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 Hauptgebäude

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Spieler : Das MA-Team

BeitragThema: Hauptgebäude   Fr 7 Jul 2017 - 12:02

Hauptgebäude

Betritt man die Kirche, so betritt man auch das Hauptgebäude. Begrüßt wird man von grauen Steinmauern und sanftem Licht, dass an diesen reflektiert wird. Bänke für die Zuhörer der Predigt stehen aufgereiht bis vorne zu dem Altar, der von dem bunten Licht der großen Mosaik-Fenster bescheint wird. Jeweils rechts und links des Altars führen zwei schwere Holztüren aus dem Messesaal heraus - einmal in den Glockenturm und einmal in das angrenzende Nebengebäude. Beide Türen sind für Gäste verschlossen.
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Jonne

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BeitragThema: Re: Hauptgebäude   Mo 17 Jul 2017 - 19:02

Come from: -wird nachgetragen-
15. März, Mittwochmorgens


"Okay, nein", befand Jonne und wandte sich von dem Altar ab, um den Mittelgang mit dem gleichen unschlüssigen Trott zu durchqueren, in dem er bereits herein, halb heraus und dann wieder zurück gestapft war. Die Hände in den Jackentaschen versenkt blieb er allerdings abermals stehen, starrte die Bankreihen entlang in die friedliche, leere Kirche und kam zu den Entschluss, dass dieser Morgen sowieso nicht viel besser war, als die Vorhergehenden.
"Ach, ich weiß doch, was für einen Mist ich gebaut habe!", entfuhr es ihn plötzlich, zuckte zusammen, als seine eigene Stimme von den hohen steinernen Mauern zurück geworfen wurde und drehte sich dennoch hastig zu den Altar zurück, um den Blick nach oben wenden. Jonne gehörte nicht zu den Menschen, die sich eingestanden hätten ein Gebet zu sprechen, viel mehr wollte er gerade lieber eine einseitige Diskussion führen, bei der er einfach keine Antwort erwartete (und vielleicht dementsprechend über eine Therapie nachdenken). Wo der Finne aber schon mal angefangen hatte, konnte er auch direkt weitermachen, "ich weiß es ja besser, dass hätte ich auch ohne diesen elenden Abend. Aber nachdem ich festgestellt hatte, dass ich offenbar nichts trinken kann, eine Karaokebar Rechnung? Wollte ich mir zusammen mit diesen lächerlichen Delphinding beweisen, wie betrunken ich war?".
Jonnes Hände blieben nicht in den Taschen, er brauchte sie zum gestikulieren um zu verdeutlichen wie frustrierend diese Erfahrung und auch die darauf folgenden doch gewesen waren. Die vergangenen Tage hatte Jonne wie üblich versucht Scherben zusammenzufegen und dann weiterzumachen, aber er gewann überraschend Gefallen daran sich nun bei jemanden abzureagieren, der zwar weder zu direkten Ratschlägen neigte, noch in der Lage war überhaupt zu widersprechen. Es kam ihn seltsam kindisch und zugleich befreiend vor, als er fort fuhr, "aber wieso mussten mich auch eben die Zwei abholen? Ich habe schon genug Probleme mit meinen Bruder und dann nimmt er auch noch Rishia mit! Wo kommt die eigentlich plötzlich her? In Finnland hatte sie immerhin bereits genügend Ärger gestiftet".
Vielleicht reichte schon Jonnes Ehrfurcht vor diesen Hallen aus um sich etwas zu beruhigen oder ihm fiel auch endlich auf wie albern er sich gerade aufführte. Seine aufgebrachte Haltung sackte in sich zusammen und er atmete tief durch. Als Jonne weitersprach, klang er etwas kleinlaut, "Toki gehört zu den Guten, ja? Er nimmt es zwar mit den siebten Gebot nicht besonders ernst, aber er ist kein schlechter Mensch. Ich habe nur Angst, dass er nicht weiß worauf er sich da einlässt. Das wissen meine Brüder selten. Aber vermutlich weiß ich das gerade selbst nicht".
Müde ließ Jonne sich auf eine der Kirchenbänke fallen. Es war nicht einmal eine Woche her, dass er Finnland verlassen hatte, aber es hätten genauso gut Monate gewesen sein können. 1800 Meilen Strecke entfernt schienen Gesetze zu gelten, die dem Finnen nicht mehr geläufig waren. Gequält Lächelnd und dachte Jonne daran was ihn den Morgen eigentlich so verdorben hatte. In den letzten Tagen hatte kein Telefonat ergeben können was in Rouvaniemi gerade passierte, nur das sein nächst jüngerer Bruder Jukka sich ohne Erklärung für ein paar Tage abgemeldet hatte, nachdem er den Gemeindepastor Pavo besucht hatte. Schließlich hatte Jonne Letzteren heute endlich erreicht, nur um festzustellen, dass Dieser stinksauer war, da der Buschfunk über die Dummheit des Ingenieurs anscheinend bis in die nordischen Länder reichte. Und dann hatte Pavo auch noch auf sein Schweigegelübde beharrt, aber Jonne auch gesagt, er solle sich einfach mal keine Sorgen machen. Wozu behielt er seine Freunde aus den Sandkasten, wenn die von einem solchen unmöglichen Blödsinn verlangten?
"Wir müssen uns ja nicht unbedingt immer einig sein, gerade weil ich gerade mit einer hinreichend, aber nicht ausreichend bewiesenen These rede", sagte Jonne nachdenklich, den etwas verlorenen Blick noch immer erhoben, "aber um genau zu sein schuldest du meiner Familie noch eine Antwort, deshalb passe wenigstens auf sie auf. Ich weiß nicht was du mit Toki noch vor hast oder was Jukka in einem deiner Häuser zu suchen hatte, aber wenn es so viel Spaß macht einen Idioten aus mir zu machen, nur zu. Behalte Sie dafür nur bitte im Auge."


Cosmin ǀ Jonne ǀ Tereza
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Sofiel de Arriens
Angelic Priestess
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Beruf : Priesterin in der Kirche von Cadysa
Spieler : Niko

BeitragThema: Re: Hauptgebäude   So 23 Jul 2017 - 18:53

Cf.: Umliegender Garten | Mittwochmorgen | 15. März | Sonnig

Mit einem zarten Lächeln auf den Lippen erhob sich die blonde Serafim aus der Mitte der Blumen die sie grade angepflanzt hatte. Es war eine ihrer Leidenschaften sich um die umliegende Landschaft der Kirche zu kümmern – denn dieser Ort sollte Ruhe und Frieden für jede Ausstrahlen, die eine Auszeit von dem hektischen Alltag es Lebens suchten. Mit langsamen Schritten und eine umherwandernden Blick machte sich die blonde Priesterin wieder auf den Rückweg in die Kirche. Sie hatte den ganzen Morgen über schon im Garten gearbeitet und dabei stetig vergessen etwas zu trinken.
Als sich Sofiel dazu entschlossen hatte, ein Leben auf der Erde zu beginnen, hatte sie es nur als richtig empfunden, als Priesterin zu arbeiten. In dieser Position war sie ihrem Herrn noch immer nah. Und zudem konnte sie den Menschen helfen, die dass Gotteshaus als Zufluchtsort vor der hektischen Welt außerhalb dieser Mauern ansahen. Oft kamen sowohl junge als auch alte Menschen zu ihr, erzählten ihr von ihren Problemen und ließen ihre Last innerhalb der Mauern. Und dann lag es an der blonde Serafim die schlechte Energie in reines, warmes Licht umzuwandeln. Erneut schlich sich ein Lächeln auf die Lippen der blonden, jungen Frau. Sie liebte es trotzt ihres Wesens auf der Erde wandeln zu dürfen – und sie liebte es, die Menschen aus nächster Nähe betrachten zu dürfen.
Doch als sie die Kirche betrat, um sich selber etwas zu trinken zu holen, merkte sie, dass sie schon lange nicht mehr alleine war. Schweigend blieb sie hinter der Steinsäule stehen, die die Tür verdeckte, durch die sie gekommen war. Erst als sie hörte, wie jener Gast ihren Herren als eine nicht ausreichend bewiesene These betitelte, stahl sich ein amüsiertes Lächeln auf ihre Lippen. Obwohl die Welt inzwischen von der Existenz der verschiedensten, paranormalen Wesen wusste, hatte sie noch immer ein Problem damit, sich vorstellen zu können dass es eine höhere, universelle Macht gab. Engel waren so real wie die Tatsache, dass die Sonne jeden Morgen hinter dem Horizont auftauchte, um das Land in warmes Licht zu tauchen. Und jeden Abend wieder hinter selbigen Horizont verschwand, damit alles seine Ruhe finden konnte.
Doch die blonde Serafim wurde aus ihren Gedanken gerissen, als sie hörte, wie der junge Mann ihren Herren darum bat, schützend über zwei seiner Brüder zu wachen. „Keine Sorge, zu jeder Zeit – egal ob am Tage oder in der tiefsten Nacht – wird Gott ein wachsames Auge auf seine Lämmer haben.“ Warm erklang die Stimme der blonden Priesterin durch die hohen Hallen der Kirche, ehe sie hinter der Steinsäule hervor trat und ihre grünen Augen auf den jungen Mann richtete. „Ich bitte um Verzeihung, dafür, dass ich mich nicht früher zu erkennen gegeben habe. Doch ich denke, manchmal dürfte es sehr befreiend sein, einfach über das zu Reden, was einem auf der Seele lastet – ohne die Anwesenheit anderer Personen.“ Ruhe und Frieden waren essentiell wichtig für sie Seele jedes Wesen, damit die Regeneration der eigenen Energie statt finden konnte. Jedes Wesen fand seinen eigenen Weg, um diese Energie wieder zu erlangen. Manche gingen durch die Natur, während sie dem sanften Rauschen des Windes lauschten. Andere vertrauten sich dafür Gott an, erzähltem ihm von ihren Ängsten und Sorgen. Und wenn es nötig war, dann war auch Sofiel immer mit einem offenen Ohr hier – bereit dafür Ratschläge zu geben oder Trost zu spenden. Niemand sollte jemals durch schwierige Zeiten alleine gehen.
„Wenn ich mich vorstellen dürfte, mein Name ist Sofiel de Arriens. Ich bin die Priesterin dieser Kirche und wenn sie glauben, dass es Ihnen hilft, dann steht es Ihnen auch frei sich mir anzuvertrauen,“ fügte Sofiel lächelnd hinzu, während sie ihre Finger ineinander verschränkte und den Mann betrachtete. Sein gesamte Haltung strahlte die Müdigkeit aus, die von seinem Körper und seinem Geist besitzt ergriffen hatte. Nur zu gerne wollte die blonde Serafim ihm aus diesem Zustand der Hilflosigkeit heraushelfen – doch niemals würde sie jemandem ihre Hilfe aufzwingen. Schweigend wartetet sie also auf eine Entscheidung des Mannes, der sein Herz ihrem Herrn ausgeschüttet hatte. Ein Herz, so rein, dass er nur darum bat dass ihr Herr seine Familie beschützen möge.


Akiko · Aleksander · Alicia · Cardia · Claire · Emilia

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Zuletzt von Sofiel de Arriens am Fr 27 Okt 2017 - 4:23 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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Jonne

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BeitragThema: Re: Hauptgebäude   Di 1 Aug 2017 - 18:32

Als Jonne überraschend eine Antwort erhielt, war es eine sanfte Stimme, die nicht recht zu den kahlen Stück Decke passte, das er gerade so ratlos betrachtet hatte. Dennoch erhob sich  der Finne aufgeschreckt, war er nicht der festen Überzeugung gewesen ganz alleine in der Kirche zu sein. Der tatsächliche Ursprung war schnell ausgemacht und irgendwo dämmerte ihm, dass er die herantretende Priesterin gerade anstarrte, wie ein vors Auto gelaufenes Rentier. Nicht, dass sie nicht in das Bild der friedlichen Halle passte, tatsächlich fand Jonne, dass sie mit ihren langen, blonden Haaren und den warmen, grünen Augen keineswegs fehl am Platz wirkte. Nur der peinliche Selbstgespräche führende Ingenieur mit blauem Auge sollte seiner Meinung nach lieber verschwinden und so galt sein zweiter Blick für einen hastigen Moment dem Ausgang.
Die Verbindung zwischen Stammhirn und Füßen versagte allerdings völlig und so bestach Jonnes Fluchtinstinkt nur mit mangelnder Tatkraft. Außerdem wollte der sorgenerfüllte und gerade etwas überarbeitete Teil von ihm ohnehin lieber zuhören. Dem Rest blieb daher nichts Anderes übrig, als die Hände wieder in den Taschen zu versenken und mit reichlich verlegenem Lächeln daneben zu stehen. Sich richtig eingestehen konnte er sich jedoch auch nicht, dass seine ungeplante Zuhörerin völlig Recht hatte, als sie meinte es täte manchmal gut sich einfach auszusprechen. Es war immerhin viel vernünftiger seinen überflüssigen Ausbruch als kindisch und beschämend zu betrachten, egal ob es ihn dadurch tatsächlich etwas besser ging.
„Verzeihung, ich hatte nur…“, begann Jonne, nachdem sich die blonde Frau mit Sofiel vorgestellt hatte, doch wie schon mehrmals in Cadysa war er um eine logische Weiterführung seiner Worte verlegen. In dieser Stadt funktionierte auch wirklich gar nichts und diese neue Regel ging ihm bereits gehörig auf die Nerven. Wie immer, wenn ihm einmal nichts Gescheites zu sagen einfiel, begnügte sich sein Hirn einfach damit den erst besten Blödsinn loszuschicken, der in dem Dickicht aus Nervengewebe fröhlich über den Weg hüpfte.
„Also, ich sollte besser gehen“, befand der Finne mit einer halbherzigen Bewegung Richtung Fluchtweg und ignorierte damit gekonnt die erstaunlich laute, aber verräterische Stimme in seinen Kopf, die das Angebot von Sofiel gerne angenommen hätte. Genauso widerwillig schoben sich seine Füße langsam Richtung Mittelgang als er weiter sprach: „ignorieren sie bitte den grauenvollen Monolog… Furchtbares Stück… Von allen Kritikern zerrissen… war noch nie ein großer Poet… Aber wirklich wunderbare Akustik hier in…“.
Jonne war dem letzten Stück der Kirchenbank sehr dankbar, in das er gerade rückwärts hinein gelaufen war und ihn damit davon abgehalten hatte weiter einen derartigen Unfug zu reden. Sich mit einer Hand angespannt durch die Haare fahrend, schaute er unsicher zu Sofiel und startete einen zweiten Versuch: „Nein, das war gerade Schwachsinn. Entschuldigen sie bitte. Ich bin Jonne Hietala. Zumindest schätzungsweise, ich habe mich die letzten Tage nicht wirklich so benommen.“  
Anschließend zuckte Jonne kurz mit den Schultern, als hätte er vor ein paar Minuten nicht den Herrn um etwas Beistand angebettelt und war sich immer noch nicht sicher, ob er wohl doch besser abhauen sollte. Nur die wirklich hilfsbereit wirkende Priesterin völlig vor den Kopf stoßen wollte er auch nicht, auch wenn ihn schon dieses winzige Eingeständnis gerade schwer gefallen war.


Cosmin ǀ Jonne ǀ Tereza
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Sofiel de Arriens
Angelic Priestess
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Beruf : Priesterin in der Kirche von Cadysa
Spieler : Niko

BeitragThema: Re: Hauptgebäude   Fr 11 Aug 2017 - 18:37

Ein zartes Lächeln schmückte die Lippen der Priesterin, als sie hinter der hohen Steinsäule hervortrat und sich dem Gast dieser Kirche zu erkennen gab. Sie wusste, dass viele Menschen hier herkamen, um Ruhe und Frieden vor der hektischen Welt zu finden – oder um ihre Sorgen einem Gesprächspartner anzuvertrauen, von dem sie wussten, niemals verurteilt werden zu können. Denn wurden Sorgen oder Ängste zu groß, so begannen sie das Leben eines Wesens zu beeinflussen. Etwas, dass sich so leicht verhindern ließ, wenn man nur jemanden fand, dem man sich anvertrauen konnte. Und sowohl als Priesterin dieses heiligen Ortes, als auch als Engel war Sofiel jemand, der sich immer gerne die Sorgen ihrer Mitwesen anhörte.
Ihre grünen Augen erblickten der Mann, der sich auf den Klang ihrer Stimme beinahe panisch von der hölzernen Bank erhoben hatte. Durch ihre natürliche Gabe, die Gefühle der Menschen stärker wahrzunehmen als es normale Wesen könnten, spürte sie, dass dem Mann schwere Sorgen auf der Seele lasteten. Sie konnte spüren, wie erschöpft sein Geist war und welche schwere Last auf seinen Schultern lastete – ob nun verursacht durch andere Personen oder durch sich selber.
Und jenes sanfte Lächeln, dass die Lippen der Serafim in keinem Augenblick verließ, blieb auch bestehen, als sich der Mann vor ihr Entschuldigte. Es gab ihrer Meinung nach allerdings nichts wofür er sich entschuldigten müsste, immerhin war dieser Ort dafür geschaffen worden, um jenen Zuflucht zu bieten, die ihn brauchten. Wenn sich jemand entschuldigen sollte, dann war es Sofiel selber – etwas, dass sie auch sogleich getan hatte. Denn selbst wenn sie die Priesterin dieses Ortes war, gehörte es sich schlichtweg nicht, einfach den Gespräch eines anderen Wesens zu lauschen.
Und auch wenn es vielleicht unangebracht war, konnte Sofiel es nicht verhindern, dass ihren Lippen ein leises Lachen entwich, als sie hörte wie er seine vorigen Worte als einen grauenvollen Monolog und ein furchtbares Stück betitelte. Sie hatte schon öfters davon gehört, dass Menschen die verschiedensten Ausreden nutzen, aber dass jemand seine eigenen Worte so runter spielte und dann auch noch die Akustik dieser Räume komplimentierte, war wirklich schon etwas einzigartiges. Doch noch bevor Sofiel etwas zu den Worten des Mannes sagen konnte, blieb er schließlich stehen und beendete seine hektische Flucht aus den heiligen Räumen dieser Kirche.
Sie beobachtete schweigend wie er sich schließlich durch die Haare fuhr und sein Blick schließlich wieder zu ihr fand. Unsicherheit spiegelte sich in dem Blau seiner Augen wieder, als er sich erneut entschuldigte – dieses Mal für seine vorangegangenen Worte. Zudem stellte er sich ihr als Jonne Hietala vor. „Es freut mich sehr Ihre Bekanntschaft zu machen,“  antwortete sie lächelnd, während sie ihre Finger ineinander verschränkte und zu dem aufgewühlten Mann hinüber ging. „Und es gibt wirklich keinen Grund weshalb Sie sich entschuldigen müssten. Wir alle fühlen uns manchmal etwas überlastet und dann passiert es eben, dass wir nicht ganz wir selber sind.“
Unwillkürlich musste Sofiel an die ersten Monate denken, die sie auf der Erde verbracht hatte. Denn obwohl sie sich schon lange für die Menschheit interessiert hatte, so hatte sie sich nie wirklich mit ihrer Art zu leben beschäftigt. Für sie hatte auf diesem Planeten ein völlig neues Leben begonnen – denn obwohl sie tief in der Nacht immer noch wieder in den Himmel zurückkehrte und Lieder mit ihren Artgenossen für ihren Herren sang, so hatte sie die Zeit auf der Erde gezeichnet. Sie hatte sich verändert. Mit einem Lächeln ließ sie die blassen Erinnerungen hinter sich. „Möchten Sie mir also von den Sorgen erzählen, die ihr Herz zur Zeit belasten?,“  fragte sie erneut, während der Blick aus ihren grünen Augen mitfühlend auf ihrem Gegenüber ruhte.


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Jonne

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BeitragThema: Re: Hauptgebäude   Do 4 Jan 2018 - 15:55

Das unwillkürliche Lachen, das Sofiel entwich war der längst überfällige Schwanengesang für Jonnes Fluchtpläne. Sie kreisten noch eine Weile weiter in seinen Kopf, doch die Letzten Überlebenden, die unbedingt noch Überzeugungsarbeit leisten wollten, kämpften auf verlorenen Posten. Und das nur, weil ihm dieses Geräusch so vertraut war, ob nun aus seinen überfüllten Elternhaus oder den treuen Freunden, die er einfach nicht abschütteln konnte oder wollte. Vermutlich ohne es zu bemerken hatte die Priesterin geschafft das Gefühl zu verscheuchen, als Strichmännchen auf einen hunderte von Jahren alten Wandteppich gekritzelt worden zu sein und das Kirchen Gemäuer verlor zwar seine einschüchternde Wirkung, nicht aber die friedliche Stille.
„Der Idiot, der gerade nur ihre Zeit stiehlt, weil er dämliche Entscheidungen getroffen hat, freut sich ebenfalls“, erwiderte Jonne noch halb in Gedanken, aber stellte dabei endlich ein den Ausgang verhaltene Blicke zu zuwerfen. Vermutlich sollte er anfangen die Worte zu überprüfen bevor er sie aussprach, wenn dieses Gespräch noch länger andauern sollte. Doch die Erfolgschancen darauf zu achten, was er redete, waren für Jonne in etwa genauso so hoch, wie der Versuch eine gesamte griechische Tragödie zu rezitieren.  Vermutlich gab es Leute, die dazu in der Lage waren, aber der Ingenieur gehörte in beiden Fällen bestimmt nicht dazu. Indessen versuchte Jonne zu verbergen, dass ihn die ungeteilte Aufmerksamkeit etwas überforderte, doch die Hände abermals in den Jackentaschen zu versenken und dabei unruhig auf seine Schuhe zu blicken waren wenig glaubhaft. Dabei ahnte er nicht einmal, dass Sofiel ohnehin die Gabe hatte in die Herzen der Menschen zu sehen, andernfalls hätte der Finne vermutlich in diesen Tagen einen Sicherheitsabstand zu der Kirche eingehalten.
„Die Behauptung alles sei in Ordnung ist nicht mehr sehr glaubhaft, oder?“, versuchte es Jonne schließlich mit einem schiefen, verlegenen Lächeln noch einmal probehalber, als Sofiel ihn erneut ihre Hilfe anbot. Eine vorläufige Sichtung aller Randbedingungen hatten ergeben, dass die einzig rationale Entscheidung war endlich eine kurze Antwort zu geben, sich für das Angebot zu bedanken und dann entschlossen seiner Wege zu gehen. Soweit Jonnes Überlegungen, doch sie gingen natürlich nicht auf, denn entgegen seiner nüchternen Meinung waren sie dämlich.
„Ich sollte im Grunde gar nicht hier sein“, stellte Jonne erstaunt fest, dass er schon wieder redete. Genauso merkwürdig war es, dass er nach dieser erschütternden Erkenntnis auch noch damit weitermachte: „Ich habe einen miesen Auftrag unüberlegt angenommen, weil ich mir Sorgen um einen meiner Brüder machte. Doch anstatt ihn zu besuchen verschwende ich die ersten zwei Tage in Wales mit einem durchgeknallten Anhalter und einer katastrophalen Barnacht, in der ich wer weiß was angestellt habe. Dabei will mich Toki nicht einmal sehen und wäre ich in Finnland geblieben, dann hätte ich einen anderen Bruder vielleicht helfen können, dass er nicht plötzlich Pave… Ich meine, Pater Järvinen abends aufsucht und meine Familie wüsste wohin Jukka danach abgehauen ist“.
Damit lag Jonne nur Vierundneunzig Wörter neben seinen Plan, die er in beträchtlichen Tempo tonlos herunter gerattert hatte, da sie in den vergangen zwei Tagen in den verschiedensten Variationen unaufhörlich in seinen Kopf gesummt wurden. Doch während er die Sätze noch verfluchte, dass sie nicht dageblieben waren, wurden sie nun endlich ausgesprochen augenblicklich sehr viel leiser. Hastig nutzte Jonne die Gelegenheit und versuchte seinen üblichen, stoischen Tatendrang wachzurütteln. Die Ergebnisse waren ein müdes Durchatmen und ein mehr hoffender, als zuversichtlicher Entschluss: „Aber ich repariere das“.


Cosmin ǀ Jonne ǀ Tereza
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