Obwohl Jonne über einen durchaus wachen und methodischen Verstand verfügte hatte sein Herz zurzeit ein leichtes Spiel. Denn sein Gegner war ein mit Wissen zu gestapelter und damit verblendeter Verstand genährt von Büchern und Korrespondenz mit ähnlich trocknen Zeitgenossen. Wie sollte Jonne da in Sinn kommen, dass ihn das dumme Ding gerade erfolgreich zum Narren gehalten hatte?
Denn alles was sein Herz mit dieser scheinbar unwichtigen und alltäglichen Entscheidung bezwecken wollte, war die Überprüfung ob es sich nicht doch ein einziges Mal lohnen würde an Jemanden verloren zu gehen. Gnädig blieb Jonne aber vorerst von einer solch schwerwiegenden und katastrophalen Vermutung verschont. So durfte er Sofiels Vorfreude, dass sie bereits einvernehmlich beschlossen hatten, dies sei nicht ihre letzte Begegnung, mit einen breiten Grinsen quittieren und allerhand irrwitzige Gefühlsregungen durchleben, bis zu dem Zeitpunkt in dem Jonne unschuldig darauf wartete Sofiel aufhelfen zu dürfen.
Im nächsten Augenblick schaute er auf einen blonden Haarschopf herunter, der direkt in seine Arme gefallen war. Es dauerte einen weiteren Augenblick, bis er registrierte, dass Dieser zu der Priesterin gehören musste mit der er bis eben gesprochen hatte. Es war mehr als offensichtlich, dass Beide Sofiels Schwächeanfall kurz unterschätzt haben mussten, doch für die plötzliche Zeitlupe in Jonnes Kopf gab es hingegen keine Erklärung. Er öffnete den Mund um Etwas zu sagen, schloss ihn aber direkt wieder, da was auch immer dabei hätte herauskommen können, nur das seltsam stumme Chaos seiner Gedanken wiedergespiegelt hätte. Die hatten nach ihrem benommenen Moment der Trägheit den Entschluss gefasst, dass was auch immer gerade passierte schlichtweg nicht verwertbar oder einzuordnen wäre. Jonne wunderte sich nur noch wenig darüber, wie wenig hilfreich sein Hirn zurzeit war, als Sofiel sich schon hastig von ihn löste und sich schon wieder entschuldigte. Das Gute war, der Ingenieur hatte folglich nur ein paar Sekunden geschwiegen, obwohl seine persönliche Beobachtung eher von einem Versagen von Einsteins vierter Dimension berichtete. Weiterhin war daher aber noch genug Zeit um Sofiel versichern zu können, es sei ja nichts passiert und es gäbe abermals wirklich keinen Grund um Verzeihung zu bitten.
Es funktionierte nicht. Schlimmer noch, der verlegene Blick den seine Gegenüber auf den Boden richtete, brachten Jonne nur ein zweites Mal völlig aus den Konzept. Das Letzte was er wollte, war das Sofiel nun anfangen würde sich in seiner Gegenwart unwohl zu fühlen, denn er wollte sie nun weniger denn je in einen geschwächten Zustand alleine lassen. Dabei war es auch völlig egal, dass diese Frau offenkundig in der Lage war ihn mit jeder weiteren Minute mehr von seinem Verstand zu kosten. Oder aber Jonne hätte am Montag doch einen Arzt aufsuchen sollen, denn für die plötzliche mangelnde Fähigkeit zu sprechen kam eine Gehirnerschütterung durchaus in Frage. Doch vielleicht lag es an der Stadt und ein mysteriöser Fluch machte sich gerade bemerkbar. Es könnte natürlich genauso sein, dass er sich die Woche über einen bösen Geist eingefangen hatte. Warum Jonne fälschlicherweise die Möglichkeit die Nähe einer Geistlichen könnte ihn einfach ebenfalls Derart verlegen machen nicht einmal in Erwägung zog, darüber würde er sich erst später Gedanken machen.  
So fand Sofiel vor Jonne ihre Stimme wieder, griff das Gespräch einfach am Punkt vor dem Systemabsturz wieder auf, als hätte es eine Sicherheitskopie gegeben und war dann schon Richtung Ausgang verschwunden. Erst jetzt bemerkte der Finne, dass er seine Arme noch halb erhoben hatte um eine längst Entflohene notfalls wieder auffangen zu können.
„Mitä?, war ausgerechnet was Jonne letztlich über die Zunge kam, doch er murmelte das finnische was? nur in den leeren Raum vor sich, ehe er endlich die nutzlose Position aufgab, indem er die Hände an ihren üblichen Platz in den Jackentaschen verbannte. Schnellen Schrittes folgte er Sofiel, das schien eine sinnvolle Maßnahme zu sein. Ja, wie er so darüber nachdachte war es eine gute und vor allem rationale Idee in der Reichweite der Person zu bleiben, die an diesen Tag schon zweimal zusammengebrochen war. Es war nur keine gute Idee in besagte Person beinahe hineinzulaufen, weil sie sich im Ausgang noch einmal umgedreht hatte und Jonne stolperte augenblicklich einen Schritt zurück in die Kirche. Aber da war wieder dieses warme Lächeln, das nur erwidert werden konnte. Doch dieses Mal nur halb, denn es gab einen sehr wichtigen Punkt zu klären.
„Klingt gut, aber bitte, wirklich bitte, setzten sie sich dann eine Weile“, meinte Jonne auf ihre Frage und sah Sofiel dabei bereits mit leichter Verzweiflung an. Da es ihn aber wenig gefiel, sich auch nur ansatzweise auf eine solche Weise zu zeigen brauchte er dringend eine Ersatzhandlung. Erst auf halben Weg der Bewegung fiel Jonne ein, dass er seine Brille erst vor Kurzen überflüssigerweise geputzt hatte und stattdessen rückte er sie nur einfach gerade. Er wusste nur allzu gut, dass dies Nichts als eine nervöse Angewohnheit war, immerhin gab es genügend Menschen, die die es lustig fanden ihn immer wieder sehr direkt darauf aufmerksam zu machen. So wussten Jonnes Brüder zum Beispiel nur allzu gut, dass sie in einen solchen Fall am Gewinnen waren, wenn er sich auf einen Streit mit ihnen eingelassen hatte. Zurzeit machte sich Jonne jedoch wirklich nur Sorgen um Sofiel, da war eine aufrichtige Bitte wirklich nicht viel verlangt.


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Angelic Priestess

BeitragThema - Re: Hauptgebäude   Do 28 Jun 2018 - 3:56
 
Mittwoch, 04. April | Hauptgebäude | 14:21 Uhr | mit Jonne

In all der Zeit, die Sofiel nun schon als Gesandte des Himmels auf der Erde verbracht hatte, hatte sie es sich zur Aufgabe gemacht die Menschen in ihrer Umgebung zu schützen und zu behüten. Jene, die von ihrem Weg abgekommen waren, fanden in ihrer Nähe Geborgenheit und Schutz. Und wann immer die blonde Priesterin mit einem Menschen redete, lagen ihre tiefgrünen Augen stets verständnisvoll auf ihrem Gegenüber.
Schon damals, als sie noch an der Seite ihres Herrn im Himmel die heiligen Klänge aufrechterhalten hatte, hatte sie über die Fähigkeit verfügt die Emotionen in ihrer Umgebung wahrzunehmen – Emotionen, die es in dieser Vielfalt im Himmel überhaupt nicht gegeben hatte. Sie kannte die angenehme Wärme, die Liebe die mit der Energie ihres Herrn einherging und alle Engel umhüllte – doch auf der Erde war sie mit so viel mehr konfrontiert worden. Trauer, Wut, Angst, Verwirrung. Eine Vielfalt an Emotionen, die die Seraphim auf diese Weiße nie gekannt hatte – und auch jetzt war sie sich noch immer sicher, dass sie noch lange nicht alles verstanden hatte, was den Menschen so besonders machte. Tag für Tag geht sie so ihrer Aufgabe nach, lernt mehr über die Wesen, die sie zu schützen geschworen hatte.
Allerdings hatte sich die Routine ihres Alltags vor einigen Wochen geändert, nachdem sie die Bekanntschaft von Jonne gemacht hatte. Immer öfter kam es vor, dass sich der blonde Finne in die Hallen der Kirche verirrte und ihr Gesellschaft leistete. Gesellschaft, die Sofiel niemals ablehnen würde. Sie fand die Gespräche zwischen ihnen äußerst unterhaltsam – und hatte seit ihrem ersten Treffen einiges über Jonne, seine Freunde und seine Familie sowie über seine Arbeit hier in Cadysa erfahren. Und im Gegenzug hatte auch Sofiel Jonne von ihrer Arbeit erzählt.
Natürlich hatte sie ihm nicht von ihrer Familie erzählen können – den im Grunde genommen hatte sie schließlich keine. Sie war ein Geschöpf des Himmels, geschaffen um den Menschen zu helfen und um die Energie der Erde aufrechtzuerhalten. Doch, auch wenn sie keine Familie hatte, spürte sie keine Einsamkeit. Sie hatte Freunde, die sie schon seit Jahrzehnten und Jahrhunderten kannte. Freunde, aus dem Himmelreich – und solche, die sie erst hier auf der Erde kennen gelernt hatte. Und über jede neue Begegnung war Sofiel dankbar, denn an ihr konnte sie wachsen und stets etwas Neues lernen.
Ein stilles Lächeln umspielte ihre Lippen, als sie von einem leisen Zwitschern aus ihren Gedanken erweckt wurde. Weit über ihr, versteckt in den Deckensäulen der Kirche, befand sich ein kleines Vogelnest aus Zweigen und Ästen. Sofiel konnte verstehen, warum die Vogelmutter das Nest in den Hallen der Kirche erbaut hatte – immerhin waren ihre Jungen hier sicher. Sicher vor den Gefahren der Natur und den Wesen in ihrer Umgebung. Dort oben auf der Säule konnte das Nest keinesfalls verbleiben, immerhin sah es schon jetzt danach aus, als würde dieses jeden Moment den Halt dort oben verlieren und herunterfallen – und das war ein Risiko, dass Sofiel nicht eingehen wollte und dass sie auch den jungen Vögelchen nicht zumuten wollte.
Für einen kurzen Moment wanderte der Blick aus den grünen Augen der Seraphim durch die leeren Hallen der Kirche. Die Messe war schon lange vorbei und auch die Besucher, die anschließend noch auf ein Gespräch geblieben waren, waren schon lange wieder nach Hause gegangen. Und auch mithilfe ihrer Fähigkeit konnte sie keinen Menschen in ihrer Nähe spüren.
Deshalb beschloss sie etwas gegen die Gefahr zu unternehmen, in der sich die jungen Vögel im Moment befanden. Die Stille, die die Kirche erfüllte wurde durch leise Knistern von Federn durchbrochen, während die Priesterin mit geschlossenen Augen vor dem Altar stand. Sanfter Wind schien ihre Gestalt zu um spielen, ehe sie zum ersten Mal seit so vielen Jahren ihre schneeweißen Flügel an ihrem Rücken spüren konnte. Sechs Schwingen, durch die die Energie ihres Herrn floss und sie erfüllte – und als Sofiel ihre Augen wieder öffnete umspielte ein ehrliches Lächeln ihre Lippen.
Weder Kraft noch der Wind war vonnöten um die blonde Priesterin in die Luft zu heben. Einzig und allein die beinahe sanften Bewegungen ihrer Flügel hielten sie in der Luft, während sie ihre Hände zu dem zerbrechlichen Vogelnest ausstreckte und es vorsichtig von der Säule hob. „Keine Sorge“, flüsterte sie, während ihr Blick beinahe zärtlich auf den jungen Vögeln lag, „Ich werde euch an einen sicheren Ort bringen. Einen Ort, an dem ihr nicht Gefahr lauft, jeden Moment in die Tiefe zu stürzten.“


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BeitragThema - Re: Hauptgebäude   Do 12 Jul 2018 - 23:43
 
4. April, Mittwochmittag

Ein Hietala im Normalzustand konnte bereits einen gewaltigen Wirbel verursachen, aber ein motivierter Hietala war bereit ein Erdbeben Klasse 9 auszulösen, nur um einen winzigen, gefassten Entschluss umzusetzen. In den drei Wochen nachdem Jonne ein ungeplantes und offenbar völlig harmloses Gespräch in der Kirche geführt hatte, war genau dieser Fall eingetreten. Er hatte sein Wort gehalten und begonnen aufzuräumen, was im Grunde genommen nur dazu geführt hatte viel größere Steine loszutreten. Denn die Stadt bäumte sich, grollte bei jedem Versuch eines rationalen Lösungsansatzes. Immerhin hatte die einzige verlässliche Informationsquelle über Jonnes seltsamen Start in der Stadt letztlich nur mehr Fragen aufgeworfen als beantwortet, obwohl Dr. Hayden (von Zwangstherapieansätzen abgesehen) sehr viel hilfreicher war, als der Versuch eine sinnvolle Information von der Polizei zu erhalten. Jonne dämmerte bereits, dass sein selbsternannter Mittelsmann Officer Mattock zwar begeistert jegliche Information aufsog, in der Hoffnung sie ließe sich zu etwas Spannenden verdrehen, aber der Mann selbst war so nützlich wie ein Malbuch in einer Universitätsbibliothek. Was auch für die Sache mit den Bauplänen galt.
Die Archivsichtung zog sich unendlich, denn die Unterlagen der Stadt waren veraltet, unvollständig und vor allem gefälscht. Was bedeutete noch mehr weniger lustige Zeit mit der Tratschtante auf dem Revier zu verbringen und Jonne langsam paranoid werden ließ, denn entweder konnte ihn einer der Urkundenfälscher nicht leiden oder er bildete sich nur ein das zwei der Baupläne darauf ausgelegt schienen finnische Bauingenieure zu beleidigen. Neben den Versuch bestimmte Menschen infolge der Aufräumarbeiten zu erreichen, war das alles zwar aus Gewissensgründen notwendig aber letztlich eine überflüssige Zeitverschwendung. Etwas was Jonne viel störender vorkam, als es für gewöhnlich sollte. Es verkürzte nämlich die Stunden einer seltsamen neuen Beschäftigungsform. Es war die Angewohnheit unbewusst Minuten zu stehlen (ob nun durch weiteren Schlafmangel oder dem Ausbleiben von jeglichen Freizeitaktivitäten), bis sich davon genug angehortet hatten um die sorgsam gesparte Zeit in der Kirche einfach zu vergessen.
Nüchtern betrachtet könnte eine Theorie sein Jonne würde diese Augenblicke als Ausgleich nutzten, doch er selbst wunderte sich schon ein wenig darüber, denn er war nie ein Kirchgänger gewesen. Doch sobald er den geweihten Grund des Gebäudes betrat drehten seine Gedanken nicht mehr um die noch zu erledigen Aufgaben, ja sogar nur manchmal um das lastende Wissen, den eigenen Bruder seit einen knappen Monat aus den Weg zu gehen. Jonnes Gedanken drehten darum Sofiel ein Lächeln zu entlocken und das oft schon in den Moment, wenn er den Kirchturm nur sah.  Es ging dabei keineswegs um den ruhigen und mitfühlenden Ausdruck, der ihr Gesicht ohnehin nie zu verlassen schien, sondern die Augenblicke, wenn sie wirklich lachen musste und Jonne störte es keineswegs, dass sie dazu zubringen nicht einmal eine Herausforderung war. Wie Vieles schien es in Gesellschaft der Priesterin ganz einfach zu sein.
Schließlich kam ein Tag im April, der von seinem Zeitmanagement in Wahrheit ein klein wenig geschummelt war. Denn der junge Ingenieur hatte einen Stapel Archivpläne zu vergleichen, doch der überladene Schreibtisch in seinem Hotelzimmer hatte einen entscheidenden Fehler: Jonne wollte da gerade nicht sein. Was ihn zu den Punkt gebracht hatte eine übergewichtige Arbeitsmappe, seine Laptoptasche und eine Armada technische Zeichnungen in einer einzelnen Papprolle unter den Arm zu klemmen um seinen Arbeitsplatz an einen angenehmeren Platz zu verlegen. Seine erste Wahl war Sofiels Kirche, mehr der Gesellschaft wegen als den Ort. Vielleicht hatte er Glück und er könnte sich eine Weile zu ihr in den Garten gesellen um dort über den Unterlagen zu sitzen. Wie jedes Mal, wenn Jonne den spontanen Entschluss fasste Sofiel zu besuchen, war er sich durchaus bewusst, dass die Möglichkeit bestand sie gar nicht anzutreffen. Genauso gut konnte sie gerade bei einen der Mitglieder ihrer Gemeinde sein oder im Waisenhaus des Vorortes ihrer Arbeit nachgehen, aber wie immer schien ihn der Versuch schon im Grunde lohnenswert genug.
An seinem Ziel angekommen war bei einem Blick über die Kirchenmauer noch kein Anzeichen von der blonden Priesterin zu sehen und Jonne beschleunigte kurzerhand seine Schritte um schneller zu dem Gebäude zu gelangen. Die gewöhnliche Schrittgeschwindigkeit umfasst 3,6 km/h, ein Wert der jeden Naturwissenschaftler bekannt sein müsste. Es ist ein Wert, der nicht notwendig ist zu überschreiten. Und dann gibt es Naturwissenschaftler, oft die finnischen Blondschöpfe mit Brille, die bemerken gar nicht, dass sie genau das tun und sie bemerken genauso wenig, dass der schlichte Grund die Option ist jemanden Bestimmtes zu sehen. Jenes sich gerade wiederholende Phänomen beinhaltete an diesem Tag einen spontanen Abbruch, als der Proband feststellte, dass die Kirchenhalle offenbar leer war.
Ohne Zweifel etwas enttäuscht verharrte Jonne also am Eingang und überlegte sich eine andere Alternative zu dem in Ungnade gefallenen Schreibtisch. Bis er ein Geräusch hörte, es war das ferne Rascheln von Federn, sehr leise und den flapsigen Flügelschlag eines gewöhnlichen Vogels völlig fremd. Aber es reichte aus um den Blick des jungen Finnen nach oben zu lenken. Wie zu erwarten war da kein Vogel. Damit hörte es schon mit den absehbaren Resultaten schon auf, denn die primäre Information war, dass sich Sofiel durchaus in der Kirche auffielt. Offenbar war sie nur gerade damit beschäftigt unter der Decke zu flattern. Jonne kam zu dem logischen Entschluss, dass das mit den sechs Schwingen, die sich unter das Hallengewölbe spannten durchaus im Bereich des Möglichen…
Nein, verflucht nochmal! Das war überhaupt nicht auszuwerten! Als hätte er den Fernseher angeschaltet und stattdessen wäre die Mikrowelle angesprungen. Nur der Verwunderungseffekt mal fünfhundert! Jonne war daher vor allem eins: gänzlich unvorbereitet. Natürlich war ihn der Gedanke Sofiel sei kein gewöhnlicher Mensch seit ihrer ersten Begegnung völlig schlüssig vorgekommen, aber er hatte nicht weiter darüber nachgedacht und schon gar nicht mit Anblick wie Diesem gerechnet.
„Sofiel?“, seine Stimme klang heiser und Jonne bezweifelte, dass sie ihn dort oben gehört haben könnte. Nach einem Räuspern versuchte er es also noch einmal: Entschuldige, ist es bei dir gerade unpassend?. Die von den hohen Decken zurückgeworfenen Worte erinnerten ihn daran gerade gesprochen zu habe. Das war immer eine schlechte Voraussetzung. Dabei war Jonne doch gerade noch verzweifelt dabei die neuen Informationen zu filtern. Sie besagten, dass er gerade mit einem Engel redete. Es war das erste Wort, das ihn für Sofiel einfiel, denn jedes andere mystische Wesen schien ihr nicht gerecht zu werden. Nur darauf folgte eine Glaubenskrise oder viel mehr die ohnehin andauernde Glaubenskrise, die sich bei seiner ersten Begegnung mit den Grenzen der Wissenschaft in Jonnes Hirn eingenistet hatte, gab ein interessiertes Tja von sich und kapitulierte damit feierlich. Anders wie vor drei Wochen blieb der Fluchtweg diesmal unbeachtet, stattdessen schaute Jonne lieber zu Sofiel an die Decke und bat mit einem Ausdruck grundehrlicher Irritation um eine Erklärung. Nur für was genau, da war er sich auch nicht ganz sicher.


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