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 Seitenstraße

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AutorNachricht
Victor Talcescu
Scarred Soldier
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Beruf : Sozialarbeiter
Spieler : Dami

BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 1 Aug 2016 - 22:11

Wenn man sich die Reaktion des Jungen ansah, war sich Victor sicher, dass er noch nicht lange gewandelt war. Erfahrenere Vampire hätten sofort erkannt, was hier der Fall war: Ein Artgenosse, der seinen Durst an einem Menschen stillte. Und einem idealen Opfer noch dazu, ein gesundes junges Ding mit hervorragenden Blutwerten. Wer in seiner Situation hätte da widerstehen können? Na ja, sein Child vielleicht, aber Ezra war auch… ruhiger, als die meisten anderen Vampire, die er kannte. Er hätte so einige nennen können, die das Mädchen ohne zu zögern bis auf den letzten Tropfen ausgetrunken hätten. Er hatte nur seinen Instinkten nachgegeben und ein paar Schluck von ihr getrunken, aber es war nicht seine Absicht gewesen, sie zu töten.
Er seufzte und schloss für einen Moment seine Augen, bis er das Gefühl hatte, dass das rote Glühen nachgelassen haben dürfte, ehe er antwortete. „Ich habe von ihr getrunken. Aber das hast du wahrscheinlich schon erkannt, nicht wahr, Junge? Keine Sorge, wenn sie aufwacht, wird sie sich schwach fühlen, aber sie wird sich erholen. Und sie wird ein Mensch bleiben.“ Dessen war Victor sich sicher. Um einen Menschen zu wandeln, musste er den dazu bringen, sein Blut zu trinken, nachdem er von ihm getrunken hatte. Und er hatte nicht die Absicht, in den nächsten Jahren noch einmal jemanden zu wandeln. Ein Child war eine ernste Verantwortung und gerade ohne dessen Zustimmung die Metamorphose zum Vampir einzuleiten, war unverzeihlich in Victors Augen.
Aber wahrscheinlich war die ganze Situation für den Fremden leicht überfordernd. Noch während Victor erklärte, rappelte er sich auf und meinte, er sollte gehen. Aber bevor er das tat, fragte er noch, ob Victor ein Vampir war. Seltsam… konnte er seine Artgenossen etwa nicht am Geruch erkennen? Oder überschattete der Duft des Blutes seinen eigenen Geruch etwa so sehr? „Ja, bin ich, ein Dracul, um genau zu sein. Mein Name ist Victor Talcescu.“ Dracul… Eine Bezeichnung für eine Unterart der Vampire, die ihre Herkunft auf Vlad Tepes zurückführen konnten. Entweder, weil sie durch einen Biss infiziert worden waren, oder durch Abstammung von einem dieser Vampire. Auf Victor traf letzteres zu und er war sehr stolz auf diese Herkunft.
Der Schwarzhaarige stand auf, das bewusstlose Mädchen immer noch an sich gedrückt, auch, um sie zu wärmen. Es wurde langsam kühl und sie trug nur dünne Kleidung. Aber solang sie durch ihn gewärmt wurde, würde sie wohl eher nicht unterkühlen. Und eine größere Sorge war für Victor gerade der Junge, er war ein Zeuge. „Und ich würde es vorziehen, wenn du noch etwas bleibst. Du bist selbst ein Vampir, nicht wahr? Wie ist dein Name?“ Vielleicht konnte er ihn im Gespräch davon überzeugen, nicht zur Polizei zu gehen. Dem Mädchen war immerhin nicht wirklich etwas geschehen und gerade als Vampir würde er den Durst vielleicht verstehen. Außerdem war es nicht so, als hätte Victor eine andere Wahl: Tierisches Hämoglobin konnte er nicht verarbeiten, nur menschliches Blut hatte die Substanzen, die er brauchte. Und ohne Hämoglobin – das wusste er mittlerweile – konnten seine Lungen keinen Sauerstoff an sein Blut abgeben und er würde auf kurz oder lang sterben.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 1 Aug 2016 - 22:43

Der Mann erklärte mir, dass er nur von der Dame getrunken hatte, aber dass sie sich erholen würde. Das war schonmal eine gute Nachricht. Immerhin hatte ich es nicht mit einem blutrünstigen Mörder zu tun. So wie es also schien, hatte ich ihn nicht sehr gestört, sondern er konnte seine Gelüste bändigen. Was ich allerdings davon halten sollte, wusste ich immernoch nicht.
Er stellte sich mir als Victor Talcescu vor und erzählte mir, dass er ein Dracul sei. Ein Dracul.. Ob das eine besondere Art eines Vampirs war? Aber ich wollte auch nicht nachfragen. Ich hatte so die befürchtung, dass ich schon zu viel gefragt hatte. Und bevor ich wieder etwas unüberlegtes tat, hielt ich diesmal wirklich meinen Mund.
Nachdem ich eigentlich vor hatte zu gehen, aber es dann doch nicht tat, sagte Victor zu mir, dass er es vorziehen würde, wenn ich hier bleibe. Ob das nun ärger bedeutet ? Mir lief es immer und immer eiskalt über den Rücken. Wer will schon bei etwas 'gestört' werden und will dann auch noch, dass derjenige da bleibt? Ein echt komischer Kerl. "Ich bin Darren Shan. Und ja.. ich bin auch ein Vampir." War es gut ihm sowas zu sagen? Ich war mir nicht sicher. Aber vielleicht könnte mir diese Bekanntschaft auch noch von Nutzen sein. "Darf ich Sie noch etwas fragen?", fragte ich ganz vorsichtig, in der Hoffnung, dass er mir nicht gleich den Kopf abreisen würde. Er schien mir sehr stark zu sein, also wäre es für ihn eigentlich kein Problem gewesen mich einfach so zu umzulegen. Aber auf der anderen Seite schien er auch irgendwie ganz nett zu sein. Er war echt etwas merwürdig. Ich wusste immernoch nicht so ganz, was ich von ihm halten sollte.
Was mich aber noch beschäftigte, war dieses 'Junge'! Seh ich denn immernoch so jung aus ? Ich hatte schon eine gefühlte Ewigkeit nicht mehr so wirklich in den Spiegel geschaut. Konnte ich mich darin überhaupt noch sehen? Soweit ich weiß hatten Vampire kein Spiegelbild, aber wie ist das mit Halbvampiren? "Kennen Sie Halbvampire?" Und wieder schoss diese Frage einfach so raus, ohne dass ich groß darüber nachgedacht hatte, ob es überhaupt richtig war einen Fremden soetwas zu fragen. Ich mein.. ich kannte diesen Kerl kaum und frage dann gleich so eine riskante Frage. Oder weiß er es schon, dass ich kein vollwertiger Vampir bin? Fragen über Fragen und immernoch kaum bis keine Antworten. Solangsam brachten diese Fragen schon Kopfschmerzen. Oder dachte ich einfach zu viel nach in einer Situation, die ich vielleicht auch total falsch einschätzte?


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Victor Talcescu
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Beruf : Sozialarbeiter
Spieler : Dami

BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 1 Aug 2016 - 23:16

Darren Shan, der Name sagte Victor erst mal nichts. Und das war schon mal ein gutes Zeichen, das bedeutete nämlich, dass der Junge hier in der Gegend noch nichts ernsthaftes angestellt hatte. Man hörte im Büro so einiges, auch, wenn man einem Fall nicht direkt zugewiesen worden war und junge Leute kamen zum Glück nur selten hinter Gitter in Cadyssa. Viel öfter wurde ihnen ein Sozialarbeiter zugewiesen, bei dem sie sich regelmäßig zurückmelden mussten. Und Darren schien so weit noch nicht in diesen Teufelskreis geraten zu sein, was entweder bedeutete, dass er seinen Durst unter Kontrolle hatte, oder, dass er erst vor sehr kurzer Zeit hier angekommen war und das wahrscheinlich noch kam. Das würde Victor dann ja noch sehen, aber bisher sah es noch ganz gut aus.
Eine weitere Frage? Warum nicht, Victor half dem Jungen gerne weiter, wenn es Unklarheiten gab. Auch, wenn er es als unverantwortlich sah, dass sein Sire nicht alle Unklarheiten geklärt zu haben schien, bevor er ihn auf die Welt losgelassen hatte. So was konnte zwar gut gehen, aber in den meisten Fällen tat es das nicht. Er hatte schon einigen Fälle gesehen, in denen unzureichend ausgebildete Vampire, die mit ihren Instinkten nicht umgehen konnten, eine Gefahr für sich und andere dargestellt hatten und dann nur noch mit Gewalt zu stoppen gewesen waren. Tragisch, aber leider recht häufig. „Nur zu, stell alle Fragen, die du willst, auch, wenn dein Sire dir die hätte beantworten müssen, bevor er dich hat gehen lassen.“ Ob der Junge die Terminologie wohl kannte… Die Bezeichnungen Sire und Child benutzten zwar viele Clans und Unterarten der Vampire, aber wenn er von jemandem ausgebildet worden war, der eventuell selbst nicht besonders gut bescheid wusste, verwirrte Victor ihn vielleicht noch mehr damit. Na ja, wenn er ihn nicht verstand, würde der Junge wohl nochmal nachfragen, hoffentlich.
Die Frage nach Halbvampiren traf Victor allerdings etwas unerwartet. Nicht, weil er noch nie von Halbvampiren gehört hatten, sondern, weil die einfach verdammt selten waren. Da gab es die Smokes, eine vom Aussterben bedrohte vampirische Rasse, einige Fälle, wo der Vampir das ursprüngliche Metawesen nicht vollständig oder auch gar nicht verdrängen konnte und die besonders seltenen Fälle einer unvollständigen Wandlung. Victor seufzte, er hatte das Gefühl, eine lange Nacht lag vor ihm. „Hör mal, Darren, das Thema, nachdem du fragst, ist ziemlich kompliziert. Was hältst du davon, wenn du mir hilfst, das Mädchen hier nachhause zu bringen und ich dir auf dem Weg deine Frage beantworte? Oder auch deine Fragen, wenn du noch mehrere hast.“ Der Vampir wollte sein Opfer eigentlich so schnell wie möglich nachhause bringen. Einerseits wollte er nicht, dass sie ihn erkannte – eine Anzeige wegen Körperverletzung konnte ihn seine Arbeit kosten – und andererseits war es auch führ ihre Psyche besser. Wenn sie zuhause und in ihrem Bett aufwachte, würde sie hoffentlich nicht allzu sehr an das denken, was passiert war. Oder es sogar als Alptraum abtun, immerhin wirkte das, was passiert war, für einen Menschen doch sehr unwirklich und die kleinen Einstichstellen an ihrem Hals würde man schon morgen kaum mehr sehen.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 1 Aug 2016 - 23:41

"Sire?", fragte ich. Ich weiß zwar nicht genau, was er damit meinte, aber ich konnte es ir schon so fast denken. Er meinte damit bestimmt Mr. Crepsley.. meinen Tutor.. oder Erschaffer!? Wie auch immer. Ich überlegte nochmal ganz genau nach und dann fragte ich ihn: "Wie lange sind Sie schon ein Vampir? Und wie haben Sie Ihre Gelüste unter Kontrolle? Kann man lernen, oder hat man das einfach so im instinkt?" Ich hoffte, dass diese Fragen ihn nicht stören würden, aber er kam mir von Minute zu Minute immer netter vor und somit vertraute ich ihm meine Fragen an.
Auf meine Frage, ober er Halbvampire kennt, bekam ich keine direkte Antwort, was ich doch etwas verblüffte. Wollte er mir damit sagen, dass er keine kannte, oder üüberhaupt nicht wusste, was das ist ? Immer mehr Fragen bildeten sich in meinem Gehirn zu einem rießen Knoten zusammen und immer mehr wollte ich wissen. Allerdings war ich mir nicht sicher, ob der Herr der richtige Ansprechpartner für so etwas war. Wenn er mit 'Sire' wirklilch Mr. Crepsley meinte, dann hatte er wohl recht. Normalerweise hätte Mr. Crepsley mir alles sagen müssen, aber er war ja leider immer viel zu beschäftigt. Es hatte ja schließlich seinen Grund, wieso ich in Cadysa war und nicht mehr bei ihm im Cirque du Freak.
"Ähm.. ja, können wir gerne tun. Aber sind Sie sich denn sicher, dass es der Dame wieder besser gehen wird? Und kann sie sich dann an alles erinnern, oder können Sie sie irgendwie manipulieren, so dass sie nichts mehr weiß? Ich bemerkte, dass ich Victor immer mehr fragen stellte. Ich konnte nichts sagen, ohne, dass gleich eine Frage hinter her kam. Auf der einen Seite, war mir das echt unangenehm, aber diese Neugier.. diese unnormale Neugier.. ich bekam sie einfach nicht in den Griff. Aber Victor meinte, dass er mir meine Fragen beantworten würde, also konnte es ja eigentlich gar nicht so schlimm sein, wenn ich ihn so viel frage. Vielleicht ist er es auch gewohnt, so viel gefragt zu werden. Oder vielleicht tut er das auch um sich erst dann Vertrauen zu holen und das ganz hinterhältig mich fertig zu machen. Wenn ich nur endlich wüsste, ob ich diesem Mann mein Vertrauen schenken kann, oder nicht. Normalerweiße merke ich sowas sofort, ob ich jemandem etwas anvertrauen kann, oder nicht, aber bei ihm ist das irgendwie komplett anders. Meinem besten Freund Steve konnte ich alles anvertrauen, bis er sich für die andere Seite entschied. Vampyre. Ob Victor davon schonmal was gehört hatte ? Und wieder war ich am überlegen, ob ich ihn frage, oder nicht, aber entschloss mich dann, davon erstmal nichts zu erwähnen. Mr. Crepsley hatte mir schon von Vampyren erzählt, aber vielleicht bist es ja auch noch andere Vampire, die davon was gehört haben, oder die in anderen Vampir-Kreisen einfach nur anders heißen. Gibt es überhaupt gute und schlechte Vampire ? Oder ist Vampir einfach Vampir?
Ich fühlte mich in diesem Moment hilflos. So viele Fragen hatte ich schon lange nicht mehr. Um genau zu sein hatte ich das letzte Mal so viele Fragen, kurz nachdem Mr. Crepsley mich zu einem Vampir machte, oder eher gesagt machen wollte. Wäre es vielleicht einfacher gewesen mich zu einem vollwärtigen Vampir zu verwandeln ? Oder hätte ich es gar nicht erst soweit kommen lassen sollen ? Aber dann wäre ich gestorben. Und das nur aus dem Egoismus meines meines Tutors. Unglaublich.


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Victor Talcescu
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Di 2 Aug 2016 - 0:22

Victor hatte es ja schon geahnt, der Junge bedeutete Arbeit. Und zwar eine ganze Menge davon. Wusste er wirklich nicht einmal, was ein Sire war? Nun, das Wort war eigentlich recht selbsterklärend, aber man konnte es auch in einem kurzen Satz zusammenfassen, für die, die das Pech hatten, von einem verantwortungslosen Vampir gewandelt zu werden. Und so jemand stand hier eindeutig vor ihm. Auch, wenn es schon an Fahrlässigkeit grenzte, einem Child nicht mal die Kontrolle über den Durst beizubringen.
Nicht, dass man den vollständig kontrollieren konnte, Victor hatte gerade das Gegenteil bewiesen, aber man konnte daran arbeiten und dafür gab es verschiedene Techniken. Allerdings wäre es schön gewesen, wenn der Junge zumindest etwas langsamer gefragt hätte. „Also, eins nach dem anderem. Erstens: Dein Sire ist die Person, die dich zum Vampir gemacht hat, also entweder ein vampirischer Elternteil – bei beiden Eltern meist der Vater – oder die Person, die dich gewandelt hat. Und dein Sire hat wohl verpasst, dir einige Grundlagen beizubringen. Zweitens bin ich seit meiner Geburt ein Vampir, also mein ganzes Leben schon, und ich bin 527 Jahre alt. Und nun zu deiner größten Frage –“ Victor holte tief Luft. Vor ihm lag wohl wirklich eine lange Nacht, wenn er mit einem Jungvampir nochmal die Grundlagen durchgehen musste. Auch, wenn er Glück hatte, den Jungen noch so zivilisiert vorzufinden, dass er ruhig mit ihm sprechen konnte.
Da hatte er schon andere gesehen, auch solche, für die nur noch der Gnadenstoß eine Alternative war. „Deinen Durst zu kontrollieren ist eine sehr schwierige Sache und selbst Meister versagen dabei manchmal. Menschenblut zu trinken ist einer unserer Urinstinkte, aber durch Disziplin und hartes Training an Körper und Geist kannst du lernen, Herr über deine Triebe zu werden. Du solltest allerdings wissen, dass es niemals einfach wird. Ich kann dir helfen, an deinem Durst zu arbeiten, aber die wirkliche Arbeit liegt bei dir und der Erfolg hängt von deinem Willen ab.
Du wirst vermutlich Rückfälle erleiden und selbst, wenn du denkst, du hast es unter Kontrolle, kann es mal passieren, dass der Durst dich überwältigt. Dann ist es vor allem wichtig, dass du noch genug Kontrolle hast, um dein Opfer nicht zu töten.“
Victor nickte zu dem Mädchen in seinen Armen. Ihr Atem war mittlerweile ruhiger und aus der Bewusstlosigkeit war wohl Mittlerweile eher ein Schlaf der Erschöpfung geworden. Auch war ihre Stirn nicht mehr schweißbedeckt, im Prinzip sah sie bis auf die Blässe ganz gesund aus.
Jetzt musste er sie nur noch nachhause bringen, und auf dem Weg konnte er Darren noch ein paar Grundlagen erklären. Auch, wenn er sich manchmal über die Arbeit beschwerte, eigentlich mochte er es, junge Vampire einzuweisen und ihnen damit zu helfen, ihre Kräfte unter Kontrolle zu bringen. Und Darren schien mehr und mehr wie ein anständiger Junge, der wohl einfach das Pech gehabt hatte, zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein. Seine Sorge um das Mädchen war geradezu herzerwärmend. „Ich kann ihre Erinnerungen nicht löschen, nein. Aber ich weiß, dass sie mich nicht gesehen hat. Die Jagd, wenn sie denn unvermeidbar ist, ist eine Kunst für sich. In ihrem Fall wird sie, wenn sie zuhause aufwacht, vielleicht denken, dass es alles nur ein Traum war und sie sich einen leichten Infekt eingefangen hat. Und ich bin mir sicher, dass sie sich erholen wird, sie ist gesund und stark, in vier bis sechs Wochen wird ihr Körper das verlorene Blut ersetzt haben und die Bisswunden werden heilen. Alles, was zurückbleibt, ist eventuell eine unangenehme Erinnerung, und die menschliche Psyche ist meisterhaft darin, solche Erinnerungen zu unterdrücken. Wie ist es bei dir, hast du gelernt, richtig zu jagen?“ Victor hoffte es, denn ein Vampir, der nicht vernünftig Jagen konnte, Menschen lebensbedrohlich verletzte oder schlichtweg bis auf den letzten Blutstropfen aussaugte, war gefährlich. Durch solche Individuen wurde seine ganzen Rasse gefährdet, nicht nur, weil das ihren Ruf schädigte, sondern auch, weil Menschen und andere Wesen berechtigterweise auf die Idee kamen, die Vampire auszurotten.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Di 2 Aug 2016 - 11:19

Ich lief neben dem Mann und beobachtete immer die junge Dame, die er trug. Er erklärte mir , was ein 'Sire' ist, aber teilweise dachte ich mir sowas schon. Irgendwie fühlte ich mich plötzlich einfach hilflos und dumm. Vielleicht lag es auch nur daran, dass ich schon ewig kein Menschenblut mehr hatte, vielleicht aber auch nur daran, dass der Vampir ein unglaubliches Wissen hatte. Schließlich war er ja schon 527 Jahre alt. Als Victor mir sein Alter verriet, hatte ich das Gefühl, dass meine Augen aus dem Kopf fallen. "Sie sind seit ihrer Geburt ein Vampir? Aber ich dachte Vampire können nicht geboren werden, sondern nur 'erschaffen'?" Zumindestens war ich ganz stark dieser Meinung. Oder hatte Mr. Crepsley selbst keine Ahnung von dem, was er da tat? Er war schließlich noch lange nicht so alt wie Victor.
Der schwarzhaarige Mann erklärte mir, dass ich meinen Durst mit langem Training und Disziplin irgendwann kontrollieren kann. "Also richtig jagen, kann ich wohl.. zumindestens dachte ich es bisher. Aber ich habe ein Problem. Ich trinke eigentlich kaum bis gar kein Menschenblut. Es schmeckt mir einfach nicht. Ich habe es nun neun Jahre immer und immer wieder versucht, aber irgendwie schmeckt es nicht." Ich wollte gar nicht wissen, was er nun von mir dachte. Mr. Crepsley ist mein Sire. Eigentlich hat er mir auch alles notwendige beigebracht, was man als Vampir wohl wissen sollte. Er versuchte mir auch beizubringen, meinen Durst zu kontrollieren, aber ich hab einfach Angst davor, nicht aufhören zu können, wenn ich alleine jage. Wir waren nämlich sonst immer zu zweit unterwegs."
Langsam fing ich an mich zu öffnen, Victor mein Problem anzuvertrauen, in der Hoffnung, dass er mir vielleicht helfen kann, wenn er es denn wollte. "Könnten Sie mir vielleicht helfen, es unter Kontrolle zu bekommen?.. Ich mein.. ähm.. also nur, wenn Sie Zeit und Lust haben." Ich schaute auf den Boden, weil es mir doch schon etwas unangenehm war, als Vampir zuzugeben, dass ich einfach nichts kann. "Wissen Sie.. dort wo ich herkomme, gibt es sogenannte 'Vampyre'. Sie sind blutrünstige Killer und haben einfach Spaß daran Menschen zu töten. Und.. ich habe echt angst davor, so zu werden, wie... die!"
Ich merkte wie meine Stimme immer mehr zitterte. Es konnte doch nicht angehen, dass ich plötzlich so viel Angst davor hatte. Die letzten Jahre war doch soweit alles gut. Aber diese Begegnung schien in mir wieder Dinge hervor zu rufen, die ich wohl schon lange verdrängt hatte. Dinge, an die ich mich auch eigentlich nie wieder erinneren wollte. Allerdings tat es auf der anderen Seite aber ganz gut mal darüber zu reden.. vorallem mit so einem wissensreichen Vampir, der wohl genug Erfahrungen in seinem langen Leben gemacht hat.
"Haben Sie schon mal etwas von diesen Vampyren gehört? Oder gibt es in Ihren Kreisen auch solche Vampire, die einfach wiederrum einen anderen Namen haben?" Irgendwie tat mir Victor leid. Ich durchlöcherte ihn mit Fragen und er blieb einfach ruhig und gelassen. Als würde er das tagtäglich machen.
Ich erkenne mich selbst auch nicht wieder. So zutraulich zu einem Fremden war ich eigentlich noch nie, aber der Mann gab mir das Gefühl, dass ich mit meinem Sorgen bei ihm an richtige Stelle war.


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Victor Talcescu
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Di 2 Aug 2016 - 19:25

Das, was Darren da formulierte, war ein weit verbreiteter Irrglaube. Zumindest, wenn es um die Dracul ging, andere Unterarten der Vampire waren Untot und konnten keine Kinder mehr zeugen, wodurch auch keiner von ihnen so zur Welt kommen konnte. Aber Victor war nun mal ein Dracul, technisch gesehen also noch lebendig, und sein Vater hatte diese Gene an ihn weitergegeben. „Das kommt auf die Unterart an, mit der du konfrontiert bist. Die Nosferatu, eine der beiden größten Gruppen, sind tatsächlich untot, sie können ihre Children nur wandeln. Aber ich gehöre zur Unterart der Dracul, die Wandlung verändert unser Erbgut, aber wir bleiben am Leben. Und wir können auch weiterhin Kinder zeugen. Die Vampirgene sind dabei dominant und das Kind ist, genau wie der entsprechende Elternteil, ein vollwertiger Vampir. Also es kommt ganz auf die Art an.“
Victor sog noch einmal die Luft tief durch die Nase ein. Ein Versuch, die Unterart von Vampir, zu der Darren gehörte, durch seinen Geruch zu erkennen. Aber er roch nichts bekanntes, ein Dracul war der Junge sicher nicht. Und wahrscheinlich auch kein Nosferatu, aber da konnte sich der Schwarzhaarige nicht ganz sicher sein. Er hatte noch nicht oft mit den Nosferatu zu tun und wenn er ehrlich war, mied er sie auch. Er mochte seine Untoten Artgenossen nicht unbedingt und das beruhte, soweit er das beurteilen konnte, wohl auf Gegenseitigkeit.
Wenigstens jagen schien der Junge zu können, das war ein Anfang. Vielleicht war seine Jagd noch nicht perfekt, aber wenn er zumindest die Grundlagen kannte, war er zumindest keine Gefahr. Und er sah auch wie jemand aus, der dieses Thema ernst nahm. Victor nickte auf seine Ausführungen hin und wartete, bis Darren ausgeredet hatte. Es gefiel ihm nicht unbedingt, dass der Junge nicht gelernt hatte, von sich aus aufzuhören. „Verstehe. Das ist durchaus eine berechtigte Angst, vielen geht es vor allem am Anfang, aber auch noch später so. Und ein anderes Problem ist, dass viele nicht wissen, wie viel sie trinken können, ohne Schäden zu hinterlassen.“ Victors Hand glitt langsam in die Jackentasche des Mädchens, in der er ihren Geldbeutel gefühlt hatte. Nicht, dass er sie bestehlen wollte, aber auf ihrem Personalausweis stand wahrscheinlich ihre Adresse und ohne die konnte er sie nicht nachhause bringen.
Und damit konnte er dem Jungen auch gleich eine erste Lektion in Sachen Jagd und Nachsorge erteilen, nämlich das Vertuschen des passierten. Und er wollte ja Hilfe, dann konnte man mit der ersten Lektion auch gleich anfangen. „Natürlich kann ich dir helfen, es wird nicht einfach, aber es lohnt sich. Hilf mir gerade mal, schau mal, ob du in ihrem Geldbeutel den Personalausweis findest, da müsste ihre Adresse drauf stehen.“ Victor fischte den kleinen Ledergeldbeutel der jungen Frau aus ihrer Tasche und hielt ihn Darren hin, während er sich bemühte, um das Mädchen dabei nicht fallen zu lassen.
Derweil hörte er seinem Gegenüber zu. Vampyre… so, wie er sie beschrieb, klangen sie wie das, was Victor als Sireless kannte, Jungvampire, die nie wirklich initiiert worden waren. Es gab da natürlich auch noch die Vampire, die sich privilegiert fühlten und sich auch einfach die Menschen schnappten, die sie wollten, aber die waren selten. Häufiger waren die, die nie gelernt hatten, mit ihrem Durst umzugehen, und darüber verrückt geworden waren.
Victor nickte langsam, er hatte ähnliches schon selbst gesehen und es war grausam gewesen… Vor allem, weil er sich vorstellen konnte, dass die Betreffenden mal anständige Leute gewesen waren. „Ich hab von so was ähnlichem schon mal gehört. Bei uns heißen sie Sireless, weil sie aus verschiedenen Gründen nie von ihrem Sire initiiert wurden. Sie lernen nicht, wie sie mit ihrem Durst umgehen und ihn stillen können, ohne zu töten und verlieren über ihren Durst sämtliche Selbstkontrolle. Und ich halte es für unwahrscheinlich, dass du so wirst, wie sie.“ Der Schwarzhaarige lächelte ermutigend. Darren schien eigentlich recht beherrscht, und dass er auf die Art die Kontrolle verlor, hielt Victor für doch eher unwahrscheinlich.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mi 3 Aug 2016 - 16:00

Ich hörte dem Vampir ganz genau zu, während er mir einiges über die Unterarten der Vampire erzählte. "Aber.. ist es denn möglich, dass Vampire sich mit Menschen paaren? Und müssten das dann nicht auch nur Halbvampire sein?" Immer mehr Fragen hatte ich. Je mehr Victor erzählte, desto mehr Fragen hatte ich.
Wir liefen also immer weiter, ich wusste immernoch nicht, wo wir hin mussten, bis Victor mir den Geldbeutel der Dame in die Hand drückte. Total verunsichert nahm ich den Geldbeutel und fing an ihren Personalausweis zu suchen. "Es ist nicht weit weg. Wenn ich mich nicht täusche, müssen wir hier die nächste rechts rein, über die Kreuzung gerade aus und dann nur noch nach der Nummer 66 ausschau halten." Auch wenn ich mich hier in der Stadt noch nicht so gut auskannte, aber an der Straße, wo die Dame wohnt, war ich vorhin erst entlang gelaufen. Zufall oder Schicksal?
Derweil erzählte Victor mir mehr über die sogenannten 'Sireless'. Die Beschreibung passte perfekt zu den Vampyren. Als würde er Steve beschreiben. Ich schaute wieder auf den Boden und war einfach still. Steve.. mein bester Freund.. er hatte mich einfach hintergangen und hat sich dem Feind angeschlossen. "Wissen Sie.. mein bester Freund ist einer dieser Vampyre. Wir haben uns seitdem nicht mehr oft gesehen, aber jedesmal, wenn wir uns gesehen haben, hatte er immer so einen Ausdruck in den Augen.. Als würde er sogar mich töten wollen." Ich hatte unseren letzten Kampf vor Augen. Hätte ich zu dem Zeitpunkt kein Menschenblut getrunken, hätte er mich wohl besiegt.


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Victor Talcescu
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mi 3 Aug 2016 - 18:33

Eine berechtigte Frage, die Logik war auch an sich relativ unbestechlich. Wenn ein Dämon ein Kind mit einem Menschen zeugte, war das ein Halbdämon, und so funktionierte das bei vielen Arten, Vampirismus war – wieder je nach Unterart unterschiedlich – eine der wenigen Ausnahmen. „Kommt auf die Art der Vampire an. Bei uns Dracul ist es so, dass der Vampirismus so dominant ist, dass er unsere menschliche Seite verdrängt, bei anderen hast du recht, die Kinder sind Halbvampire. Vampirismus ist ein Überbegriff, wenn du es so willst, der alle Wesen zusammenfasst, die eventuell mal Menschen waren, dann gewandelt wurden und nun mehr oder minder abhängig von Blut sind. Das kann sich wie bei mir auf menschliches Blut beschränken oder auch Blut im allgemeinen heißen.“ In seinem Leben hatte Victor schon so einige Arten von Vampiren kennen gelernt und er behauptete nicht, alle zu kennen. So, wie er nicht alle menschlichen Völker kannte, oder nicht alle Arten von Dämonen. Das war einfach unmöglich, weil es zu viele davon gab und wohl niemand sie alle in einem Leben kennen lernen konnte.
Aber gerade das Lernen war es ja, was das Leben so interessant machte und Victor war gern bereit, neues zu lernen, zumindest auf den meisten Gebieten. Und genauso freute es ihn, wenn er anderen sein Wissen weiter vermitteln konnte. Auch, wenn er nicht unbedingt der beste Lehrer war, wusste er doch, wie er Dinge verständlich erklären konnte und tat das auch sehr gern.
Auch deswegen überlegte er sich schon, ob er Darren vielleicht einige seiner Bücher zeigen sollte, wenn die beiden das Mädchen nachhause gebracht hatten. Er konnte ihm vielleicht auch eine der Chroniken ausleihen, falls er mehr über Vampire und ihre Geschichte lernen wollte. Der Weg zur Wohnung des Mädchens schien schon mal nicht so weit zu sein. „Gut, dann sind wir bald da. Steck den Geldbeutel bitte zurück in ihre Jackentasche.“ Er hätte es ja auch selbst gemacht, aber das machte alles nur unnötig kompliziert und Victor mochte einfache Lösungen, wenn sie angebracht waren.
So langsam wurde klar, dass Darren und Victor in etwa das selbe meinten und es nur unter anderen Namen kannten. Dass Darrens bester Freund so geworden war, war natürlich unschön, aber es war quasi unmöglich, jemanden zurückzuholen, der die Grenze überschritten hatte. „Das tut mir sehr leid für dich, es war sicher nicht leicht, ihn so zu sehen. Ist er von einem anderen gewandelt worden, als du? Oder habt ihr euch erst nach der Wandlung kennen gelernt?“ Victor hielt es für wahrscheinlicher, dass die beiden sich schon vorher kannten, aber er war auch neugierig. Vielleicht gehörte Darren auch zu einer Vampirart, die er noch nicht kannte und es dauerte bei seiner Art länger, bis der Kontrollverlust ohne anständige Initiierung einsetzte.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mi 3 Aug 2016 - 20:26

Und wieder erklärte Victor mir immer mehr über den Vampirismus. Ich hörte gespannt zu und wollte am liebsten noch mehr wissen. Ich überlegte diesmal ganz genau, wie ich meine Frage stellen sollte. Dann schaute ich den alten Vampir an und fragte: “Und was genau passiert mit dem Menschen, während er das Kind gebärt? Verläuft das alles ohne Komplikationen? Und.. kam es schon einmal vor, dass das Kind trotz Vampir als Elternteil ein Mensch wurde?“ Ich hatte das Gefühl, dass ich etwas zu schnell redete, wie es sonst im allgemeinen auch so üblich war, wenn ich neugierig und aufgeregt war. Es machte mich echt froh jemanden gefunden zu haben, bei dem ich das Gefühl hatte, dass er mir gerne helfen mochte. Und dem ich mich auch an vertrauen kann, wenn mich etwas belastet. Auch wenn ich Victor noch nicht lange kannte, gab er mir das Gefühl, dass ich alles schaffen kann, wenn ich es nur möchte.
Er bat mich den Geldbeutel wieder zurück in die Jackentasche der Dame zu tun, nachdem ich ihm erklärt hatte, wo wir hin müssen. Ey, ey, Chef!“, witzelte ich mit einem leichten Lächeln im Gesicht. Ob es zu diesem Zeitpunkt wohl richtig so war, wusste ich auch nicht. Aber ich glaubte es lockerte die angespannte Stimmung etwas. Also öffnete ich die Jackentasche der Dame, aus der Victor den Geldbeutel nahm und machte ihn vorsichtig wieder hinein. Ich wusste aber immer noch nicht, ob die Frau nun immer noch bewusstlos war, oder schon schlief. Immerhin war ihre Atmung wieder regelmäßig. Das war ein sehr beruhigendes Gefühl.
Victor fragte mich eine Sachen über Steve. Erst stockte mir der Atem, weil ich lange nicht mehr darüber gesprochen hatte, aber dann fing ich an wie ein Wasserfall zu reden: “Alsoo.. es war so.. Steve und ich kannten uns schon seit dem Kindergarten. Am Anfang mochten wir uns überhaupt nicht, aber dann in der Grundschule wurden wir durch einen dummen Zufall die besten Freunde. Allerdings mochten meine Eltern ihn irgendwie nie. Als wir dann auf der Oberstufe waren, haben Steves Eltern sich getrennt und er fing an immer mehr Mist zu bauen. Er klaute und machte alles kaputt, was ihm im Weg stand. Deshalb hatten meine Eltern mir Kontaktverbot zu ihm gegeben..“ Ich hielt kurz inne und so langsam stießen mir die Tränen in die Augen. Ich hatte eigentlich noch nie mit jemandem darüber geredet, was in der einen Nacht geschah, aber es rutschte einfach so aus mir heraus. “Jaa.. auf jeden Fall war es so, dass er von einem sehr bösen Mann verwandelt wurde. Der Mann tyrannisierte eine Nächte vorher schon unsere Stadt. Steve wollte, im Gegensatz zu mir, unbedingt ein Vampir werden, allerdings sagte mein Tutor zu ihm, dass er dafür zu böses Blut hat. Und somit wandte sich Steve an den bösen Vampyr, wie sich dann später raus stellte.“ Ich wischte mir die Tränen aus dem Gesicht und lächelte den Vampir an. “Aber ist ja auch egal.. er wollte es so, also muss er damit leben. Oder ist es möglich, dass er das auch noch unter Kontrolle bekommen kann?“
Es war sehr ungewohnt Tränen in den Augen zu haben. Normalerweiße zeigte ich keinem diese Seite von mir, aber ich merkte, dass es mir half darüber zu reden. Vielleicht besteht ja auch noch die Hoffnung, dass ich Steve retten kann. Obwohl er eigentlich selbst schuld ist an der ganzen Sache. Hätte er damals auf Mr. Crepsley gehört, hätte er es heute wohl nicht so schlimm. Ich merkte, wie in mir die Schuldgefühle wieder hoch kamen. Steve war so sauer auf mich, weil ICH zu einem Vampir gemacht wurde, obwohl er es so unbedingt wollte.


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Victor Talcescu
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mi 3 Aug 2016 - 22:48

Der Junge stellte echt viele Frage. Und auch, wenn Victor vorhatte, sie zu beantworten, musste er bei einigen wirklich nachdenken. Und gerade diese Frage war alles andere als leicht zu beantworten. Soweit Victor wusste, hatte seine Mutter eine relativ normale Geburt mit ihm, aber das war nur eine Art von Vampiren… Wie es bei anderen war, war schwer zu sagen. Eine definitive Antwort war hier doch etwas zu voreilig. „Ich kann es dir ehrlich gesagt nicht genau sagen, aber ich kann es später in meinen Büchern nachschlagen. Wenn du willst, kannst du mit zu mir kommen, dann kann ich dir die Frage heute noch beantworten.“ Das war vielleicht keine befriedigende Antwort, aber die beste, die der alte Vampir im Moment liefern konnte. Er war eben nicht allwissend und er hatte auch nicht vor, das einem anderen vorzugaukeln. Solche Täuschungen vielen früher oder später immer auf und wenn man dabei absichtlich Falschinformationen verbreitete, konnten Leute verletzt werden. Und nur, weil er ein blutsaugendes Geschöpf der Nacht war, hielt das noch lange nicht, dass er ohne Ehre war.
Darrens Geschichte klang für Victor nur allzu bekannt… Ein Jüngling, der die Konsequenzen nicht kannte und unbedingt die Unsterblichkeit wollte… und dafür einen furchtbaren Preis bezahlte. Wie viele Menschen sich wünschten, ein Vampir zu sein, ohne die Konsequenz zu realisieren. Auch, wenn die Begründung des bösen Blutes als Ablehnung ihm neu war. Scheinbar gehörte Darren wirklich zu einer ganz anderen Art von Vampiren, von denen Victor noch nicht gehört hatte. Und er konnte durchaus verstehen, dass der Junge hoffte, dass sein Freund sich wiederfinden konnte, aber Victor hatte noch von keinem Fall gehört, in dem ein Vampir, der jahrelang sireless gewesen war, nochmal zu seinem alten Ich zurück fand. Da war es gnädiger, es für ihn zu beenden, damit er niemanden verletzte, der ihm eventuell mal wichtig gewesen war. Victor schluckte, als der die Tränen in den Augen des Jungen sah, er hätte ihm gerne Hoffnung gegeben, aber falsche Hoffnung war in seinen Augen noch schlimmer als eine grausame Wahrheit. „Ich wünschte, ich könnte dir eine angenehmere Antwort geben, aber ich fürchte, für deinen Freund gibt es keine Hoffnung mehr. Wenn jemand sich seiner angenommen hätte, kurz, nachdem er sich verändert hatte, vielleicht. Aber wenn er schon mehrere Jahre in diesem Zustand ist, ist das beste, was man tun kann, ihn zu stoppen. Das, was ihn als Person ausgemacht hat, ist dann wahrscheinlich nicht mehr wirklich da.“ Der Alte Vampir seufzte. Über die Jahre hatte er schon einige Sireless gerichtet. Nicht, weil er es wollte, sondern weil er wusste, dass er nichts mehr sonst für sie hatte tun können. Aber es war ihm jedes mal klar gewesen, dass er ein Leben ausgelöscht hatte, dass sich ganz anders hätte entwickeln können, wenn sich nur Jemand um diese Jungvampire gekümmert hätte, als sie es gebraucht hatten.
Aber manchmal. Kam man eben zu spät, auch, wenn man sein bestes gab, um zu helfen. Und was Darren von Steve erzählte, klang leider danach. „Ich habe das schon ein paar mal gesehen… und ich hab mir jedes mal gewünscht, ich hätte diese Leute nur ein paar Jahre früher gefunden. Es ist eigentlich eine Schande, und suche die Schuld nicht bei deinem Freund oder dir, die Schuld liegt bei dem Vampir, der ihn gewandelt hat. Hätte er sich seines Childs angenommen, wie es eigentlich auch von uns verlangt wird, wäre es für deinen Freund anders gekommen. Oder hätte sich irgendjemand seiner angenommen...“ In gewisser Hinsicht war das ein Seitenhieb auf Darrens Sire. So, wie er es erzählte, hatte sein Meister den Jungen nur abgewiesen. Aber auch, wenn er ihn nicht selbst hatte wandeln wollen, war das keine Ausrede. In Victors Augen wäre es nicht zu viel verlangt gewesen, einen weiteren Jungvampir auszubilden, wenn dessen Sire sich einen Dreck um ihn scherte. Er hatte das schließlich auch schon geschafft.


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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Fr 5 Aug 2016 - 21:56

Nachdem ich Victor fragte, wie was bei der Geburt wäre, wusste er keine genaue Antwort, aber er bot mir an später mal in einem Buch nach zu schlagen. Ich überlegte kurz nach und sagte dann: “Also.. schlafen werden ich wohl momentan eh nicht können..“ Ich hielt kurz inne. Was wäre, wenn der Vampir eigentlich schlafen wollte und ich ihn von dem Schlaf abhalten würde. “Aber, wenn Sie schlafen möchten, oder vielleicht noch was anderes zu tun haben, dann können wir das auch vertagen. Es hat mich nur einfach mal so interessiert.“
Wir liefen also weiter, redeten über Steve und über seine Geschichte und je länger wir darüber redeten, umso trauriger wurde ich. Als Victor dann auch noch sagte, dass sagte, dass er für Steve keine Hoffnung mehr sah, machte es mich auf der einen Seite traurig, auf der anderen Seite war ich aber erleichtert. Denn so konnte ich glauben, dass ich ihm wirklich nicht mehr helfen konnte und endlich mit dem Thema abschließen. Im Nachhinein merkte ich aber, wie ich mir trotzdem immer und immer wieder Gedanken machte. “Aber ich als sein bester Freund müsste ich doch vielleicht irgendwann wieder zur Vernunft bringen können, oder?“ Irgendwie konnte ich die Hoffnung nicht aufgeben, obwohl ich selbst wusste, dass es besser so wäre. “Es muss doch bestimmt schon einen Fall geben, in dem derjenige, der sich nicht unter Kontrolle hatte, so wie Steve, wieder zu sich selbst gefunden hat!“ Ich war so verzweifelt. Meine Fragen wurden zwar teilweise etwas weniger, aber die Hoffnung konnte und werde ich wohl nie aufgeben. Nicht solange ich mich vom Gegenteil überzeugt hatte, dass man Steve wirklich nicht retten konnte.
Victor erzählte weiter und ich konnte diesen Unterton hören, dass er wahrscheinlich meinte, dass Mr. Crepsley ihn hätte aufnehmen können. Ich hatte wieder Tränen in den Augen, aber sagte dazu erst einmal nichts. Nicht, weil ich nicht wollte, sondern weil ich nicht konnte. Ich hätte am liebsten weiter nach Ausreden gesucht, wie ich Mr. Crepsley in Schutz nehmen konnte, oder Steve.. aber mir fiel einfach nichts ein. Hatte der Vampir etwa wirklich recht damit? War Mr. Crepsley vielleicht doch ein schlechter Tutor? Ich mein.. er hatte mich manchmal Monate lang alleine im Cirque gelassen, und somit konnte er eigentlich auch kaum für mich da sein, wenn ich meine schlechten Zeiten hatte. Aber er hat mir auch viel geholfen.
Und Steve ? Nachdem er wusste, dass ich zu einem Vampir wurde, hasste er mich einfach abgrundtief. Mir läuft es jedesmal eiskalt den Rücken runter, wenn ich an seinen Blick denke. Dieser Blick, mit dem er mich am liebsten getötet hätte. Wenn Blick wirklich töten könnten, wäre ich in diesem Moment wirklich gestorben. Er hatte so einen Hass auf mich, dabei wollte ich niemals ein Vampir werden.. und nun muss ich leider damit leben.
“Ähm.. ist es eigentlich möglich von einem Vampir wieder zu einem Menschen zu werden? Also.. ich meine.. gibt es sowas wie ein 'Gegengift' gegen den Vampirismus?“ Meine Frage kling verzweifelt. Mindestens genauso verzweifelt, wie ich es in diesem Moment auch war. Ich wollte nie ein Vampir sein, aber wurde es unfreiwillig, während mein bester Freund nie die Chance hatte ein richtiger Vampir zu werden, sondern nur eine Killermaschine.


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Victor Talcescu
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   So 7 Aug 2016 - 17:01

Ein Schmunzeln konnte sich Victor dann doch nicht verkneifen. Der Junge hatte vielleicht Vorstellungen: Die Nacht hatte noch nicht mal richtig angefangen, das war doch noch keine Zeit, um schlafen zu gehen, zumindest nicht für Victor. Er war zwar auch oft tags unterwegs, aber letztendlich war er ein Wesen der Finsternis und bevorzugte die Nacht. Allein schon, weil das grelle Licht der Sonne in seinen Augen unangenehm schmerzte und ihn sogar zeitweise seiner Fähigkeit zu sehen berauben konnte. „Das geht heute schon noch. Ich habe heute Abend keine Arbeit mehr zu erledigen und bin nachts meistens aktiver. Also wenn du möchtest, sei mein Gast.“ So würde zumindest nicht die ganze Nacht verschwendet sein. Es war wichtig, dass Darren mehr über seine eigene Art lernte und Victor freute sich darüber, ihm helfen zu können. Er hatte das Gefühl, dass er da wenigstens was erreichte.
Und es gab wohl auch einige Fragen, die es zu klären gab. Auch, wenn Victor das Thema Sireless allgemein eher mied… wenn eine Situation wie die mit Darrens Freund auftrat, war das Mindeste, was er tun konnte, ihm ein Verständnis dafür zu schaffen, wieso es kein Zurück für jemanden gab, der die Kontrolle schon so lange aus der Hand gegeben hatte. Und dafür hatte er auch recht gute Beispiele, so ungern er auch daran dachte. Und als der Jungvampir nun meinte, es hätte doch schon Fälle geben müssen, in denen ein Sireless die Kontrolle zurückerlangte, seufzte Victor und schüttelte den Kopf. Er hätte seiner neuen Bekanntschaft gern mehr Mut gemacht, aber für ihn fühlte sich das an, als würde er ihn anlügen. „Nicht, wenn er schon jahrelang in diesem Zustand ist. Du spürst den Jagdtrieb auch, oder? Diesen Urtrieb, der den Hunger auf Menschenblut weckt. Für Sireless, die zu lange in diesem Zustand waren, hat dieser Trieb alles andere verdrängt. Sie haben nicht gelernt, ihn zu kontrollieren, koordinieren oder unterdrücken und das mit fatalen Folgen. Ich war vor einigen Jahren in Korrespondenz mit einem Vampir, der untersucht hat, was Sireless zu dem macht, was sie sind.
Über moderne Methoden hat er festgestellt, dass der Frontallappen des Gehirns bei ihnen anders aufgebaut ist, als bei kontrollierten Vampiren oder Menschen.“
Victor schluckte, sein Kontakt hatte ihm doch recht… entmutigende Bilder geschickt, die zeigten, dass dieser Teil des Gehirns bei Sireless verkümmert war. Die Kommunikation zwischen den Gehirnzellen im Frontallappen war auf ein Minimum herunter gefahren und das Gehirn baute nun einmal mit der Zeit ab, was es nicht benutzte. „Im Frontallappen sitzt die Persönlichkeit, und dadurch, dass dieser Teil des Gehirns bei einem Sireless abgeschaltet ist, verkümmert er. In den ersten paar Monaten nach der Wandlung kann man noch versuchen, diesen Prozess aufzuhalten und mit viel Arbeit sogar umzukehren, aber irgendwann sind die Schäden leider so schwer, dass sie irreversibel sind. Mir ist kein Fall bekannt, in dem ein weit fortgeschrittener Sireless nochmal rehabilitiert werden konnte.“ Natürlich hatte es da Versuche gegeben, zumindest in der Gesellschaft der Dracul kümmerte sich die Obrigkeit darum, solche Fälle zu verhindern. Aber die Versuche waren schief gelaufen und am Ende war immer jemand gestorben. Entweder die Vampire, die versuchten, den Prozess der Verwilderung rückgängig zu machen, oder das Versuchsobjekt selbst. Irgendwann hatte man aufgegeben, um weitere Kollateralschäden zu vermeiden.
Und was das Heilmittel anging… von so was hatte Victor auch noch nichts gehört. Er verstand, warum Darren fragte, und er war sicher nicht der erste, der nach so etwas suchte, aber der alte Vampir wusste darüber leider nicht viel. „Mir ist keines bekannt, aber ich hab auch noch nie darüber nachgedacht, wenn ich ehrlich bin. Ich kann mich umhören, und dir helfen, Kontakte zu knüpfen, wenn ich jemanden finde, der nach einer Heilung sucht. Aber mehr kann ich nicht tun.“ So ein Thema war leider auch recht delikat. Victor war der Meinung, dass jeder für sich selbst entscheiden sollte, aber soweit er wusste, gab es mächtige Individuen, die das ein bisschen anders betrachteten und wahrscheinlich versuchen würden, die Entdeckung eines solchen Heilmittels zu verhindern. Selbst, wenn sie dafür ihre eigenen Artgenossen morden mussten.


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Darren
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 8 Aug 2016 - 19:49

Als Victor mir erzählte, dass er Nachts aktiver sei, schlug ich mir mit der flachen Hand auf meine Stirn. Ja klar war er nachts aktiver. Er war schließlich ein Vampir. Daran merkte ich, wie wenig ich mit Vampiren zu tun hatte.
So wie der alte Vampir es erklärte, schien es für Steve wirklich keine Hoffnungen mehr zu geben, aber anstatt darauf zu antworten, zeigte ich in die Richtung, in die wir mussten. "Wir müssen glaub ich hier entlang, um die Dame nach hause zu bringen."
Es machte mich auf einer Seite echt wütend über das Thema zu reden, aber auf der anderen Seite erleichterte es mich auch. Nur leider übertraf die Wut die Erleichterung. "Wissen Sie, Victor. Ich hab keine Lust mehr darüber zu reden, wenn es eh keine Hoffnungen mehr gibt." Es war nicht so, als wäre es mir egal, was der Vampir mir erzählte, aber ich hatte einfach keine Lust mehr, wenn es eh keinen Sinn machte da weiter drüber zu sprechen.
Also lief ich stillschweigend neben Victor her und hörte ihm weiter zu, als er mir von dem Heilmittel erzählte. "Also gibt es dies gar nicht ?" Wieder fing ich an mir Gedanken zu machen. Wenn es dieses Mittel vielleicht doch gibt, würde ich es selbst nehmen, oder würde ich es Steve geben, damit er wieder der Alte wird? Aber vielleicht wird er mich dann immernoch hassen.
All diese Gedanken waren eigentlich unnöig, da es das Heilmittel anscheinend ja eh nicht gab. Oder Victor wusste es einfach nicht. Es muss doch irgendein Heilmittel geben. Gerade für solche Vampire wie mich. Die eigentlich nie zu einem Vampir werden wollten. Oder für welche, die als Vampir geboren wurden und später erst merken, was für eine Last das ist.. dieses Vampir-sein. "Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, ein Heilmittel gegen den Vampirismus zu nehmen? Oder sind Sie gerne ein Vampir?" Meine Frage war zwar sehr direkt, aber ich musste es wissen. Ich konnte mir einfach nicht vorstellen, dass es für jemanden toll sein soll ein Vampir zu sein. Ich senkte meinen Kopf und dachte weiter nach. Es muss ein Mittel geben, ich hatte es im Gefühl. Die Frage ist nur wo. Wo könnte man danach suchen ? Ob Victor vielleicht jemanden kannte, der davon mal gehört hatte ? "Denken Sie denn, dass jemand in ihrem Bekanntenkreis schon einmal etwas davon gehört hat ? Oder ist das alles sehr unwahrscheinlich? Auf jedenfall würde es mir sehr helfen, sowas zu finden.. wenn es soo ein Mittel wirklich gibt."
Und plötzlich schwirrten mir wieder Fragen durch den Kopf. Die zwar mit dem Thema nicht wirklich zusammen passten, aber ich wollte ja eh von Steve ablenken. Also schaute in den Victor an und fragte: "Haben Sie eigentlich auch irgendwelche besondere Fähigkeiten? Also.. ich meine.. etwas, was nur Sie können und sonst soweit keiner ? Oder einfach irgendetwas, was man als Vampir so können sollte ?" Vielleicht hatte ich ja die Chance, dass er mir bei meinem Fähigkeiten helfen konnte, oder ich sogar etwas neues lernen konnte. Das wäre noch besser gewesen. Ich hatte mittlerweile das Gefühl meine Fähigkeiten verlernt zu haben, weil ich sie kaum bis gar nicht benutzte. Gerade das 'Huschen' fiel mir auf dauer schwer. Vielleicht kannte Victor so etwas ja und konnte mir dabei helfen.


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Máirín
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BeitragThema: Re: Seitenstraße   Mo 12 Jun 2017 - 15:07

Cf.: Altes Fabrikgelände  | 02. Mai | 14:46 | Sonnig

Ein stilles Lächeln lag auf den Lippen der schwarzhaarigen Frau, als sie leichten Schrittes durch die Innenstadt lief. Ab und an nutzte Máirín die gesammelte Energie anderer Wesen um ihre menschliche Gestalt annehmen zu können – und heute war ein solcher Tag. Schon den ganzen Morgen ging sie in aller Ruhe von Geschäft zu Geschäft, beobachtete die Menschen und Wesen um sich und kaufte sich tatsächlich auch selber etwas neues. Etwas neues, von dem sie so begeistert war, dass sie sich dazu entschlossen hatte, es gleich an zu behalten. Ein schwarzer Rock der ihr bis knapp über die Knie ging und der an ihrer Taille mit einer dezenten Schleife dekoriert war. Und ein weißes, kurzärmliges Oberteil sowie passende schwarze Schuhe dazu. Und als sie sich eingehend in ihrem neuen Outfit betrachtet hatte, entschloss sie die schwarzhaarige dazu, sich wieder auf den Weg nach Hause zu machen.
Damit sie dort schneller ankam, entschloss sie sich dazu eine Abkürzung durch die dunklen Gassen und Seitenstraßen zu nehmen. Im Gegensatz zur Hauptstraße war hier wirklich nicht viel los – etwas dass ihr zum Nachteil werden sollte. Denn als sie in die nächste Gasse abbiegen wollte, hörte sie eine dunkle Stimme hinter sich.„Sieh an, die Seelenfresserin.“ Mit einem verwirrten Blick in den Augen drehte sich Máirín zu der Stimme um und begegnete den Blicken von zwei Männern. Den sehr unfreundlichen Blicken. Und woher wussten sie, dass sie eine Seelenfresserin war? Doch ehe die schwarzhaarige Frau noch weiter darüber hätte nachdenken können, kamen beide Männer entschlossenen Schrittes auf sie zu – und der blonde von beiden packte sie am Kragen nur um sie kurz daraufhin hochzuheben. Ah, sie erinnerte sich. Die beiden waren Freunde des Mannes, dessen Seele sie verschlungen hatte.
Ihre silber-blauen Augen erwiderten den hasserfüllten Blick des Mannes, der sie am Kragen gepackt hatte. Sie verspürte keine Angst, immerhin konnte dieser Mann sie nicht töten. Und genauso wenig sah sie einen Grund dazu, nur wegen ihm und seinem Freund nun ihre Gestalt zu ändern. Der Mann erzählte davon, dass sie niemals ungestraft davon kommen würde und das sie ihre Aktion noch bereuen würde, woraufhin die Banshee einfach schwieg. Was anderes blieb ihr auch nicht übrig.
Den ein Nachteil ihrer menschlichen Gestalt bestand darin, dass sie mit den Wesen in ihrer Umgebung nicht auf natürliche Weiße kommunizieren konnte. Wenn sie die Gestalt wechselte, dann verlor sie ihre Stimme und konnte die Worte, die sie aussprechen wollte, nur noch in den Gedanken ihres Gegenübers erhallen lassen – und wenn sie ehrlich war, dann wollte sie diesem Mann keine Antwort geben. Sie hatte sich nichts zu Schulden kommen lassen, sondern einfach nur das getan, was ihre Bestimmung war. Eine so dunkle, hasserfüllte Essenz zu richten und ihr ein neues Leben zu schenken, dass war nicht Máirín's Art. Also hatte sie die Seele des Mannes verschlungen – eine Existenz auf ewig verloren. Ihre Gedanken wurden unterbrochen als der blonde Mann, der sie noch immer am Kragen hoch hielt, sie anknurrte. „Keine Lust mit uns zu reden, Schätzchen?“ Seine Stimme triefte nur so vor Hass – etwas dass die Banshee nicht weniger hätte stören können. Was sie allerdings aus der Fassung brachte war, als er sie unsanft zu Boden schmiss. Fassungslos schaute sie auf ihre aufgekratzten Hände, ehe sie ihren Blick wieder hob. Das hier würde sicherlich nicht gut ausgehen. Zumindest nicht für sie, soviel stand fest.


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