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BeitragThema - Re: Bibliothek   Sa 14 Okt 2017 - 21:04
 
Ihr Gegenüber konnte auch kein Französisch. ‚Eine Gemeinsamkeit’, Dahy machte sich in Gedanken ein Häkchen. Aber ein Spiel mit diesem Namen kannte Dahy nicht und da die junge Frau es mit dem Adjektiv ‚bekannt’ geschmückt hatte, kam sich Dahy wie so oft ausgeschlossen vor. Bis sie nach Cadysa gekommen war, hatte sie nie darüber nachgedacht, wie viel es ausmachte, wenn man von klein auf an ein und demselben Ort wohnte. Beziehungsweise, wie oft man im Alltag daran erinnert wurde, wenn dem nicht so war. Statt sich mit kulturellen Unterschieden zu befassen, fragte Dahy sie nach ihrem Studium: „Du siehst jung aus für eine Studentin. Was studierst du denn? Nicht Biologie oder Mythologie, deinem Benehmen nach.“, und wieder rettete Dahy’s offener Gesichtsausdruck einen Satz, der sonst auch als grobe Unhöflichkeit gewertet werden könnte.
Langsam strich Dahy über die Buchtitel neben sich. Manche waren in leuchtendem Gold oder Silber auf die Rücken gestanzt und Dahy fragte sich unwillkürlich ob ein Blinder sie allein mit seinen Fingern hätte ablesen können. Als Gwendoline sie nach ihrer Art fragte, zuckten Dahy’s Flügel leicht zurück. Mit einer nervösen Geste strich sie sich eine lange Strähne hinter ihr Ohr und musterte Gwendoline einen Moment. Die rötlichen Haare die in völliger Unordnung und doch irgendwo passend das blasse Gesicht umrahmten. Die freundlichen Augen und der leicht lächelnde Mund, strahlte sie Unsicherheit aus? In Dahys Kopf hallte die ehrerbietige Stimme der Direktion wieder: ‚In der Moon Academy genießen sie vollkommenen Schutz!’ Doch Dahy war zwar ein Freund der Ehrlichkeit, aber noch lange kein Freund des Risiko.
„Ich bin eine Elfe“, sagte sie leichthin, so als wäre das nicht total offensichtlich gewesen. Dahy hasste solche Antworten, nichts fand sie schlimmer, als wenn die Leute Tatsachen aussprachen, die sowieso jedem klar waren. Aber sie hatte auch festgestellt, dass solche Antworten meistens keine weiteren Fragen nach sich zogen. Noch so eine dieser verwirrenden nonverbalen Rhetorikregeln.
Bei Gwendoline schien es funktioniert zu haben, denn statt weiter nachzufragen, stellte sie sich vor und beichtete das sie weder in diesen Gang durfte, noch auf diese Schule ging. Dahy hob leicht ihre mageren Schultern.
„Ich wusste gar nicht, dass diese Gänge nicht jedem zugänglich sind. Abgesehen von dem abgesperrten Bereich und der Zweiten Bibliothek.“ Dahy deutete mit einem Nicken hinauf zur Decke. „Suchst du denn etwas Bestimmtes?“

Wieso sollten externe Studenten und Schüler denn nicht in die Abteilung für Biologie dürfen? Hätte sie sich im Gang für ‚Mythologische Wesen des Altertums’ oder ‚Angewandte Alchemie’ herum getrieben, ja dann wäre es nachvollziehbar gewesen, aber so? Wieder einmal hatte Dahy das Gefühl, den Großteil dieser Welt nicht zu begreifen. Es war ihr ein Rätsel, aber keines, das ihr den Schlaf rauben würde.


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Gut das wir die Fische nicht hören, viel zu laut wäre das Meer. 
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BeitragThema - Re: Bibliothek   So 29 Okt 2017 - 17:49
 


Gwendoline & Dahy
25. Mai | Bibliothek

Gegen ihr junges Aussehen konnte Gwen nicht viel erwidern, denn ihr Gegenüber hatte recht - Gwens Ehrgeiz, ihrem Vater ins All hinaus nachzujagen, hatte sie direkt nach ihrem Abschluss an die Uni geführt, sodass sie nun gerade erst ihre drei Jahre zum Bachelor hinter sich gebracht hatte. Eine Errungenschaft, auf die sie stolz war, die allerdings auch recht gut zeigte, warum es ihrem Sozialkontakt an Pflege mangelte. Die meiste Zeit verbrachte Gwen mit Lernen und Recherche und da bei weitem nicht jeder ein Ziel so streng verfolgte wie sie, war sie damit recht schnell ein Streber-Außenseiter. Das machte ihr zwar nichts, solange sie dadurch ihren Fragen und ihrem Wunsch nachjagen konnte, ihrem Vater irgendwann ins All zu folgen, zeichnete sie jedoch durch die Effekte ihres intensiven Lernens in vielen anderen Bereichen aus. Allerdings musste sie sich dabei auch eingestehen, dass sie auch einen Großteil ihrer freizeit mit Serien und Videospielen verbrachte, obwohl sie diese Zeit sozial wohl noch ganz anders verwenden könnte. Sie liebte jedoch ihre Hobbies und so schnell würde sich daran sicher nichts ändern. Ganz davon abgesehen, dass es für sie kein Problem darstellte, sozial ein paar Abstriche zu machen, wenn das im Umkehrschluss mehr Zeit vor ihrem Notebook bedeutete.
"Nein", grinste sie auf die Randbemerkung am Ende und fuhr sich einmal scheu durch das brünette Haar, bevor sie sich leise räusperte. "Ich habe dieses Semester mit meinem Master in technischer Kybernetik und Systemtheorie angefangen, bin damit aber somit wieder ein Erstsemester." Ihr Lächeln blieb bestehen, auch als sie kurz darauf nach der Art des grünen Wesens vor sich fragte. Als Antwort bekam sie zuerst einen prüfenden Blick, bis sie schließlich erfuhr, dass sie es wohl mit einer Elfe zu tun hatte. Überrascht weiteten sich Gwens bernsteinfarbene Augen. Eine Elfenart wie sie war ihr noch nie über den Weg gelaufen. Aber vieleicht war das auch nur ein weiterer Beweis dafür, wie wenig Gwendoline in der Lehre über Anderswesen bewandert war. "Faszinierend!", brachte sie also hervor und nahm Dahy mit dieser neuen Information noch einmal erneut in Augenschein. Dieses Mal maß sie auch ihren Flügeln besondere Aufmerksamkeit bei. Allerdings hätte Dahy sehr viel spezifischer antworten können - sie hatte die Möglichkeit dazu gehabt , also wollte die Studentin nicht weiter nachhaken.
Auf Dahys nächste Worte hin lachte sie allerdings leise, woraufhin sie sich die Hand kurz vor den Mund hielt. "Nein nein, sie sind für jeden zugänglich. Ich kenne mich nur - wie du auch schon festgestellt hast - in diesem Bereich überhaupt nicht aus. Eigentlich müsste ich zu den Programmier-Büchern hinüber... aber wäre ich dorthin gegangen, dann wäre ich meinem persönlichen Poltergeist doch gar nicht begegnet, oder?" Als sie Dahy nun anstrahlte, war von ihrer schüchternen Seite kaum noch etwas zu sehen. Gwen mochte etwas Zeit brauchen um aufzutauen, doch wenn sie Jemanden sympathisch fand, dann verkürzte dies den Vorgang noch. Oder... war es wirklich ihre Sympathie? Sie hatte irgendwie das Gefühl, dass es hier ziemlich gut roch... Vielleicht hatte ja einer der Schüler in der Bibliothek leckeres Mittagessen mitgebracht, dass mit Gwens Nase spielte. "Also bis vor kurzem habe ich noch nach der Ursache für meine Fata Morgana gesucht, aber da ich sie nun gefunden habe..." Ihr Lächeln schien irgendwie nicht mehr wirklich verschwinden zu wollen, seit Dahy direkt vor ihr aufgetaucht war. Es verschwand jedoch in dem Moment, in dem Gwen genau dies auffiel, und machte einer unentschlossenen Miene Platz. "Bist du denn Schülerin hier?", fragte sie im Gegenzug, um von ihrer leichten Verwirrung abzulenken, solange sie nicht herausgefunden hatte was sie verursachte.



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BeitragThema - Re: Bibliothek   So 12 Nov 2017 - 9:14
 
Ihre neue Bekanntschaft gefiel Dahy immer besser. Sie mochte ihre Ausdrucksweise, die halb vernünftig, halb verwirrt klang. Als würde sie alle paar Sätze den Faden verlieren und in ihrem Kopf alles heillos durcheinander geraten. So fühlte sich Dahy oft in Gesellschaft großer Erwachsener die über ernste Themen sprachen. Oder zumindest erst über ein Thema sprachen. Inzwischen war Dahy davon überzeugt, das ihre Körpergröße allein ein Hindernis war, gehört zu werden. Nicht, dass sie das Gesagte nicht verstehen würde, aber manchmal hatte sie das Gefühl, das ihr Wort allein aufgrund ihrer Größe weniger wog. Oder war es ihr Geschlecht und die fehlende Krawatte? Wahrscheinlich alles zusammen.
Was Gwen studierte wusste Dahy allerdings nicht, eine Aneinanderreihung fremdartiger Wörter. Doch die Elfe wollte nicht nachfragen. ‚Master im ersten Semester, so alt sieht sie wirklich nicht aus.’ Gwendoline ließ sich nicht anmerken ob  Dahy’s Ratlosigkeit ihr aufgefallen war und wandte sich gleich der nächsten Fragen, nach Dahy’s Art, zu. Deren, geradezu unhöflich unpräzise Beantwortung schien sie allerdings auch nicht zu stören. Ihre tellergroßen Augen ließen Dahy vermuten das sie die erste Elfe war, die Gwen zu Gesicht bekam, umso mehr verwunderte es sie, das ihr keine Löcher in den Bauch gefragt wurden. ‚Ja, Gwendoline Croft, du bist mir sympathisch!’, dachte Dahy und lächelte zufrieden. Jetzt wo diese Hürde genommen war, entspannte Dahy sich zunehmend. Ihre Schultern sackten ein paar Millimeter nach unten, ihre Ohren rutschten in ihre natürliche Position zurück und ihre Deckflügel legten sich zwei Drittel über die Lenkflügel. Alles für sich waren kaum wahrnehmbare Nuancen, doch im Gesamtbild war ihre Wirkung spürbar.
 
Als Gwen auf ihre nächste Frage zu lachen anfing runzelte Dahy kurz die Stirn, dann lachte sie mit. Der Gedanke war ihr selbst gleich eigenartig vorgekommen, von einem unzugänglichen Bereich in der Bibliothek hatte sie noch nicht gehört. Sie schüttelte schmunzelnd den Kopf. Da war Gwendolines Erklärung schon viel logischer, kannte man sich in der Bibliothek der Moon Academy nicht aus und wusste wo man suchen musste, konnte es schnell zu einer Odyssee durch staubige Buchseiten werden. Nervenaufreibend, atemwegsreizend und wahnsinnig frustrierend. „Vielleicht werde ich ein Poltergeist nach meinem Tod. Dann könnte ich mich auf deinem Dachboden einnisten und Siebenschläfer züchten.“, Dahy lachte: „Ich überlege es mir, versprochen!“
„Ja ich bin sehr froh hier Schülerin sein zu können. Die Zeit und Konzentration kann ich glaub ich nur hier aufbringen.“, unsicher zwirbelte sie eine ihrer schwarzen, glatten Haarsträhnen zwischen den Fingern.

„Also, möchtest du in eine bestimmte Abteilung oder lieber ein Rundgang durch die Zweite Bibliothek?“, schelmisch nickte Dahy Richtung Saaldecke.


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BeitragThema - Re: Bibliothek   So 4 Feb 2018 - 21:06
 


Gwendoline & Dahy
25. Mai | Bibliothek

Gwendoline spürte den Blick der kleinen Elfe auf sich, während sie von ihrem Studium berichtete und zu erklären versuchte, warum es sie in dieser Bibliothek ausgerechnet in diesen Gang getrieben hatte. Auch wenn das grüne Wesen recht ruhig war, konnte Gwen nicht von sich behaupten, das als unangenehm zu empfinden. Ganz im Gegenteil, als Introvert traf sie nicht besonders oft auf Leute mit denen es sich angenehm fühlte, auch mal etwas ruhiger zu sein.
Die kleinere junge Dame mit der sonderbar grünen Haut strahlte jedoch genau diese Wirkung aus und Gwen war ihr dankbar. Bis eben hatte sie sich zwar noch verrückt gemacht, weil sie sich nicht nur in der falschen Abteilung befand, sondern Dahy auch für einen Geist gehalten hatte, was sie im Nachhinein wenigstens mehr oder weniger in etwas Lustiges umgewandelt hatte. Das Lachen der Elfe tat wirklich gut zu hören und trug nur noch mehr dazu bei, dass Gwen sich in ihrer Präsenz noch wohler fühlte - ganz davon abgesehen, dass da immer noch dieser seltsam süße Duft in der Luft war...
Sie bemerkte, wie ihre Brille nachlässigerweise verrutscht war und schob sie sich mit einem leichten, nachfolgenden Lachen wieder den Nasenrücken hinauf. "Die Sammlung würde ich dann gerne mal sehen!", erwiderte Gwendoline auf die Anmerkung über die Siebenkäfer und auch wenn es zwar als Scherz gemeint war, da sie danach auch noch einmal kurz auflachte, kam sie nicht umhin sich vorzustellen, wie es wäre Dahy mal zu besuchen. Wer wusste, wo solche temporären Begegnungen schon hinführen konnten? Es war nicht so, dass Gwen einen großen Freundeskreis hatte, ganz im Gegenteil. Sie war außerdem nicht besonders gut darin, Freunde zu finden. Aber wenn sie welche fand, die mit ihrer verwirrenden, quirkigen und leicht skurrilen Art zurechtkamen, so waren sie ihr umso viel mehr wert, sie für sich als ihre engen Freunde zählen zu können. Es waren nur eine Hand voll, doch sie war Niemand, der ein Freundesprominenter sein wollte.
Gwen nickte dann. "Ich habe auch viel Gutes über diese Schule gehört, was mit einer der Gründe ist warum mir diese Bibliothek so am Herzen liegt." Kurz warf sie einen weiteren Blick auf das Regal neben sich und fuhr mit den Fingern über die Buchrücken, bevor sie Dahy wieder ansah. "Hier findet man eben ganz einzigartige Lektüre, nicht jede Schule hat so eine exotische Auswahl." Und als ihr Blick dann an Dahy hängen blieb und sie fast wieder lachen musste, konnte man fast meinen, ihre Worte würden Dahy mit einschließen. Schließlich hatte Gwen so eine Elfe wirklich noch nie gewesen. Dann hielt Gwen schockiert eine Hand vor ihren Mund und sah Dahy mit gespielt großen Augen an. "Durch die zweite Bibliothek?!" Zwar hatte sie Mühe, ihr Lachen zu verkneifen, aber sie gab sich viel Mühe. Dann zeigte sich ein Funken list in den bernsteinfarbenen Augen hinter der großen Brille und sie senkte die Hand, um Dahy verschwörerisch anzufunkeln. "Option B, wenn ich bitten darf."



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BeitragThema - Re: Bibliothek   Di 27 Feb 2018 - 12:36
 
Dahy nickte lächelnd. Sie hatte mit keiner anderen Antwort gerechnet. „Wie gut bist du im klettern?“, fragte die Elfe und wandte sich zum Bücherregal um. Abschätzend sah sie nach oben, die obersten zwei Regalböden verloren sich im Halbdunkel. „Und wie sieht’s mit Höhenangst aus?. Es ist noch viel höher, als es von hier unten aussieht, glaube ich.“  
Dahy fixierte ihre neue Freundin mit pupillenlosem Blick. Sie hatte kein Verständnis für Höhenangst. Der Luftraum war so selbstverständlich ihr Lebensraum wie die Tiefen der Saragossasee. Wenn etwas sie irritierte, waren es ihre schmerzenden Füße nach einem langen Schultag, den sie überwiegend gehend bestritten hatte.
Dahy strich sich leicht geistesabwesend über ihr weißes Oberteil. Es war aus einfachem Jersey, hatte einen Ausschnitt wie jedes andere trägerlose Top und fiel dann, leicht ausgestellt bis zur Mitte ihrer Oberschenkel glatt an ihr herunter. Darunter trug sie eine Stoffshorts mit umgekrempelten Bund. Durch ihre langen Gliedmaßen wirkte Dahy’s Kleidung oft ein bisschen so, als würde sie gleich hindurch rutschen. Nicht das sie ihr nicht passte, aber irgendetwas schien immer verrutscht oder locker zu sein. Das die Elfe sich nicht besonders viel daraus machte, trug sicher noch zu ihrem verknitterten Look bei. Aber vielleicht wirkte es schlicht auch sonderbar, diesen ursprünglichen, animalischen Körper in ganz normale Kleidung zu stopfen. Ähnlich einer angezogenen Katze. Die Natur ist Meisterin die Dinge in einer klaren und unglaublich simplen Schönheit zu entwerfen, dass alles was man hinzufügt, eigentlich stört.
Doch dieses schlichte helle Kleid, welches mit ihren Haaren in Kontrast stand unterstrich ihr Wesen auf eine Weise. Es ließ ihre Schultern noch spitzer, ihre Finger noch länger wirken und trat, trotz seines strahlenden Weiß, nicht in den Vordergrund. Ihre schweren glatten Haare fielen Dahy voll über die Schultern und erinnerten an den Vorhang aus Schlingpflanzen vor einer Grotte. Nur ihre spitzen Ohren und Flügel am Rücken teilten den Teppich, der seidig glänzte wie nasse Flusssteine. Dahy’s Schönheit hatte nichts anziehendes oder erotisches, sie schlug ihr Gegenüber mit ihrer Eigenart in den Bann, wie das Verlangen, einen Raubvogel zu besitzen, um dieser eigentümlichen Anmut und Schöner gefühlt ein Stück näher zu sein.

Kurz krallte Dahy ihre schlanken Finger um einen Buchrücken und beobachtete fasziniert wie aus einer Hand eine Raubtierkralle wurde, schnell und tödlich. Es faszinierte sie immer wieder, welche Formen das Leben annahm. Kurz schüttelte sie Schultern und Flügel, dann sah sie lächelnd zu Gwen hinüber.


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BeitragThema - Re: Bibliothek   Do 8 März 2018 - 14:13
 


Gwendoline & Dahy
25. Mai | Bibliothek

Etwas überrascht schob sich Gwen noch einmal ihre Brille ihren Nasenrücken hoch, als sie die Frage des exotischen Elfenmädchens vor sich vernahm. Ob sie klettern konnte? Fragte sie das wirklich? Dabei war sie sich sicher, dass ihr anzusehen war, wie viel Zeit sie vor dem Computer verbrachte. Ihre Arme waren bestimmt mit Schaumstoff zu vergleichen, so untrainiert war Gwen. Und ungeschickt war sie auch noch. Aber als ob sie sich die Gelegenheit entgehen ließ, eine Privatrundführung durch eine Abteilung der Bibliothek zu bekommen, in der sie noch nie gewesen war!
"Nein - und nein, keine Höhenangst!", rief sie daher lächelnd aus und salutierte - wohl mit etwas zu viel Selbstbewusstsein dafür, dass sie gerade zugegeben hatte, vermutlich in Gefahr zu laufen herunterzufallen.
Da war noch immer dieser Duft in der Luft, doch die Studentin versuchte sich auf etwas anderes zu konzentrieren und sich nicht ablenken zu lassen. Dahy strich sich über ihr weißes Hemd, wobei Gwen sie beobachtete und sich fragte, ob die Academy eigentlich einen Dresscode vorschrieb oder es zu Unterrichtszeiten eine Art Schuluniform gab. In der Universität gab es so etwas natürlich nicht, aber vielleicht ja hier in der Academy? Aus einem unerfindlichen Grund fiel es ihr ziemlich schwer, sich die Elfe vor sich in einer Uniform vorzustellen, einfach unnatürlich. So rätselhaft ihre Art für Gwen auch war, so interessiert war sie auch an ihr und hielt ihre Neugierde nur aus dem Grund zurück das sie glaubte, dass es sie beleidigen könnte, nach einer Uniform gefragt zu werden. Schließlich hatte die Brillenträgerin kein Problem mit der Kleidung und dem Äußeren der grünen Dame vor sich und sie wollte auch, dass Dahy sich dessen bewusst blieb.
"Bestimmt ist es hoch, aber ich hab kein Problem mit Höhen." Schließlich wollte sie irgendwann, in ferner ferner Zukunft mal Astronautin werden, da durfte sie doch keine Höhenangst haben! "Nur mit dem Klettern. Bestimmt stell ich mich ungeschickt an, aber die Neugierde ist leider größer", kündigte sie grinsend dann voller Überzeugung an, bevor sie auch schon um Dahy herumgestreunert war und Ausschau nach einer Art Leiter hielt. Sie sah sich einen Augenblick in den naheliegendsten Gängen um ohne fündig zu werden, bevor sie wieder zurück in Dahys Abteilung ging und der Elfe einen fragenden Gesichstausdruck zuwarf.
"Wie... also, ich kann leider nicht fliegen", fing sie an und dachte sich mit einem schwachen Grinsen ein noch nicht dazu - sie konnte es kaum erwarten irgendwann einmal ein Raumschiff zu besichtigen -, "also wie kommen wir da hoch? Hast du etwas vor?" Gwen beobachtete sie dabei, wie sie mit den Flügeln zuckte. Vorfreude kribbelte in ihr, eine ganze zweite Bibliothek zu Gesicht zu bekommen die sie noch nicht kannte.



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BeitragThema - Re: Bibliothek   Mi 28 März 2018 - 15:34
 
Gwen konnte natürlich nicht klettern, was bei ihren blassen, weichen Armen auch nicht verwunderlich schien. „Die Haut ist sicher ganz weich“, dachte Dahy abwesend und ließ ihre Hand wieder sinken die sich reflexartig gehoben hatte um über Gwendolines Schulter zu streichen. Die Menschen fanden die meisten Berührungen unpassend oder missinterpretierten sie und je nach Geschlecht trafen diese zwei Optionen mal mehr der weniger zu.
Sie hob ihren Blick von der Schulter und sah Gwen wieder direkt an als sie fragte: „Und Staubangst hast du auch nicht, oder? Ich glaube der richtige Ausdruck dafür ist A...Allergie.“, sie lächelte stolz., doch bei Gwens Frage was sie denn vorhabe versteinerten sich ihre Züge. Mit schmalen Augen sah sie Gwendoline an: „Ich kann dich nicht rauffliegen... Aber es gibt drei versteckte Aufgänge, der leichteste sollte sogar für dich schaffbar sein.“ Die indirekte Beleidigung in ihrem Satz war Dahy nicht bewusst, deswegen nickte sie einmal resolut und ging Richtung Hauptgang los.
 
Der leichteste Aufstieg war eine Feuertreppe - für Wartungsarbeiten vermutete Dahy -die hinter einem alten Vorhang in der Rechtsabteilung an der Wand hinauf führte. Einfach war dieser Aufgang, weil es eine Leiter war und sicher, weil das nächste Bücherregal Dreißig Zentimeter davor anfing und man dadurch nicht nach hinten runter fallen konnte. Allerdings war das hinaufklettern auch um einiges mühsamer, es war eng und der schwere, staubige Vorhang machte es auch nicht gerade leichter. 
Dahy sah schnell über ihre Schulter, bevor sie den düsteren Gang betrat. Es war der Letzte und los war hier praktisch nie etwas. „Ich hoffe uns sieht keiner. Die erste Regel der Zweiten Bibliothek;
Keiner sieht dich kommen, keiner sieht dich gehen!“
Sie spitzte die Ohren und nahm sich ein Buch aus dem Regal, „Zwergenrechte: Anwendungen in der Praxis und Fallbeispiele“. Nach einem Augenblick ging ein hagerer Schüler mit laufender Nase vorbei. Vor seiner Brust balancierte er mehrere Bücher, einen Notizblock und eine halb gegessene Banane. Er war so mit seiner Nase und dem Austarieren seiner Last beschäftigt, das ein Blick zu Dahy und Gwendoline am dusteren Ende des Ganges ihn sicher gänzlich zu fall gebracht hätte. Kurz hatte Dahy Lust ihn zu erschrecken, aber da sie kein Poltergeist war, ließ sie es bleiben.
Kurz wartete die Elfe noch ab und das sie lauschte war nur an einem feinen Zucken ihrer Ohren zu erkennen, dann stellte sie das Buch zurück ins Regal und drehte sich wieder zu Gwendoline um.
 

„Ich halte dir von oben den Vorhang zur Seite, dann ist es einfacher, oder was meinst du?“ Neugierig sah sie ihre neue Freundin an. Vielleicht hatte die Rothaarige es sich ja noch einmal anders überlegt.


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BeitragThema - Re: Bibliothek   Do 29 März 2018 - 20:49
 


Gwendoline & Dahy
25. Mai | Bibliothek

Gwendoline fiel es schwer, ihre Aufregung im Zaum zu halten. Die Aussicht darauf, nicht nur etwas praktisch Verbotenes zu tun, sondern auch noch eine Abteilung zu Gesicht bekommen von der sie bis gerade eben noch nicht einmal etwas gewusst hatte, versetzte sowohl ihre Neugierde als auch ihren Wissensdurst in Aufruhr. Und sie war gewillt, Dahy nun überall hin zu folgen - sofern sie denn dazu in der Lage war. Fliegen konnte sie leider nicht, auch wenn es etwas wäre, was sie sehr gern können würde. Nur anstatt mit Flügeln lieber mit einem Flugzeug, oder Raumschiff… Ja, ein Raumschiff wäre optimal. Ein kleines Lächeln schlich sich auf ihre Lippen bei diesem Gedanken.
"Nein, ich habe keine Allergie!", ließ sie die Elfe wissen und hob lächelnd das Kinn. "Und selbst wenn fürchte ich, hätte mich das nicht aufgehalten. Schon gar nicht, nachdem du mich jetzt so neugierig auf diese zweite Bibliothek gemacht hast!" Ihr Lächeln ließ ihr Gesicht leuchten und gab preis, wie gespannt Gwen wirklich war. Bei Dahys nächsten Worten wurden Gwens bernsteinfarbene jedoch noch einmal ganz groß. "Sagtest du gerade versteckte Aufgänge?" Fast drohte sie ihre Kinnlade fallen zu lassen und sie rief sich zur Vernunft, indem sie mit einem schnellen Handgriff ihre Brille wieder gerade rückte. "Unbedingt, wenn wir Zeit haben dann schau ich sie mir gern alle an!" Vermutlich hatten sie das nicht, aber es konnte ja nicht schaden es mal in Aussicht zu stellen, oder?
Aufgeregt, doch mühsam leise bleibend, folgte Gwendoline dem grünhäutigen Mädchen dann bis in den letzten Gang, wo Dahy sie noch einmal zurechtwies. Gwens Augen leuchteten ein weiteres Mal gespannt auf und eifrig nickte sie auf die Regel hin. Wenn die Studentin eines konnte, dann Schweigen wie ein Grab. Niemand wusste wirklich, wie viele Geheimnisse die Astronomin schon für sich behielt.
Fast erschrak sich Gwen zu laut, als ein hagerer Schüler den Gang passierte, in dem sie standen. Ihre Augen verfolgten den büchertragenden Jungen, bis er aus ihren Sichtfeld verschwunden war, bevor sie sich wieder Dahy widmen konnte. Auf ihren Vorschlag hin nickte Gwen dann erneut und straffte die Schultern, um zu zeigen, dass sie sich wappnete. Sie durften von Niemandem gesehen werden. Und nicht nur liebte Gwen Filme mit Geheimagenten, nein, als Hackerin war sie außerdem mit der Gefahr des Entdeckt-werdens recht vertraut.
Dahy kam ihrer Ankündigung dann auch gleich nach, sobald sie sich beide sicher waren, dass keine unerwünschten Blicke ihr Vorhaben mitbekamen. Konzentriert beobachtete Gwen, wie der Vorhang sich vor ihrer Nase zur Seite bewegte und zögerte nicht, sofort die ersten Sprossen zu ergreifen, als sie hinter dem staubigen Vorhang zum Vorschein kamen. Offenbar wurde die Feuertreppe so gut wie nie oder wenn, dann nur sehr selten genutzt, was sie nicht wirklich verwunderte. Leider war sie recht steil und Gwens nicht existente Kletterkraft stritt sich mit ihrem Versuch, so schnell wie möglich nach oben zu klettern.
Nervös erklamm sie stetig die Treppe, sich mehr als bewusst, wie brenzlig ihre Lage war. Fast rutschte sie mit dem Fuß ab, als sie beinahe oben angekommen war und obwohl sie keine Höhenangst hatte traute sie sich trotzdem nicht, sich umzudrehen und zurückzugucken. Dadurch wäre ihnen wertvolle Zeit verloren gegangen, auch wenn Gwen gern gewusst hätte, ob Dahy noch den Vorhang hielt oder ihr inzwischen gefolgt war. Doch nach den letzten Anstrengungen kam Gwen endlich ganz oben an und hievte sich die letzte Sprosse hinauf.
Kurz blieb sie am Rand sitzen und ließ die Beine über die Kante des Regalschranks hängen, an dem die Feuertreppe gewesen war. Dann zog sie auch ihre Beine ein und warf endlich einen Blick nach unten um zu sehen, wo ihre Elfenfreundin abgeblieben war. Hoffentlich war sie nicht erwischt worden! Gwen hatte keine Gelegenheit gehabt, das zu überprüfen oder im Auge zu behalten. "Dahy?", flüsterte sie leise ins Halbdunkel des Leiternaufstiegs hinein.



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BeitragThema - Re: Bibliothek   Di 8 Mai 2018 - 20:25
 
Gwendoline straffte die Schultern und dieses Zeichen genügte Dahy um voraus zu fliegen und den schweren Samtvorhang ein Stück zur Seite zu schieben, sodass das Rothaarige Mädchen besser die dahinter versteckten Sprossen erklimmen konnte. Zuerst fahrig, dann bedachter, sich auf ihre Aufgabe konzentrierend, stieg Gwendoline herauf und setzte sich dann auf den Rand des Bücherregals, gegenüber der, hinter dem Vorhang verborgenen, Leiter. Dahy kauerte mit angelegten Flügeln hinter ihr und beobachtete lächelnd, wie ihre Freundin sich noch einmal in die Tiefe hinab beugte und leise nach ihr rief. Langsam, aber mit festem Griff um sie nicht zu erschrecken, legte Dahy ihr von hinten eine Hand auf die Schulter und bedeutete ihr, ihr zu folgen. 
Auf allen Vieren krabbelten die zwei Mädchen, Dahy voran, über die Bücherregale. Es waren vielleicht fünfzig Zentimeter Platz, genug um sicher vor einem Sturz zu sein und zu wenig um sich darüber keine Sorgen machen zu müssen. Vor allem weil ihr Weg durch unzählige Bücher erschwert wurde, die teils aufgeschlagen, teils in windschiefen Stapeln herum lagen und mit einer dicken Staubschicht bedeckt waren. Niemand kam hier herauf um Staub zu wischen.
Die zweite Bibliothek war nicht geordnet, es gab keine Abteilungen und wenn jemand ein bestimmtes Buch suchte, war er hier falsch. Es war viel mehr ein Ort für Leser. Man konnte sich hier zurückziehen, bewaffnet mit einem Stapel Bücher aus der 1. Bibliothek und ungestört lesen bis einem die Buchstaben vor den Augen verschwommen. Aber nicht nur lesen konnte man hier oben, auch Schätze bergen. Hier fanden sich all die Bücher, die man als Besucher der 1. Bibliothek verzweifelt suchte und die, so schien es einem, verschluckt worden waren. Sie lagen alle hier; verstreut, ungeordnet und vergessen.  
Dahy kletterte über einen alten Folianten, dessen geschnörkelter Titel versprach, einen über die Anatomie der Tundra’schen Schlingwürmer aufzuklären, und setzte sich hin. Sie sah über ihre Schulter und wartete bis Gwendoline ihr gefolgt war.
„Geht’s?“, fragte sie. „Wir sind gleich an einer Kreuzung, da haben wir ein bisschen mehr Platz.“ Langsam kroch Dahy weiter. Noch zweieinhalb Regallängen, dann kreuzten sich zwei Bücherwände und bildeten so eine kleine Plattform.
Dahy spähte durch das schummrige Licht zurück zu Gwendoline. Ihre Haut fühlte sich verklebt an von Schweiß und Staub und sie verspürte plötzlich den großen Drang schwimmen zu gehen, obwohl ihr letztes eiskaltes Bad erst ein paar Stunden zurück lag.

Als Gwendoline sich einen Augenblick später zu ihr auf die Kreuzung setzte, lächelte Dahy verschmitzt und fragte: „Na, hab ich zu viel versprochen?“


Unterwassergespräche führen ist wie Luftschlösser bauen. 
Gut das wir die Fische nicht hören, viel zu laut wäre das Meer. 
Das Rauschen schluckt die Gespräche, zerreibt die Gedanken zwischen den Wellen und spült sie als Korallensand an Land. 

Es baut Wüsten.
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